Florian Kringe gehört beim BVB fast schon zum Inventar. Doch damit könnte bald Schluss sein. Der Allrounder selbst denkt aber (noch) nicht an einen Wechsel.

Kringe will kämpfen

"Es ist nicht einfach, damit umzugehen"

Matthias Dersch
07. August 2009, 09:27 Uhr

Florian Kringe gehört beim BVB fast schon zum Inventar. Doch damit könnte bald Schluss sein. Der Allrounder selbst denkt aber (noch) nicht an einen Wechsel.

Wer Florian Kringe in dieser Woche im Training beobachten konnte, dürfte sich nach den Schlagzeilen vom Wochenende gewundert haben. Fröhlich und engagiert zeigte sich der 26-Jährige während der Einheiten und fiel dabei zusätzlich mit einigen schönen Treffern auf. Es schien, als sei nichts gewesen - bis Jürgen Klopp das jeweilige Training beendete.

Denn auf dem kurzen Weg zwischen Trainingsplatz und Umkleidekabine wurde der Allrounder immer wieder an das letzte Wochenende und seine Nicht-Nominierung für den Weiden-Kader erinnert - zuerst von den Fans, die eifrig Trost spendeten, dann von den Journalisten, die wissen wollten, wie es in dem Ur-Borussen aussieht.
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„Die Enttäuschung am letzten Freitag war natürlich groß“, redet Kringe auch nicht lange um den heißen Brei herum: „Ich gebe immer 100 Prozent und bin beim BVB groß geworden. Ich habe eine besondere Beziehung zu dem Klub, insofern ist es nicht so einfach, mit der Situation umzugehen.“

Man spürt in diesen Momenten, in denen der gebürtige Siegerländer über sich und seine Beziehung zur Borussia spricht, wie sehr ihn die Ausbootung verletzt hat. Den Verdacht, es in dieser Saison angesichts der starken Konkurrenz besonders schwer zu haben, in die erste Elf zu kommen, hatte Kringe schon im Sommer.

Aber mit einem Verlust des Bankplatzes, damit hatte der 179-fache Bundesligaprofi nicht gerechnet: „In den Testspielen habe ich zuletzt nicht mehr die Chance gehabt viel zu spielen. Insofern hat es mich nicht völlig unvorbereitet getroffen. Mir ging es kurz durch den Kopf, dass es mich erwischen könnte. Wirklich erwartet habe ich es jedoch nicht.“

Die Möglichkeit, die Situation mit Jürgen Klopp zu besprechen, bestand vor Weiden nicht mehr. Zwei volle Tage musste Kringe den Frust in sich hineinfressen, bevor es am Sonntag endlich zum Gespräch mit dem 42-Jährigen kam. „Die Tür ist nicht zu“, versicherte Klopp danach in der Öffentlichkeit, dennoch dürfte es Kringe schwer haben, ins Team zurückzufinden.
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Denn nicht nur Markus Feulner und Tinga, sondern auch Kevin Großkreutz und Yasin Öztekin sind derzeit am Ersatzkapitän vorbeigerückt. Öffentlich möchte sich der Ex-Kölner aber noch nicht mit einem Wechsel beschäftigen: „Ich will hier noch einmal ein Zeichen setzen und versuchen, mich anzubieten. Dann werden wir weitersehen.“

Schon am Freitag, wenn sich Kringe erneut nicht im 18er-Kader wiederfinden sollte, könnte die Situation anders aussehen. Er wolle das Wochenende abwarten, hat sich der langjährige Borusse selbst eine Frist gesetzt, um sich Alternativmöglichkeiten offenzuhalten. Bis zum 31. August ist das Transferfenster noch offen. Es bleibt also noch etwas Zeit, die Verhältnisse zu klären.

Autor: Matthias Dersch

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