In der Saison 2010/2011 marschierte der damalige Zweitligist MSV Duisburg überraschend in das DFB-Pokalfinale, wo es allerdings eine 0:5-Niederlage gegen den FC Schalke 04 setzte. Wir blicken auf die Protagonisten des Pokallaufs zurück. 

Sasic, Grlic und Co.

Finale 2011: Was wurde aus den Pokalhelden des MSV?

Chris McCarthy
26. März 2020, 14:57 Uhr
Der MSV Duisburg beim 2:1 über Energie Cottbus im Achtelfinale des DFB-Pokals 2010/2011. Foto: Lars Fröhlich

Der MSV Duisburg beim 2:1 über Energie Cottbus im Achtelfinale des DFB-Pokals 2010/2011. Foto: Lars Fröhlich

In der Saison 2010/2011 marschierte der damalige Zweitligist MSV Duisburg überraschend in das DFB-Pokalfinale, wo es allerdings eine 0:5-Niederlage gegen den FC Schalke 04 setzte. Wir blicken auf die Protagonisten des Pokallaufs zurück. 

Fast neun Jahre sind seit dem Pokalmarsch des MSV Duisburg vergangen. Obwohl der Lauf durch das 0:5 gegen den FC Schalke 04 brutal beendet wurde, war das erstmalige Erreichen des DFB-Pokalfinals seit 1998 eine der schöneren Momente des letzten Jahrzehnts. Doch was machen die Pokalhelden heute?

David Yelldell: Die Nummer eins der Zebras wechselte nach nur einem Jahr beim MSV im Sommer 2011 zu Bayer 04 Leverkusen, wo er in fünf Jahren als Ersatzkeeper nur zwei Spiele absolvierte. 2016 ließ er eine Saison lang seine Karriere bei der SG Sonnenhof Großaspach ausklingen. Im Anschluss wurde er dort Torwarttrainer, zuletzt war er für die DFB-U18-Auswahl in dieser Funktion aktiv.

Olivier Veigneau:
Der Außenverteidiger war drei Jahre lang eine Bank hinten links. Der Franzose wechselte im Sommer 2011 in die Heimat zum FC Nantes. Seit 2015 ist der 34-Jährige für den türkischen Erstligisten Kasimpasa aktiv.

Branimir Bajic: Der Innenverteidiger und Dauerbrenner des MSV spielte seit seiner Ankunft vom türkischen Klub Denizlispor noch bis 2018 bei den Zebras, wo er im Alter von 38 Jahren seine Karriere beendete. Seitdem ist er im Verein als Trainer tätig, aktuell als Co-Trainer in der U16.

Bruno Soares: Bajics damaliger Nebenmann fehlte im Finale aufgrund einer Rotsperre. 2012 wechselte Soares zu Fortuna Düsseldorf. Nach drei Jahren ging es für den Brasilianer nach Kasachstan (Kairat Almaty), ehe er 2017 bei Haugesund in Norwegen landete. Nach weiteren Stationen in Israel (Hapoel Tel Aviv) und Malaysia (Johor Darul Ta'zim FC) ist der 31-Jährige seit Januar in Österreich bei „Swarowski-Klub“ WSG Tirol aktiv.


Daniel Reiche: Der Verteidiger vertrat Soares im DFB-Pokalfinale. 2012 wechselte er über Babelsberg 03 zu Viktoria Köln. Nach sechs Jahren lässt der 32-Jährige seit 2019 seine Karriere in der Bezirksliga beim FSV Schöningen auslaufen.

Benjamin Kern: Der Defensivallrounder lief trotz eines doppelten Bänderriss im Finale auf. 2013 wechselte er in die Landesliga zu TSG Young Boys Reutlingen. Zuletzt ließ er seine Karriere beim Verbandsligisten 1.FC Heiningen ausklingen.

Goran Sukalo: Einer der Leistungsträger der MSV. Nach drei Jahren in Duisburg wechselte der Mittelfeldspieler 2013 zu Greuther Fürth. 2016 ging er für ein Jahr zum TSV 1860 München. Sein Vertrag wurde 2017 aufgelöst, es blieb seine letzte Profistation.

Ivica Banovic: Der schussstarke Mittelfeldmann war lediglich ein halbes Jahr vom SC Freiburg an den MSV ausgeliehen. Im Sommer 2011 wechselte er weiter nach Cottbus. 2014 ging er zum Halleschen FC, ehe er 2016 für drei Jahre nach Freiburg zurückkehrte, allerdings in die Reservemannschaft. Seit 2019 ist Banovic in der Verbandsliga bei Romonta Amsdorf aktiv.

Olcay Sahan: Der Offensivmann spielte sich 2010/2011 in das Visier des damaligen Erstligisten 1. FC Kaiserslautern. Nach einer enttäuschenden Debütsaison ging es weiter zu Besiktas Istanbul, wo er fünf Jahre verbrachte. Nach einer Zwischenstation bei Trabzonspor, steht er seit 2019 bei Bajics Ex-Klub Denizlispor unter Vertrag.


Ivica Grlic: Das Aushängeschild des MSV Duisburg trat als Spieler 2010 bereits etwas kürzer und übernahm zusätzlich das Amt des Teammangeres. Im Finale wurde er allerdings wieder auf dem Platz gebraucht. Nach intensiver Behandlungseinheit konnte der angeschlagene Mittelfeldroutinier in Berlin mitwirken. In der Hinrunde 2011/2012 verkündete er im Alter von 36 Jahren sein Karriereende und übernahm im Oktober 2011 das Amt des Sportdirektors, was er bis heute noch inne hält.

Sefa Yilmaz: Die Saison 2010/2011 war für Yilmaz die einzige im blau-weißen Trikot. Der heute 30-jährige Flügelspieler wechselte in die Türkei, wo er nach mehren Stationen, u.a. Kayserispor und Trabzonspor, noch immer aktiv ist. Im Sommer 2019 schloss er sich Genclerbirligi Ankara an.

Manuel Schäffler: Der Angreifer stand aufgrund einer Verletzungsmisere im Pokalfinale in der Startelf. Nach nur einem Jahr in Duisburg, wo er in 25 Einsätzen fünf Tore erzielte, wechselte er über 1860 München zum FC Ingolstadt. Nach zwei Jahren bei Holstein Kiel, geht der 31-jährige Schäffler seit Sommer 2016 für den SV Wehen Wiesbaden auf Torejagd.

Stefan Maierhofer: Der Österreicher war mit vier Treffern der erfolgreichste Pokalschütze der Duisburger 2010/2011. Ausgerechnet im Finale konnte die Leihgabe der Wolverhampton Wanderers aufgrund eines Mittelfußbruchs nur auf der Bank Platz nehmen. Im Anschluss wechselte der groß-gewachsene Stürmer durch halb Europa, war unter anderem in der Schweiz (RB Salzburg), Deutschland (1. FC Köln), England (FC Millwall) sowie der Slowakei (AS Trencin) am Ball. Nach zwei Jahren in der Schweiz beim FC Aarau wechselte der heute 37-Jährige im Januar 2020 zu WSG Tirol nach Österreich, wo er auf Bruno Soares trifft.

Srdjan Baljak: Obwohl seine Saison 2010/2011 nach 25 Spielen durch einen Kreuzbandriss beendet wurde, beendete der Kapitän die Spielzeit als interner Torschützenkönig (neun Ligatore). Darüber hinaus schoss er im Halbfinale beim 2:1 über Energie Cottbus das entscheidende 2:0. Drei Jahre war der Offensivmann beim MSV. Zur Saison 2013/14 wechselte er zu Regionalligist Wormatia Worms. Ein Jahr später ging er zu Oberliga-Aufsteiger TSV Schott Mainz. 2016/2017 kehrte er mit den Mainzern in die Regionalliga zurück. Im Sommer 2017 hing der heute 41-Jährige die Schuhe letztendlich an den Nagel.


Filip Trojan: Der ehemalige Bochumer war für eine Saison vom 1. FSV Mainz 05 ausgeliehen. Nach drei weiteren Jahren bei Dynamo Dresden absolvierte der mittlerweile 37-Jährige 2014 sein letztes Pflichtspiel. 2016 war er im Jugendbereich der Dresdner als Trainer aktiv.

Julian Koch: Die Leihgabe von Borussia Dortmund kam als 19-Jähriger vier Mal in der Pokalsaison 2010/2011 zum Einsatz und erzielte dabei im Achtelfinale das wichtige 2:0 beim 2:1 über den 1.FC Köln. 2012 kehrte er für eine erneute Leihe nach Duisburg zurück, ehe er 2013 zum 1. FSV Mainz 05 wechselte. Koch konnte seinem Ruf als Top-Talent auch aufgrund von zahlreichen Verletzungen leider nicht gerecht werden. Nach Auftritten für St. Pauli und Fortuna Düsseldorf, wechselte er 2017 nach Ungarn zu Ferencváros Budapest. Als 28-Jähriger landete er 2019 schließlich in der Kreisliga beim VfL Hörde.

Maurice Exslager: Der damals 19-Jährige kam während des Pokal-Laufs zwei Mal zum Einsatz und wurde im Finale eingewechselt. Über den 1. FC Köln, Darmstadt und Magdeburg führte ihn sein Weg 2017 zu Fortuna Köln. Nach zwei Kreuzbandrissen gab er seine Profikarriere 2019 auf und wechselte in die Oberliga zu seinem Heimatklub 1. FC Bocholt. Erst kürzlich sprach er mit RevierSport über seine Karriere.

Trainer: Milan Sasisc. Nur fünf Monate nach dem Finale verlor der MSV Duisburg in der Saison 2011/2012 in 2. Runde des DFB-Pokals mit 0:2 gegen den damaligen Regionalligisten Holstein Kiel. In der 2. Bundesliga stand Duisburg nach Platz acht im Vorjahr nur auf Platz 14. Sasic musste gehen. Im Anschluss ging der Kroate zum 1. FC Saarbrücken. Nach seinem Rücktritt als Trainer 2014, war Sasic bei Saarbrücken noch zwei Jahre als Sportdirektor und Mitglied der Geschäftsführung tätig, ehe er von seinen Ämtern entbunden wurde. 

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