Drei Tage nach dem „Coup von Malmö“ hat sich Fußball-Deutschland wieder halbwegs beruhigt, doch noch immer ist Mats Hummels permanent mit seinem Handy beschäftigt.

Frisch gebackener U21-Europameister steigt in den Konkurrenzkampf ein

Hummels genießt Titel, „solange er wichtig ist“

Matthias Dersch
03. Juli 2009, 14:37 Uhr

Drei Tage nach dem „Coup von Malmö“ hat sich Fußball-Deutschland wieder halbwegs beruhigt, doch noch immer ist Mats Hummels permanent mit seinem Handy beschäftigt.

„Das Telefon hat wahnsinnig oft geklingelt seit Montag. Ich komme kaum hinterher, alle Anfragen zu beantworten“, outet sich der frisch gebackene U21-Europameister als Vieltelefonierer.

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Seit Mittwoch ist der 20-Jährige wieder in Dortmund, einen Urlaub gönnt er sich nicht. Am Freitag steigt Hummels ins Mannschaftstraining ein, abends soll er dann sogar schon wieder auf dem Platz stehen. „Ich genieße den Titel, solange er noch wichtig ist. Denn ab Freitag zählt nur der BVB. Da interessiert es den Gegner nicht, was in Schweden passiert ist“, richtet der Ex-Münchener den Blick bereits wieder nach vorne.

Nach einer halbjährigen Pause aufgrund zahlreicher Sprunggelenksverletzungen, hatte Hummels vor seinem umjubelten Finaleinsatz gegen England gerade einmal vier Minuten auf dem Feld gestanden - im Halbfinale gegen Italien, als es für die Mannschaft von U21-Nationalcoach nur noch darum ging, die Führung über die Zeit zu retten. Umso erstaunlicher war es, mit welcher Souveränität und welchem Timing der etatmäßige Innenverteidiger auf der ungewohnten „Sechser“-Position gegen die spielstarken Engländer agierte.
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Eine rechte Erklärung dafür kann selbst Hummels nicht liefern, stattdessen ist er darum bemüht, die Euphorie, die derzeit um ihn herrscht, zu bremsen: „Man sollte dieses eine gute Spiel nicht überbewerten. Das heißt noch lange nicht, dass wieder alles so ist wie vor den Verletzungen. Ich war einfach so heiß auf dieses Spiel, dass der ganze Rest egal war.“

Noch seien die 100 Prozent nicht ganz erreicht, es fehle an Frische, berichtet Hummels, der jedoch versichert: „Ich denke, sie kommt schnell wieder. Vielleicht schon am Freitag.“

Gemeinsam mit Neven Subotic und Felipe Santana wird sich der zwölfmalige U21-Nationalspieler dann ein Ausscheidungsrennen um die zwei Plätze in der Defensivzentrale liefern. Vor der verletzungsbedingten Pause hatte er seinen Platz neben Subotic sicher. Und auch jetzt sieht sich Hummels nicht allzu weit im Hintertreffen: „Ich glaube, dass meine Leistungen absolut in Ordnung waren und wir alle die gleichen Chancen haben. Ich habe keinen Riesenrückstand und freue mich auf den Konkurrenzkampf.“

Für Jürgen Klopp bedeutet Hummels‘ Rückkehr indes, künftig ein Luxusproblem mehr zu besitzen. 17 andere Bundesliga-Trainer dürften ihn darum beneiden.

Autor: Matthias Dersch

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