Drei Punkte sollten es gegen Tennis Borussia werden, nach der Partie konnte sich die SG Schönebeck freuen, dass zumindest ein Zähler beim 2:2 (0:1) heraussprang.

SGS - TeBe Berlin 2:2

"Spielerinnen nicht in Frage stellen"

Desirée Kraczyk
11. Oktober 2009, 19:06 Uhr

Drei Punkte sollten es gegen Tennis Borussia werden, nach der Partie konnte sich die SG Schönebeck freuen, dass zumindest ein Zähler beim 2:2 (0:1) heraussprang.

„Ich hatte Essen als spielstarke Mannschaft in Erinnerung. Davon habe ich aber nichts gesehen“, merkte Thomas Grunenberg, Trainer der Gäste aus der Hauptstadt, nach Abpfiff an - und ärgerte sich über das Unentschieden. Beinahe wäre seinem Team der erste Saisonsieg „Am Hallo“ gelungen, Melanie Hoffmann erzielte aber aus einer strittigen Situation heraus den Ausgleich zum 2:2 (90.+1). Gäste-Torhüterin Kerstin Prusas wurde auf der Linie behindert und bekam den Ball nicht mehr richtig zu fassen. „Das ist sehr ärgerlich, wenn man den Sieg vor Augen hat und dann so um den Erfolg gebracht wird“, betonte Grunenberg.
[infobox-right]Statistik

SG Essen-Schönebeck: Weiß – Kowalik (54. Freutel), Chojnacki, Kraus, Löwenberg - Nati, Hoffmann, Martini (16. Mester), Dörpinghaus (46. Hamann) - Goddard, Malinowski
Tennis Borussia Berlin: Prusas – Sharif, Holzhaus, Lüdtke, Stassen – Teodoridis, Brückner, Hess, Özer (72. Willers) - Hagemann (77. Okoe), Fechner (86. Tahiru)
Schiedsrichter: Jaworek (Rötsweiler)
Tore: 0:1 Fechner (44.), 1:1 Malinowski (51.), 1:2 Teodoridis (78.), 2:2 Prusas (90. Eigentor)
Gelb:Malinowski - Teodoridis, Stassen, Tahiru
Zuschauer: 466[/infobox]
Dem Aufsteiger sollte schnell deutlich werden, dass gegen den letztjährigen Tabellenfünften durchaus was zu holen ist. „Mein Team hatte von Beginn an einen Riesenrucksack auf dem Rücken“, erklärte SGS-Coach Ralf Agolli. Und von dem fehlenden Selbstvertrauen und der daraus resultierenden Verunsicherung profitierte Tennis Borussia. Konnten sich die Essenerinnen zuletzt noch durch ihren kämpferischen Einsatz auszeichnen, so fehlte gegen die Berlinerinnen der unbedingte Wille. Vor allem in der ersten Halbzeit gingen viele Zweikämpfe verloren, es gab wenige Anspielstationen. Zu den agilsten Spielerinnen gehörte noch Stürmerin Stephanie Goddard, die allerdings auch oftmals auf sich allein gestellt war.

Nicht gerade aufbauend war auch die frühe verletzungsbedingte Auswechslung von Vanessa Martini (16.), die mit einer offenen Fleischwunde am Knie direkt ins Krankenhaus zum Nähen gebracht wurde. „Ich weiß nicht, was ich mit dem Personal verbrochen habe“, fragte sich Agolli, der derzeit mehr verletzte Spielerinnen auf der Tribüne, als gesunde auf der Bank sitzen hat.

Die 1:0-Führung der Gäste in der 42. Minute kam zwar etwas überraschend, war aber nicht unverdient. „Wir hatten 60 bis 70 Prozent der Spielanteile und bereiten auch noch das Tor vor“, monierte Agolli.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/014/127-14580_preview.jpeg Erzielte den 1:1-Ausgleich: Kyra Malinowski (RS-Foto: mmb).[/imgbox]
Anna-Sophie Fechner kam völlig frei zum Torschuss und nutzte ihre Chance damit konsequenter, als zuvor unter anderen Kyra Malinowski. In der 53. Minute gelang der U17-Nationalspielerin nach Vorarbeit von Hoffmann aber der 1:1-Ausgleich. Die besseren Möglichkeiten hatten auch danach die Gastgeberinnen, aber Malinowski in der 67. Minute oder kurz darauf die für Sabrina Dörpinghaus eingewechselte Caroline Hamann vergaben. Somit waren es erneut die Berlinerinnen, die jubeln durften (79.), ehe dann der umstrittene Endstand fiel.

Agolli blieb anschließend nichts anderes übrig, als die Fans um Geduld zu bitten. „Es ist eine schwierige Phase, die wir derzeit durchmachen und es wird in dieser Saison noch sehr steinig werden. Aber die jungen Spielerinnen dürfen nicht gleich in Frage gestellt werden.“ Bereits am Mittwoch besteht im Pokalspiel gegen den Zweitligisten Magdeburger FFC die Möglichkeit, Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben zu holen.

Autor: Desirée Kraczyk

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