Ab der Saison 2006/07 sollen nach dem Willen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nur noch drei Nicht-EU-Ausländer pro Bundesliga-Verein spielen.

Schalke will neue Ausländer-Regelung kippen

hb
17. November 2005, 11:16 Uhr

Ab der Saison 2006/07 sollen nach dem Willen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nur noch drei Nicht-EU-Ausländer pro Bundesliga-Verein spielen.

Ab der Saison 2006/07 sollen nach dem Willen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nur noch drei Nicht-EU-Ausländer pro Bundesliga-Verein spielen. Waren in der vergangenen Serie noch fünf Profis von anderen Kontinenten pro Mannschaft erlaubt, gilt in der laufenden Runde die Höchstzahl von vier Nicht-Europäern.

Schalke bewegt sich da am Limit, hat mit den beiden Brasilianern Lincoln und Rafinha sowie den beiden Uruguayern Dario Rodriguez und Gustavo Varela das Kontingent erfüllt. Halt, was ist mit Marcelo Bordon, werden jetzt einige wissen wollen? Der Abwehr-Chef besitzt einen italienischen Pass und fällt daher aus dem Raster.

Zum Glück, denn setzt die DFL ihre Pläne tatsächlich nächstes Jahr in die Tat um, wird es im Kader der Königsblauen für die „Urus“ eng. Denn die Verträge von Rodriguez und Varela laufen zum 30. Juni 2006 aus, eine Verlängerung ist auch vom Votum der Ligabosse abhängig. „Ob die DFL wirklich bei ihrer Entscheidung bleibt, muss man erst einmal abwarten“, meint Andreas Müller. „Wenn das wirklich so umgesetzt wird, wie es jetzt geplant ist, wäre das sehr schade. Deshalb werden wir in den nächsten Wochen auch noch einmal einen Vorstoß bei der DFL unternehmen. Das trifft ja auch andere Vereine, bei einigen würde viel Geld verloren gehen“, gibt der Team-Manager zu bedenken. „Ich halte das auch für rechtlich bedenklich und gehe davon aus, dass ein klagender Spieler vor dem europäischen Gerichtshof auch Recht bekommen würde.“

Die Geschichte kennen wir doch! Der Belgier Jean-Marc Bosman klagte 1995 gegen die im Profi-Fußball geltenden Beschränkungen für Spieler bei Vereinswechseln und brachte damit das europäische Transfersystems zum Einsturz.

Zurück zu den „Härtefällen“ Rodriguez und Varela, die um ihre Zukunft bei den Könisgblauen bangen müssen. „Wir werden in der Winterpause ganz in Ruhe überlegen, was wir machen und dann auch mit den beiden Spielern reden. Wir würden gerne mit ihnen verlängern, denn bei ihrer Verpflichtung haben wir nicht gerade unerheblich investiert“, erinnert sich Müller an die zusammen fünf Millionen Euro, die der Verein 2002 an die Nacional beziehungsweise Penarol Montevideo überwies. „Ich würde sie jetzt ungern ablösefrei ziehen lassen, da sie endlich auf Schalke angekommen sind und entsprechende Leistungen abliefern. Ich hoffe nicht, dass wir wirklich vor die Wahl gestellt werden: Dario oder Gustavo. Dann wüsste ich nicht, wie wir entscheiden sollten“, hat Müller schon jetzt ein ungutes Gefühl bei der Angelegenheit. „Gustavo ist zwar jünger, aber auch Dario kann sicherlich noch drei Jahre auf höchstem Niveau spielen. Er ist sehr konzentriert, spielt sehr eng am Mann und hat ein sehr gutes Kopfballspiel. So einen Mann gibt man nicht gerne ab.“

Autor: hb

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