MSV-Emotionales Hallenspektakel bringt Schubwirkung

09. Januar 2006, 10:44 Uhr

Nach den Tumulten und Vorkommnissen beim „1. Rheinland-Cup 2006“ in der Kölnarena haben sich zwar die Gemüter beruhigt, aber vergessen ist das Ganze noch nicht.

Nach den Tumulten und Vorkommnissen beim „1. Rheinland-Cup 2006“ in der Kölnarena haben sich zwar die Gemüter beruhigt, aber vergessen ist das Ganze noch nicht. So auch bei Nasir El Kasmi, der seinen emotionalen Ausbruch erklärt: „Jeder Spieler, der raus auf den Platz ging, wurde auf das Übelste beschimpft. Ich will gar nicht wiedergeben, welche Worte das im Einzelnen waren. Das wäre nichts für die Leser. Schade, dadurch geht eine an sich gute Veranstaltung kaputt.“ Die richtige Antwort darauf gab der 23-jährige dann auf dem Feld: „Ich war nach diesen Beleidigungen gereizt und habe zu meinen Kollegen gesagt, da gehe ich jetzt raus und mache ein Tor. Das ist mir dann auch gelungen.“

Mike Rietpietsch sieht das ähnlich: „Wenn du kaputt bist und dann solche Szenen passieren, dann kriegst du noch mal einen richtigen Schub.“ Ein bisschen mulmig war Nasir El Kasmi allerdings schon: „Natürlich hatte ich ein paar Sorgen, weil 50 Mann hinter unserer Bank standen und wir nur durch ein Netz getrennt waren.“

Emotionen und Anstrengungen, die wenn sie in der Bundesliga an den Tag gelegt werden, auch Nasir El Kasmi einen Kick bringen sollten. Der Marokkaner kann mit seiner derzeitigen Situation als Reservist und Einwechselspieler nicht einverstanden sein: „Wirklich zufrieden ist man als Fußballer nie, wenn man auf der Bank sitzt. Wenn das nicht so wäre, dann wäre ich kein richtiger Fußballer. Das ist völlig normal, man möchte immer spielen.“ Der Mann mit der Rückennummer 14 bilanziert: „In der ersten Hälfte der Hinrunde bin ich nicht so ganz zum Zug gekommen. Zum Ende wurde ich häufiger eingewechselt, konnte mehr Spielpraxis und Erfahrungen in der Bundesliga sammeln. So ist auch die Nationalmannschaft ganz weit weg.

Dazu muss ich erst mal konstant spielen, um für mein Heimatland spielen zu dürfen.“ An einen Wechsel oder Veränderungen denkt der Jungprofi allerdings nicht: „Mir gefällt es hier in Duisburg sehr gut. Da hat immer alles gepasst. Ich werde hier weiterhin alles geben und mich mit guter Leistung anbieten, egal ob im Training, bei Freundschaftsspielen oder Hallenturnieren.“ Mit einem neuen Trainer steigen ja bekanntlich die Chancen, wieder in eine neuformierte Stammelf aufzusteigen. Der „Kokser“ gefällt ihm ganz gut: „Mein erster Eindruck von Jürgen Kohler war durchaus positiv“, doch die Bande ist noch nicht richtig geknüpft, „um ihn mit anderen Trainern zu vergleichen oder besser kennen zu lernen, fehlt noch etwas die Zeit. Sicherlich ist jeder Fußball-Lehrer ein eigener Typ und jeder Trainer ist anders, aber die Einstellung eines Jürgen Kohlers stimmt.“

Doch das eigene Schicksal ist erst mal Zukunftsmusik, was jetzt zählt, ist die Mannschaft und der Verbleib in der höchsten, deutschen Spielklasse: „Ich konzentriere mich erst mal auf die Zukunft in und mit Duisburg in der Bundesliga. Der MSV steht im Vordergrund, ich werde meinen Teil durch Leistung dazutun, um uns nach vorne zu bringen.“ Der sportlichen Entwicklung der „Zebras“ sieht er jedenfalls positiv entgegen: „Die Mannschaft ist intakt und wir haben in der Hinrunde auch Pech gehabt, da waren einige Punkte mehr drin. Aber jammern hilft uns jetzt auch nichts mehr. Wir werden unsere Chancen kriegen, auch weil wir alle sehr hart dafür arbeiten werden.“ Der Mannschaftsgeist und das Vertrauen in die Leistung ist ungebrochen: „Wenn wir an uns glauben, dann geht alles, dann schaffen wir das. Aber es geht nur im Team.“

Über den MSV Duisburg berichten Thomas Tartemann und Andreas Gellert

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