Wenn Rafinha am Mittwoch mit Lebensgefährtin Carolina und Töchterchen Marie-Luiza nach Schalke zurückkehrt, wird nichts mehr so sein, wie es vorher war.

S04: Rückkehr Mittwoch

Rafinha-Wechsel scheint nur aufgeschoben

14. September 2009, 15:25 Uhr

Wenn Rafinha am Mittwoch mit Lebensgefährtin Carolina und Töchterchen Marie-Luiza nach Schalke zurückkehrt, wird nichts mehr so sein, wie es vorher war.

Nehmen wir mal an, der inzwischen 24-jährige Brasilianer meint es ernst und richtet sich im bisher von vielen Partys bekannten Eigenheim in Buer-Obererle nun häuslich ein. Felix Magath setzt darauf, dass sein mental schwer angeschlagener Spieler mit der jungen Familie im Rücken wieder aufblüht und auch das Wiedersehen mit den kritischen S04-Fans beim nächsten Heimspiel gegen Wolfsburg bestehen wird.

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Doch dem stehen die akuten Geldsorgen des Vereins gegenüber, der in Person des neuen Finanzvorstands Peter Peters in den nächsten Monaten 15 bis 20 Millionen Euro frische Mittel beschaffen soll. Da die Verträge mit den wichtigsten Sponsoren langfristig angelegt sind und keine zusätzlichen Einnahmen erwarten lassen, müssen entweder neue Partner her - oder es geht ans Eingemachte, die Spieler.

Die vor zwei Wochen beendete Transferperiode hat gezeigt, dass es außer an Manuel Neuer und eben Rafinha kein Interesse an Schalker Spielern gab. Da in den letzten Tagen der Wechselfrist zudem die Ablösesummen noch in den Keller gingen, weil laut Magath „einige unsere Notsituation offenbar ausnutzen wollten“, ist mit einem Preisanstieg im Januar nicht zu rechnen. Wer jetzt bereit war, für Neuer 15 bis 18 und für Rafinha zehn bis zwölf Millionen Euro zu geben, bietet im zweiten Anlauf möglicherweise nur die Hälfte dessen.

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An eine Verstärkung der Mannschaft ist angesichts dieser alarmierenden Finanzlage überhaupt nicht zu denken. „Wir können uns noch nicht einmal rühren“, unkt Magath und denkt an die schönen Zeiten in Wolfsburg zurück, als er in zwei Jahren für 60 Millionen Euro neue Leute holen konnte.

Gleichwohl will der 56-Jährige nicht schon jetzt, da der sportliche Aufschwung unter seiner Ägide schon abgeflaut ist und die Wirtschaftskrise in ihren letzten Zügen gerade noch auf Schalke richtig einschlägt, die sportlichen Ziele nach unten korrigieren. „Ich weiß jetzt, dass ich die Probleme hier nicht so schnell lösen kann. Dennoch ist Schalke zwar meine schwierigste Aufgabe - aber aus meiner Sicht auch die lohnendste, die es in der Bundesliga gibt“, hebt Magath an, um deutlich zu machen: „Wir wollen zusehen, dass wir in der Hinserie nicht öfter die Punkte so einfach liegenlassen wie zuletzt gegen Freiburg. Wenn bis zur Winterpause kein großer Abstand zu den ersten fünf Plätzen besteht, dann kann man durch eine gute Rückserie, wie in der vergangenen Saison in Wolfsburg, noch einiges aufholen. Daher bleibt das Erreichen eines internationalen Wettbewerbs nach wie vor unser Ziel."

Sollte die finanzielle Situation auf Schalke nicht verbessert werden können, sei „eine Meisterschaft aber kein Thema. Auch ohne eine Hand an der Schale denke Magath aber nicht daran, die Brocken hinzuschmeißen: „In den nächsten vier Jahren wird das nicht passieren!“

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