Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter wegen Steuerhinterziehung gegen den VfL Bochum. Mehrere Personen sollen dem Finanzamt Sonderzahlungen und Sachzuwendungen verschwiegen haben.

Ermittlungen gegen Bundesligist Bochum ausgeweitet

24. März 2005, 17:31 Uhr

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter wegen Steuerhinterziehung gegen den VfL Bochum. Mehrere Personen sollen dem Finanzamt Sonderzahlungen und Sachzuwendungen verschwiegen haben.

Die Staatsanwaltschaft weitet ihre Ermittlungen gegen den Bundesligisten VfL Bochum wegen Steuerhinterziehung aus. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Mehrere Personen werden verdächtigt, Sonderzahlungen und Sachzuwendungen erhalten zu haben, ohne darüber Angaben beim Finanzamt gemacht zu haben. Ein Spieler soll bereits geständig sein.

Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft Bochum derzeit wegen Steuerhinterziehung und Beihilfe gegen neun Personen, darunter den ehemaligen VfL-Manager Klaus Hilpert, Klubvorstand Ansgar Schwenken, Aufsichtsratschef Werner Altegoer sowie Ex-VfL-Profis und deren Berater.

Steuerhinterziehung im Einvernehmen mit Vereinsführung

Nach Ansicht der Fahnder sollen Fußballer und Spielervermittler seit 1998 "Sonderzahlungen und Sachzuwendungen", darunter Autos und Möbel, erhalten und diese im Einvernehmen mit der Vereinsführung gegenüber dem Finanzamt "bewusst nicht erklärt haben". Die Zahlungen sollen mittels Scheinrechnungen ausländischer Firmen abgewickelt worden sein. Verdächtig, so die Fahnder, seien auch Überweisungen auf ein Konto bei einer Bank in Graz, denen man jetzt nachgehen wolle.

Beim VfL sieht man den Ermittlungen gelassen entgegen. "Die Staatsanwaltschaft muss erst einmal klären, ob die Spieler die Steuern überhaupt hinterzogen haben. Und dann stellt sich immer noch die Frage, ob Verantwortliche des Vereins überhaupt etwas davon gewusst haben können", sagte VfL-Anwalt Günter Bernhörster.

Der VfL teilte am Donnerstag mit, dass dem Verein "keine neuen Erkenntnisse zum betreffenden Verfahren vorliegen". Inhaltlich wolle sich der Klub zu dem laufenden Verfahren nicht äußern, hieß es in der Presseerklärung: "Wie bereits bisher wird der Verein alles Notwendige unternehmen, die laufenden Ermittlungen zu unterstützen."

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