Bundesliga

Schalke-Legende Ebbe Sand macht sich für Ausgliederung stark

Stefan Bunse
15. Oktober 2020, 20:29 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

S04-Klubikone Ebbe Sand macht sich für eine Ausgliederung der Profiabteilung bei den Königsblauen stark. Sein Heimatverein Bröndby IF habe damit gute Erfahrungen gemacht. Für den FC Schalke 04 könne das auch ein Weg aus der Krise sein.

Neben der Bewältigung der sportlichen Krise wird in den kommenden Monaten eine mögliche Ausgliederung des Profisportbetriebs beim FC Schalke 04 das beherrschende Thema sein. Die S04-Verantwortlichen arbeiten gerade an einer Rechtsform, die zu den Knappen passen soll, aber dennoch dem Klub die Möglichkeiten bietet, langfristig in der Bundesliga wieder oben angreifen zu können.

Einer, der die Farben Blau und Weiß noch immer liebt, hat sich nun klar positioniert. Sturmlegende Ebbe Sand ist für eine Ausgliederung. „Jeder weiß, dass ich immer ein Schalker im Herzen bleiben werde. Das was der Verein und ich zusammen erlebt haben, hält für ein ganzes Leben“ erklärte Sand vor einigen Jahren dem RevierSport. Und deshalb macht sich der Däne Sorgen um die Zukunft des Vereins. Zwar traut er S04-Trainer Manuel Baum, den er aus Augsburg und von seinen Aufgaben beim DFB her kenne, zu, das Schalker Schiff wieder flott zu bekommen.

Ebbe Sand arbeitet heute für den dänischen Fußballverband

Dennoch plädiert der 47-Jährige, der heute für den dänischen Fußballverband als Co-Trainer der Nationalmannschft arbeitet, für eine Ausgliederung. „Die Veränderung der Rechtsform kann für Schalke eine große Chance sein“, sagte der drittbeste Torschütze der Schalker Bundesligageschichte dem „Kicker“. So würden neue finanzielle Möglichkeiten entstehen, die den S04 wieder handlungsfähiger machen. „Gleichzeitig bedeutet eine neue Struktur nicht, dass der Verein sich in seinem Kern verändern wird, in seinen Werten und seiner Kultur".

Denn das ist die große Befürchtung vieler Schalke-Fans. Sein Heimatverein Bröndby IF sei diesen Schritt bereits 1987 gegangen, ohne dass er an den traditionellen Werten des Klubs etwas verändert habe.

Ausgliederung bedeutet eine große Verantwortung für die handelnden Personen

Für den Fall der Fälle, so Sand, ist natürlich auch klar: "Die Verantwortlichen müssen mit dem Geld gut umgehen, denn auch das ist endlich. Wenn das Geld sinnvoll, zum Beispiel für den Nachwuchs, eingesetzt wird, kann das Schalke einen enormen Schub geben."

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren

28.10.2020 - 08:10 - E.W.

Ja, alles super Ebbe Sand ! Alles richtig.
Profi-Fussball ist heutzutage Teil einer weltweiten TV-Unterhaltungsindustrie, inkl. Social Media
Allerdings sind Zweifel angebracht, ob eine Neu-Organisation vor Verletzfungen und Transfer-Flops schützt.
Fussball-Transfers sind reine Zockerei mit Geld. ein Könner darin ist Uli Hoeness macht alles mit Smartphone :-)
Allein die konstanten Verletzungen im Fussballsport machen diesen Sport zusätzlich zum beliebten Glücksspiel.
Glück und Pech sind ja im Fussballsport regelrecht gewollt und machen die Spannung, die Unterhaltung.
Nur durch erstklassige Doppelbesetzungen auf allen Positionen kann vor Fehleinkäufen, Flops und Ausfällen schützen.

16.10.2020 - 19:10 - Schalker1965

"Ausgliederung bedeutet eine große Verantwortung für die handelnden Personen
'Die Verantwortlichen müssen mit dem Geld gut umgehen, denn auch das ist endlich. Wenn das Geld sinnvoll, zum Beispiel für den Nachwuchs, eingesetzt wird, kann das Schalke einen enormen Schub geben.' "

Ebbe Sand legt den Finger in die Wunde, ohne aber mit dem Finger auf die Verantwortlichen des Desasters auf Schalke zu zeigen. Über eine Ausgliederung kann man sich überhaupt erst ernstlich Gedanken machen, wenn man sich auf Schalke in den Führungsetagen (Vorstand und AR) personell neu und kompetent aufgestellt hat. Es wäre ein weiteres Stück aus dem Tollhaus Schalke 04, wenn gerade diejenigen, die in der jüngeren Vergangenheit völlig verantwortungslos Hunderte von Millionen für Transferausgaben "verbrannt" haben, auch über das "frische" und "endliche" Geld, wie es Ebbe Sand zutreffend bezeichnet, verfügen dürften. Denn wenn auch das Geld aus der Ausgliederung verprasst ist, ist wirklich "Ebbe" in der Kasse.

16.10.2020 - 12:14 - easybyter

Wer die Zeichen der Zeit erkennt, der sieht, dass an einer Ausgliederung kein Weg vorbei geht. Sie ist kein Allheilmittel, aber sie schafft die Möglichkeit, wieder konkurrenzfähig zu werden. Ich trauen den jetzt Verantwortlichen zu, mit Augenmaß und vernünftigen Entscheidungen den Klub aus der Krise zu führen. Warten wir das Konzept ab, dass ja offensichtlich erarbeitet wird und stimmen ihm zu, wenn es zu Schalke passt, wovon ich überzeugt bin, dass der Schalker Vorstand ein adäquates Modell finden wird.

Beitrag wurde gemeldet

16.10.2020 - 09:52 - Gemare

Bundesligavereine sind nicht erst ab heute bedeutende Wirtschaftsunternehmen,und müssen auch so aufgestellt werden !
Wenn der Verein gut geführt wird,mit einem guten und umsichtigen Aufsichtsrat, wird man auch nicht seine Identität verlieren.
Ich hoffe auf Schalke werden die Zeichen der Zeit erkannt,und die Weichen werden für die Zukunft gestellt.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.