Der FC Schalke hat im Titelrennen die Nerven verloren und mit einer 1:2-Niederlage beim FSV Mainz die Tabellenführung verspielt. Punktgleich mit Spitzenreiter Bayern München rangieren die Schalker wieder auf Rang zwei.

Schalke verliert Nerven und Punkte in Mainz

20. März 2005, 19:26 Uhr

Der FC Schalke hat im Titelrennen die Nerven verloren und mit einer 1:2-Niederlage beim FSV Mainz die Tabellenführung verspielt. Punktgleich mit Spitzenreiter Bayern München rangieren die Schalker wieder auf Rang zwei.

Titelfavorit Schalke 04 hat die Tabellenführung in der Bundesliga verspielt und damit im Kampf um die erste deutsche Meisterschaft seit 47 Jahren einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick unterlag völlig überraschend beim Aufsteiger FSV Mainz 05 mit 1:2 (0:1) und rangiert nach 26 Spieltagen aufgrund der schlechteren Tordifferenz mit 53 Zählern punktgleich wieder hinter Spitzenreiter Bayern München. Dagegen feierten die Mainzer einen "Bigpoint" im Rennen um den Klassenerhalt und haben nunmehr acht Zähler Vorsprung auf den Tabellen-15. VfL Bochum.

Fabian Gerber, der bereits nach 19 Sekunden das zweitschnellste Bundesliga-Tor der Saison erzielte, und Michael Thurk in der 79. Minute trafen für die Mainzer. Für die Königsblauen markierte der Brasilianer Lincoln eine Woche nach seinem 1:0-Siegtreffer gegen die Bayern mit seinem achten Saisontreffer per Foulelfmeter den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (70.).

Vor 20.300 Zuschauern im erneut ausverkauften Bruchwegstadion zeigten die wiedererstarkten Mainzer in der Woche ihres 100-jährigen Bestehens ihre mit Abstand beste Saisonleistung. Angepeitscht von ihren enthusiastischen Fans, die vor Spielbeginn mit einer sehenswerten Choreografie das Vereinsjubiläum zelebrierten, stürmte das Team von Trainer Jürgen Klopp mit offenem Visier auf das Tor des deutschen Meisters von 1958. Im Angriff stellte vor allem der neu in die Mannschaft gerückte Benjamin Auer gemeinsam mit Winter-Neuzugang Thurk die Gäste-Abwehr vor zahlreichen Probleme. Zudem entschärfte der spätere Torschütze Lincoln für seinen bereits geschlagenen Keeper Frank Rost einen Kopfball von Antonio da Silva knapp vor der Torlinie (31.).

Dagegen fanden die über weite Strecken überheblichen "Knappen", die bislang alle ihre Sonntagsspiele hatten gewinnen können, eine Woche nach dem Erfolg gegen die Bayern vor allem im ersten Abschnitt überhaupt nicht ins Spiel. Der mit zwölf Treffern erfolgreichste Schalke-Stürmer Ailton hing zumeist in der Luft, auch seinem Landsmann Lincoln fehlten im Mittelfeld die zündenden Ideen. Der verletzungsbedingte Ausfall von Nationalspieler Gerald Asamoah (Muskelfaserriss) machte sich deutlich bemerkbar.

Auch nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Mainzer aggressiver im Zweikampfverhalten und ließen sich von den phlegmatischen Schalkern nicht den Schneid abkaufen. Insbesondere Ailton, der nach Spielende zu seinem schwer kranken Vater Pedro nach Brasilien reisen durfte, machte gegen FSV-Verteidiger Manuel Friedrich kaum einen Stich.

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