Der 1. FC Mönchengladbach ist überraschend in die Oberliga Niederrhein aufgestiegen. Damit haben noch am Donnerstag Spieler und Trainer des Vereins selbst nicht gerechnet.

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Der wohl überraschendste Aufstieg aller Zeiten

Stefan Loyda
13. Juni 2020, 14:39 Uhr
Der 1. FC Mönchengladbach um Kapitän Pascal Schellhammer (m.) ist überraschend aufgestiegen. Foto: Gerd Hermann

Der 1. FC Mönchengladbach um Kapitän Pascal Schellhammer (m.) ist überraschend aufgestiegen. Foto: Gerd Hermann

Der 1. FC Mönchengladbach ist überraschend in die Oberliga Niederrhein aufgestiegen. Damit haben noch am Donnerstag Spieler und Trainer des Vereins selbst nicht gerechnet.

„Hätten wir das gewusst, wären wir nicht gegangen“, war eine der ersten Reaktionen in der WhatsApp-Gruppe des 1. FC Mönchengladbach. Denn am Freitag hat der Fußballverband Niederrhein über die Aufstiegsfrage entschieden und für viele überraschend auch die Mannschaften, die auf einem Relegationsplatz standen zu Aufsteigern erklärt. Profiteur sind eben jene Mönchengladbacher, die in der Landesliga Gruppe 2 auf dem dritten Platz standen.

Mitschowski: "Es war unrealistisch, noch daran zu glauben"

Unter normalen Voraussetzung wäre ein Aufstieg nämlich unrealistisch gewesen. Die beiden davor platzierten Spvgg Sterkrade-Nord und Teutonia St. Tönis waren 14 und elf Punkte enteilt. Der dritte Platz wäre nur ein Relegationsplatz gewesen, wenn es keinen Absteiger aus dem FVN-Gebiet aus der Regionalliga West gegeben hätte. Dort befand sich der VfB Homberg mit sieben Punkten Rückstand aufs rettende Ufer und drei Spielen mehr auf einem fast unlösbaren Pfad.

Auch für Mönchengladbachs Trainer Frank Mitschowski kam die Meldung dementsprechend überraschend: „Natürlich freue ich mich für die Jungs, aber es fühlt sich auch ein bisschen an wie ein geschenkter Aufstieg. Es war unrealistisch, noch daran zu glauben, dafür waren die anderen vorne zu konstant und zu gut.“ Dennoch war die Eroberung des dritten Platzes eine Energieleistung: Nach dem elften Spieltag stand die extrem junge Mannschaft - das Durchschnittsalter des Kaders liegt bei etwa 21 - noch auf Rang zehn und hat beispielsweise auf den Top-Favoriten Kapellen-Erft seitdem 16 Punkte gutgemacht. „Die Jungs feiern sich in der Gruppe. Es ist eine schöne Geschichte als Abschluss, auch wenn es einen kleinen, faden Beigeschmack gibt.“

Aufstiegskader bricht auseinander

Zumal die Aufstiegsmannschaft nun auseinanderbricht. Acht Mann wechseln zu Union Nettetal, Top-Torjäger Oguz Ayan geht zu den Sportfreunden Baumberg. Auch Mitschkowski selbst hört auf, sein Nachfolger wird Alexi Triantafillidis, bisher Co-Trainer bei den VSF Amern. Was der Überraschungs-Aufstiegstrainer nun macht, weiß er noch nicht: „Es gab lockere Anfragen, aber noch nichts, was mich reizt. Ich werde mir in der nächsten Saison viele Spiele in der Oberliga ansehen. Ich freue mich drauf, einige Jungs in Nettetal, Kapellen-Erft oder Meerbusch wiederzusehen. 90 Prozent des Kaders werden in der Oberliga spielen, ich habe meinen Auftrag erfüllt.“

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