2613 Zuschauer nahmen am Montagabend im Kölner Südstadion Platz, um sich eigentlich das Regionalliga-West-Spiel zwischen Fortuna Köln und Alemannia Aachen (1:1) anzuschauen. Doch nicht alle waren gekommen, um nur die 90 Minuten auf dem Rasen zu verfolgen.

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Aachen: Kilic nimmt Stellung zu dem Fan-Protest

05. November 2019, 12:35 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

2613 Zuschauer nahmen am Montagabend im Kölner Südstadion Platz, um sich eigentlich das Regionalliga-West-Spiel zwischen Fortuna Köln und Alemannia Aachen (1:1) anzuschauen. Doch nicht alle waren gekommen, um nur die 90 Minuten auf dem Rasen zu verfolgen.

Sowohl ein Teil der Fortuna-Anhänger als auch die rund 600 mitgereisten Alemannia-Fans nutzten das TV-Livespiel von Sport, um gegen den Sender und die fanunfreundliche Anstoßzeit am Montagabend zu protestieren.


Nach gut einer halben Stunde ging es los: Beide Fanlager protestierten mit Trillerpfeifen lautstark gegen die Austragung des Livespiels. Aus dem Fortuna Fan-Block flogen zudem Tennisbälle auf das Spielfeld. Trotz Aufforderung des Stadionsprechers verstummten die Pfiffe von den Rängen nicht. Eine Fortsetzung des Spiels war für den Unparteiischen Christian Scheper nicht möglich. Er schickte beide Mannschaften in die Katakomben.

16 Minuten dauerte die Unterbrechung. Erst dann konnte Scheper die Mannschaften zurückholen und das Spiel fortführen. Der zweite Durchgang startete mit einer Pyroshow der Alemannia. Eine weitere Unterbrechung des Spiels hätte zum Abbruch geführt. Das Schiedsrichtergespann beließ es bei einer Stadiondurchsage und lies das Spiel nach dem Abfackeln der Pyros weiterlaufen. "Er hat uns schon bei der ersten Unterbrechung klar gemacht, dass das Spiel bei einer erneuten Unterbrechung abgebrochen werden muss, so wären die Statuten", erklärt Fuat Kilic gegenüber RevierSport. Der Aachener Trainer ergänzt:  "Wir haben in der Vergangenheit bereits viele Strafen begleichen müssen, was uns an anderer Stelle enorm gefehlt hat."

Der Aachener Fußballlehrer, der mit seiner Mannschaft acht der letzten elf Pflichtspiele nicht mehr verlor und sich auf dem aufsteigenden Ast befindet, zeigt Verständnis für einen friedvollen Fanprotest - nicht aber das Zündeln der Bengalos, was auch eine große Gefahr darstellt. "Die Fans sind immer da. Sie fahren weite Wege, um die Alemannia zu unterstützen. Davor habe ich allerhöchsten Respekt. Es ist doch klar, dass man keine Lust hat am Montagabend nach Köln zu fahren. Trotzdem waren wieder über 600 Aachener zugegen. Wahnsinn", sagt Kilic.

Er betont aber auch: "Was ich aber nicht verstehen kann, ist diese Pyro-Geschichte. Damit schaden wir unserem Verein."


Allgemein ist Kilic weder Freund noch Feind der Livespiele. Es gibt immer zwei Seiten der Medaille, sagt der 46-Jährige. "Für die Außendarstellung des Vereins, der Spieler ist es schön. Es ist eine gute Werbung. Für die Fans ist die Anstoßzeit natürlich nicht gut. Darüber sollte man noch einmal nachdenken."

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