Er hat geschafft, wovon Millionen Amateurfußballer träumen. Einmal gegen den FC Bayern München spielen. Dass er dabei mit einer Komikertruppe aus Promis und Möchtegern-Kickern hauptsächlich eine Show für das Fernsehen bieten muss, stört Fabian Fröhning nicht.

25. Juli: Fabian Fröhning darf mit Pocher, Lorant und Co. gegen den FC Bayern ran

„Einfach eine gute Show bieten“

Florian Ziegler
04. Juli 2009, 14:31 Uhr

Er hat geschafft, wovon Millionen Amateurfußballer träumen. Einmal gegen den FC Bayern München spielen. Dass er dabei mit einer Komikertruppe aus Promis und Möchtegern-Kickern hauptsächlich eine Show für das Fernsehen bieten muss, stört Fabian Fröhning nicht.

Weil McFit, die größte Fitnessstudiokette des Landes, die Partie gegen den deutschen Rekordmeister für einen guten Zweck ersteigert hat, darf sich der 22-Jährige nun am 25. Juli in der wahrscheinlich ausverkauften Veltins Arena auf Schalke dem Kompetenz-Team um Werner Lorant, Reiner Calmund sowie Teamchef Oliver Pocher unterstellen. Der junge Auszubildende (Kaufmann für Marketing und Kommunikation) ahnt Böses. „Wenn die richtig spielen, dann kriegen wir 20 Stück.“

Die, damit sind die Bayern gemeint. Von einer Überraschung will er noch nicht einmal träumen, wenn sich Promis wie Bushido, Theloke sowie Toto & Harry mit Ribery, Gomez und Co. messen. Da schließt er auch seinen Teamchef, Comedian Oliver Pocher, mit ein. „20 Minuten, dann ist der tot“, lacht Fröhning. „Die meisten sind einfach nicht fit.“
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/012/373-12824_preview.jpeg Unter Beobachtung: Herbede-Stürmer Fabian Fröhning (Mitte) musste sich dem Urteil von Reiner Calmund (l.) und Werner Lorant stellen - und konnte überzeugen. (Fotos: Sat1/ Stephan Schütze)[/imgbox]
Für den Wittener geht es darum, bis zum 25. Juli noch halbwegs in Form zu kommen, um dann vielleicht mal Lucio zu tunneln, oder mal auf das Tor zu schießen. Doch der Zugang des Westfalenligisten gerät dann doch noch ins Träumen. „Durch eine Standardsituation vielleicht glücklich ein Tor machen. Das wär‘s.“

Fröhning lacht. Er verwirft den Gedanken schnell wieder. Trotz seiner 18 Treffer beim 35:0-Erfolg im Bezirksliga-Spiel gegen die „zweitschlechteste Mannschaft Deutschlands“ (Stern TV), Inter Bochum, trotz seiner 50 Saisontreffer in der Kreisliga A im Jahr zuvor - der vom TV bereits als „Rekordknipser“ vorgestellte Youngster bleibt bescheiden. Er möchte „einfach Spaß“ haben und „eine gute Show bieten“. Punkt.

Dafür soll unter anderem Trainer Werner „Beinhart“ Lorant und Torwart-Legende Uli Stein sorgen, mit denen der Wittener beim erfolgreichen Casting so manches Schwätzchen hielt. Und Lorant, früher bei Medien und Fans wegen seiner Griesgrämigkeit, seinen cholerischen Ausbrüchen und Launen gefürchtet, hat es ihm besonders angetan. „Er war total sympathisch, richtig locker, wenn die Kameras aus sind.“

Angefangen hatte alles mit einer Rundmail von Herbedes Vorsitzenden Markus Hahn, der die Kicker auf die Partie und die Möglichkeit, sich hierfür zu bewerben, aufmerksam machte. „Daraufhin habe ich mich dann beworben“, erinnert sich der Stürmer. Es folgten Casting-Termine und schließlich der große Showdown - ein Duell gegen den direkten Konkurrenten. Nur der Sieger wäre sicher in Pochers Kader. Eine Spaßveranstaltung war aber zumindest dieser Wettkampf nicht - trotz aller Fürsorge der TV-Macher. „Das war schon Konkurrenzdenken“, blickt Fröhning zurück.

Doch er entschied das Duell gegen Valerio Atzeni vom FC Kray für sich. „Es haben sich alle für mich gefreut. Das war natürlich toll“, erzählt der Ur-Herbeder, der bereits in der Jugend acht Jahre lang für den Wittener Stadtteilklub auflief, eher er in dieser Saison nun zurückkehrt.

Während die restlichen, bereits aufgezeichneten Folgen des Castings noch im TV (Sat1) laufen, konzentriert sich Fröhning auf seine anstehende Ausbildung und Saisonvorbereitung. Erst einen Tag vor dem Anpfiff kommen die Kicker noch einmal für ein Training zusammen. Doch spätestens, wenn knapp 60.000 Zuschauer ihm beim Einlaufen zujubeln, dürfte der Puls, wie beim Casting, erneut auf gefühlte 200 hochschnellen. „Das ist schließlich das Größte, was ich fußballerisch erlebt habe“, weiß Fröhning und lächelt zufrieden.

Autor: Florian Ziegler

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