BL NR

Rhenania Bottrop: Hoffmann: „Haben nie über Platz eins gesprochen"

Leon Peters
01. Januar 2021, 19:00 Uhr
Ist mit Rhenania Bottrop in der Spitzengruppe der Bezirksliga Niederrhein 8: Coach Marco Hoffman. Foto: Thomas Gödde

Ist mit Rhenania Bottrop in der Spitzengruppe der Bezirksliga Niederrhein 8: Coach Marco Hoffman. Foto: Thomas Gödde

Rhenania Bottrop gehört zum Spitzentrio der Bezirksliga Niederrhein 8. Marco Hoffmann, Coach des Tabellendritten, hat mit RevierSport über seine bisherigen Saison-Highlights gesprochen und erklärt, wie er die Zukunft des Amateurfußballs sieht.

Marco Hoffmann, die Saison wurde Anfang November erneut unterbrochen. Was war bisher Ihr Moment der Hinrunde?

Auf dem Papier ist natürlich das 7:1 gegen den ESV Hohenbudberg auffallend. Das war eine Woche nachdem wir das Lokalderby gegen den VfB Bottrop mit 3:4 verloren haben. Ich glaube, der ESV hat so ein bisschen unseren geballten Frust über die Derbypleite zu spüren bekommen. Besonders emotional waren allerdings eher die knappen Spiele, beispielsweise das 2:1 bei Sterkrade 06/07 oder das 2:0 im Aufsteiger-Duell mit SW Alstaden. Letzteres war ein sehr gutes Bezirksligaduell, so wie man sich das vorstellt. Um es auf den Punkt zu bringen, ist glaube ich das Spiel gegen Alstaden mein Highlight.

Was wünschen Sie sich für das Fußballjahr 2021?
Ich hoffe, dass wenn es dann irgendwann wieder losgeht, wir keine lange Anlaufzeit brauchen und direkt wieder voll da sind. Wir müssen schnell wieder reinkommen. Ich bin optimistisch, dass die Saison gewertet wird, da der Verband denke ich die 50-Prozent-Regel mit aller Macht durchdrücken wird. Wichtig ist es für uns, die Mannschaft einfach weiterzuentwickeln. Wir hatten eine große Euphorie als Aufsteiger, meine eigene Amtszeit hier wurde jedoch durch Corona auch enorm eingeschränkt in Sachen Emotionen und Euphorie. Wenn wir unangefochten Erster wären, hätte mich die Pause sicher mehr genervt, wir haben ja aber nie über Platz eins in der Bezirksliga gesprochen. Von daher gilt es, sich erst einmal weiter zu stabilisieren.

Auch Sie als Amateurtrainer und Ihre Spieler sind verrückt nach Fußball. Wie erleben Sie diese unfreiwillige, lange Pause?

Als die Nachricht kam, dass wir erst einmal nicht mehr spielen, habe ich den Jungs für 14 Tage Athletikpläne an die Hand gegeben. Die Spezis haben das dann gemacht, einige andere eher nicht so (lacht). Aber die Devise heißt: Im Lockdown sorgt jeder selbst für seine Fitness. Was den Kontakt zu den Spielern angeht, rufe ich gerade jeden einmal an, erkundige mich nach dem Befinden und frage vorsichtig in Richtung Planung für den Sommer. Ich möchte nachfühlen, wie die Jungs es sich weiter vorstellen. Vielleicht kann ja ab Mitte nächsten Jahres mal wieder eine ganze Saison komplett gespielt werden.

Glauben Sie, dass nach der Pause die Begeisterung für den Fußball noch überall vorhanden ist? Oder schadet die Krise dem Sport allgemein?
Ich persönlich kann sagen, dass mich der Amateurfußball mehr interessiert als der Profifußball. Aus der Bundesliga könnte ich nicht einmal die ersten Fünf der Tabelle nennen. Ich bin nicht wirklich Bundesliga-Fan, obwohl ich etwas mit dem FC Schalke 04 sympathisiere. Bezogen auf uns vermissen wir alle das Bier und die Gespräche nach einer guten Trainingseinheit. Aber ich denke, wenn die Jungs wieder ein- oder zweimal im Training aufs Tor geschossen haben, haben die auch wieder Bock auf Fußball. Der ein oder andere merkt vielleicht in dieser Pause, dass er es nicht unbedingt braucht. Mit Sorge schaue ich etwas auf das Vereinssterben im Amateurbereich, seit ein oder zwei Jahren ist da leider eine Entwicklung zu erkennen. Das könnte durch die Pandemie weiter beschleunigt werden.

Mehr zum Thema

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren