S04

Schalke-Boss lobt Ex-Manager Heldt

Andreas Ernst
08. Mai 2019, 22:04 Uhr

Foto: firo

Wer führt den in der Fußball-Bundesliga abgestürzten FC Schalke 04 in die Zukunft? Klar ist nur, dass Sportvorstand Jochen Schneider das Sagen hat. Doch drei wichtige Positionen sind noch zu vergeben: Trainer, Sportdirektor und Technischer Direktor.

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies äußerte sich in einem Interview mit "Sky" lobend über Ex-Sportchef Horst Heldt, der kürzlich bei Hannover 96 entlassen wurde.  "Ich bin immer noch mit Horst eng befreundet und es gibt nichts, was gegen Horst Heldt spricht für mich. Ich treffe nur diese Entscheidungen nicht. Ich will dem Jochen da auch nicht irgendjemanden reinsingen. Ich sehe eine akribische Arbeit von Jochen in der Auswahl der einzelnen Personalien. Da gibt er sich unglaublich viel Mühe mit. Er nimmt nicht irgendeinen, sondern sagt: 'Der passt genau.'", sagte Tönnies.


Heldt war von März 2011 bis Juni 2016 Schalkes Sportvorstand. In dieser Zeit holte Schalke den DFB-Pokal (2011) und zog danach stets in den Europapokal ein, dreimal in die Champions League (2012, 2013, 2014) und zweimal in die Europa League (2015, 2016). Nach knapp fünf Jahren wurde sein Vertrag aber nicht verlängert und Heldt wurde von Christian Heidel ersetzt. Einige Vorwürfe: Die Gehaltskosten seien explodiert und für den finanziellen Aufwand sei der Ertrag zu niedrig gewesen, vor allem in den beiden letzten Jahren. Auch einige Verpflichtungen erwiesen sich als falsch.

Tönnies kritisierte - wie schon im Interview auf Schalke TV und bei einer Fanklubversammlung - Heldts Nachfolger Heidel, der nach zweieinhalb Jahren im Februar 2019 von seinem Amt zurücktrat. "Natürlich ist er verantwortlich, in der Phase einen Kader zusammengestellt zu haben, der dann nicht funktioniert hat. Das hat er aber nicht wissentlich oder mit Vorsatz gemacht, sondern das ist eben passiert und wir haben es jetzt auszubaden. Das ist die Tatsache, da reden wir nicht drum rum", erklärte Tönnies.

Wer als Trainer die Nachfolge von Huub Stevens antritt, verriet Tönnies nicht. Nur eins: Wer die drei vakanten Positionen übernimmt, wird im Paket veröffentlicht. "Und wir haben für uns gesagt: 'Wir werden jetzt nicht scheibchenweise jede einzelne Personalie bekannt geben.' Sondern es wird dann einen Termin geben und dann sagen wir: 'Da steht das Team.' Das halte ich auch für richtig", sagte Tönnies.

Autor: Andreas Ernst

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren

09.05.2019 - 18:57 - easybyter

Schaut man sich die sportliche Bilanz an, hat Heldt es gar nicht so schlecht gemacht, aber das Gleiche gilt auch für Tedesco, der zwar auch Fehler gemacht , aber auch nicht genügend Rückhalt gefunden hat. Für beide macht es jedoch keinen Sinn, wieder an die alte Wirkungsstätte zurück zu kehren, denn sie wären von vornherein sehr belastet und daher nicht genügend handlungsfähig. Ich bezweifle eh, dass es gelingt, Schalke in der nächsten Saison in die Erfolgsspur zurück zu bringen. Es fehlen die Mittel, um die Mannschaft entscheidend zu verstärken, die Ansprüche sind hoch, aber die Möglichkeiten gering. An dieser Diskrepanz sind schon viele Trainer oder Manager gescheitert. Schalke muss die finanziellen Voraussetzungen schaffen, die nötig sind, um im heutigen Fußball eine führende Rolle zu spielen. Immer mehr Profis sitzen ihre Verträge aus, und gehen dann ablösefrei. Die guten Nachwuchsleute werden sofort von den Spitzenklubs abgeworben, bevor sie im Verein noch richtig etwas bewirken können. Wenn man da mitspielen will, muss man sich von dem nostalgisch sicher wünschenswerten e.V. trennen und Kapital herschaffen. Geschieht das nicht, wird Schalke den Weg in die 2. Liga antreten.

09.05.2019 - 12:24 - Fan04

@Majo2008

Anscheinend waren sie zu dem Zeitpunkt noch gar nicht geboren.
Die Schalker Vereins Chronik sollte
man schon kennen.

Als Eichberg antrat, drohte indes das Verschwinden im Niemandsland der 2. Liga. Das hat Günter Eichberg definitiv verhindert.

Schalke investierte wieder in Spieler, holte 1989 viel beachtet mit Sascha Borodjuk und Vladimir Ljuty gleich zwei Akteure aus der damaligen Sowjetunion. Die Zuschauerzahlen stiegen kontinuierlich an. Der Aufstieg gelang indes erst im zweiten Anlauf 1991. Auch der zwischenzeitliche Trainerwechsel vom bei den Fans sehr beliebten Peter Neururer zu Aleksandar Ristic hinterließ Narben. Es entstand gleichzeitig ein Team, das auf Schalke noch Geschichte schreiben sollte. Mit Jens Lehmann, Andreas Müller, Yves Eigenrauch und Ingo Anderbrügge gehörten vier spätere Eurofighter bereits zur Aufstiegsmannschaft 1991. Auch Thomas Linke (1991), Mike Büskens (1992) und Jiri Nemec (1993) fanden ebenfalls in der Amtszeit von Eichberg den Weg nach Gelsenkirchen.

Ohne Eichberg und seine Millionen wäre Schalke damals von der Bildfläche verschwunden.

Natürlich war er ein Schickimicki Präsident. Die kostspieligen Großtransfers Bent Christensen und Radmilo Mihajlovic erfüllten nicht die Erwartungen.

Aber er holte Rudi Assauer als Manager zurück was sich als Glücksgriff erwies, bevor er 1993 von seinem Amt zurücktrat.

09.05.2019 - 11:02 - Deschner

Was will man Tönnies konkret vorwerfen?

Ja, CT hat Magath und alle daraus resultierenden Verwerfungen innerhalb des Vereins zu verantworten. Magath war nicht nur seine Wahl, sondern auch seine Entscheidung. Dass die Aufsichtsgremien des Vereins nach Magaths Versuch, aus dem Verein eine neo-liberale Funktionsgemeinschaft machen zu wollen, keinem weiteren Manager eine solche Machtfülle mehr überlassen würden, war eine logische Konsequenz, die anschließend auch praktisch umgesetzt wurde.
Nein, CT hat Heidel nicht "über alle Instanzen hinweg" zum Manager gemacht. Es wäre denjenigen, die so etwas kolportieren, mal anzuraten, sich mit den veränderten Entscheidungsebenen des Vereins etwas eingehender zu befassen, bevor solch ein Mist verbreitet wird.

Die primären Quellen, die hier in der RS bezüglich der Aussagen von CT verwendet wurden, waren Schalke TV und Sky und weder als Wahlkampfauftritte zur anstehenden Mitgliederversammlung gedacht, noch wurden sie als solche instrumentalisiert. Genau darum wurden bis dato auch keine "Portraits" irgendwelcher anderen Kandidaten veröffentlicht, weil eben auch Tönnies nicht als Kandidat sondern als AR-Vorsitzender zum Thema der Neubesetzung der sportlichen Leitung befragt wurde. Schließlich ist CT immer noch der aktuelle AR-Vorsitzende und somit in der Sache neben Schneider die einzige auskunftsberechtigte Person. Das hat rein gar nichts mit Wahlkampfwerbung oder der vermeintlich unlauteren Bevorzugung eines Kandidaten zu tun!
Wer solche Dinge natürlich nicht differenziert betrachten kann, ist umso schneller mit Verschwörungstheorien und unangebrachter Kritik zur Hand.
Und hört bitte allesamt damit auf, unseren Rudi Assauer über den grünen Klee zu loben und seine Ära zu glorifizieren. Ohne Clemens Tönnies, der Assauers unfassbar haarsträubende Konstruktion zur Finanzierung der Arena mit Hängen und Würgen vorm finalen Kollaps bewahrt hat, gäbe es unseren Verein faktisch nicht mehr! Die aus dem Arenabau resultierenden Verbindlichkeiten werden wir übrigens noch mindestens weitere zehn Jahre vor uns herschieben, auch wenn die unmittelbare Finanzierung in diesem Jahr abgeschlossen sein wird. Die nächsten Vorgriffe auf zu erwartende Einnahmen, auch Fortfaiting genannt, wurden schon wieder getätigt. Das sollte man bitteschön berücksichtigen, bevor hier wider besseren Wissens auf CT eingedroschen wird und man einen Rudi Assauer zum Vorbild für seriöses Arbeiten und Wirtschaften machen will.

09.05.2019 - 11:00 - Majo2008

Fan04

Seltsames Statement von Dir aber witzig finde ich, dass Du den Sonnenkönig als einen der Schalke Retter zu nennen.
Das beweist Deinen meiner Meinung nach doch eher bescheidenen Fußball Sachverstand.
Bis auf sein Geld aus den schönheitskliniken, war doch Eichberg eher ein spinnernder Selbstdarsteller ohne jegliche Ahnung von Fußball. Seine Spielereinkäufe damals, Mihailovic und andere Bayern Bankdrücker, erinnern mich teilweise an die Nieten, die unter Heidel und letztlich Tönnis, geholt wurden.
Um mit Deinen Worten zu enden, Hoffentlich finden sich bei der Jahreshauptversammlung genug Leute die Grips,
die diesen Selbstdarsteller und Fußballdilletanten Tönnis abzuwählen.
P.S.: War Dein Kommentar ironisch gemeint? Dann wäre er echt gut!
Auch Proleten können seriös sein, oder?

09.05.2019 - 10:58 - S04Fs71!

Horst Heldt sollte bleiben wo er ist !
Man mag mich für verrückt erklären, aber sowohl Ewald Lienen (als Ostwestfale wahrscheinlich sogar zur Mentalität von Tönnies passend) und der ebenso mit St. Pauli-Vergangenheit ausgestattete Andreas Rettig erscheinen mir durchaus geeignete Kandidaten für einen Kurs der Konsolidierung.
Zudem könnten Sie bei einem größeren Klub, der ähnlich wie St. Pauli tickt nochmals Ihrem Ehrgeiz entsprechend größere Brötchen backen!
Man sollte mal Huub Stevens fragen, wie er die beiden sieht!

09.05.2019 - 10:37 - Kuk

"Ich sehe eine akribische Arbeit von Jochen in der Auswahl der einzelnen Personalien. "
Ja natürlich ! Was denn sonst ???
" ... Da gibt er sich unglaublich viel Mühe mit. ..."
unglaublich ?
Wenn es die richtige Wahl sein soll, sollte eine gut oder "akribisch" vorbereitete Entscheidung Standard und nicht überraschend oder "unglaublich" sein.
Bei anderen Vereinen (zuletzt FC Bayern) und in der Wirtschaft werden wichtige Personalien auch gut vorbereitet ...

09.05.2019 - 10:18 - Noah1

@fan04:"Um zu Unterscheiden zwischen Proleten und Seriösität". Meine Güte, da bekommt jeder Deutschlehrer aber wirklich Magengeschwüre.

09.05.2019 - 09:57 - Gemare

CT hat mit Sicherheit viel für Schalke getan,aber in sportlichen Belangen sollte er mehr auf Fachleute hören !Aber auf ECHTE ,und nicht auf die ,die er dafür hält !

09.05.2019 - 09:29 - Fan04

Verschwörungstheorien und die "Böse Presse" das erinnert stark an Pegida.
Immer sind die anderen Schuld.

Anstatt zu Pöbeln gegen Tönnies und andere User die eure Meinung nicht teilen,.
Wo sind denn eure Argumente?
Ihr habt keine!

Dieses Geschwätz erinnert mich stark an Oscar Siebert der unseren S04 in seinen Amtszeiten in ein finanzielles Chaos gestürzt hat.
Abstieg in die zweite Liga, und da wären wir fast noch eine Klasse tiefer gelandet.
Olaf Thon der Pokal Held beim 6::6 musste an Bayern verkauft werden sonst hätten wir keine Lizenz bekommen.

Erst Eichberg dann die Tönnies Brüder haben Schalke in die Bundesliga zurück geführt.
Assauer und Tönnies haben uns die tolle Arena beschert und Schalke zu einem Top Club und
gutem Wirtschaftsunternehmenn geformt.

Gott sei Dank gibt es genug Fans die Grips haben um zu Unterscheiden zwischen Proleten und Seriösität.

Glück Auf

09.05.2019 - 08:37 - Kuk

Mit Aussagen wie "Ich bin immer noch mit Horst eng befreundet und es gibt nichts, was gegen Horst Heldt spricht für mich. ..." bleibt es unruhig. Ist evtl diese Entscheidung schon pro Heldt gefallen und die Verkündung muß nur noch auf die Besetzung der anderen Positionen warten gemäß <Wer die drei vakanten Positionen übernimmt, wird im Paket veröffentlicht.> und "Wir werden jetzt nicht scheibchenweise jede einzelne Personalie bekannt geben." ???

09.05.2019 - 08:13 - Kuk

@marzipan-jogy
Danke !

09.05.2019 - 00:24 - Alles für Schalke

@linksaussen: Das hat nichts mit Verschwörung zu tun, das ist ganz normale Pressearbeit zu Wahlzeiten. Tönnies gibt Interviews und die Medien bedienen sein Ansinnen, medial zu erscheinen. Man könnte ja, statt nur Tönnies in einem Artikel über die Kandidaten zu erwähnen, die anderen drei auch porträtieren. Macht man aber nicht. Das ist einseitige Wahlbeeinflussung und aus Pressesicht verständlich. Lieber eine Marionette wie Tönnies, als jemanden, der vielleicht unbequem ist.

08.05.2019 - 23:48 - memax

Scheinbar geht dem aktuellen AR-Vorsitzenden der Arsch auf Grundeis. Über alle Instanzen hinweg den Autoverkäufer Heidel Im Verein untergebracht, als Sonnenkönig 2 die Huldigungen des banalen Malochers entgegengenommen, merkt der Schweineschlachter, dass es auch anders laufen kann.

08.05.2019 - 23:35 - Linksaussen

Es ist klar, dass der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende, der ein weithin bekanntes Schalker Gesicht ist, für die Presse interessant ist. Und dass er mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommt als Schalkes Busfahrer. Da muss man nicht gleich Verschwörungsfantasien haben. Diese künstliche Aufgeregtheit ist nicht überzeugend.

08.05.2019 - 23:13 - Alles für Schalke

Und schon wieder mackt die Funke Medien Gruppe für die Pressemarionette Tönnies Wahlwerbung. Unglaublich! Als ob wir das nmicht merken würden! Wir können uns nun also bis Ende Juni darauf einstellen, immer wieder Artikel über Tönnies lesen zu können. Noch ein Grund mehr, Tönnies NICHT zu wählen!

08.05.2019 - 22:54 - marzipan-jogy

https://schalke04.de/mitglieder/aufsichtsratskandidaten-stellen-sich-vor-3/

08.05.2019 - 22:25 - Noah1

Kennzeichnend für diese Männerfreundschaft war die Verabschiedung von Raul als CT laut und deutlich sagte:
" Hey Horst halt mal das Bild". Besser konnte man ein Abhängigkeitsverhältnis nicht formulieren, habe damals schon Tränen gelacht. HH war einer der devotesten Untertanen unseres Wurstkönigs, kein Wunder, dass dieser ihn jetzt lobt. Heidel mag vieles falsch gemacht haben, aber er hatte wesentlich mehr Rückrat und das hat dem Macher auf Schalke eben auch nicht gepasst, wie sein lächerliches Nachkarten heute zeigt. Bin wirklich gespannt, ob sich Heidel auf dieses armselige Niveau herablässt.