DFL liebäugelt mit TV-Revolution in der Bundesliga

jt
10. März 2005, 12:12 Uhr

Bundesliga in naher Zukunft um 12 Uhr mittags oder auch vier Sonntagspiele: Die DFL will die Vermarktung von Liga eins optimieren. Den Fans dürfte dies aber gar nicht schmecken.

Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH will mehr Geld aus ihrem Vorzeige-Produkt herausholen und daher Pay-TV-Sendern revolutionäre Zugeständnisse machen, um die Fernseheinnahmen zu erhöhen. Laut dem Fachmagazin kicker hat der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Wilfried Straub, der demnächst von Christian Seifert abgelöst wird, Andeutungen gemacht, dass in Zukunft die Spieltage weiter zerstückelt werden.

Die Überlegungen kreisen um die Frage, aus Aktualitätsgründen die Zahl der Sonntagspiele zu erhöhen oder - so sid-Informationen - sie zeitlich zu entzerren, was heißt, ein Spiel beispielsweise schon mittags stattfinden zu lassen.

Frankreich im Blick

Vorbild dafür scheint Frankreich zu sein, wo die Profiliga demnächst 600 Millionen Euro - das Doppelte von Deutschland - erlöst. Dort gibt es zwei Pay-Sender, die sich ein Freitagspiel, ein vorgezogenes Samstagspiel (17.15 Uhr statt 20.30) sowie zwei versetzte Sonntagspiele (18.00 Uhr statt 21.00 Uhr) teilen. Die Zusammenfassung im Free-TV erfolgt erst mit zwölfstündiger Verspätung. Auch in der englischen Premier League werden einige Partien zur Mittagszeit angepfiffen.

Die Verhandlungen über die TV-Rechte an der Bundesliga 2006 - 2009 beginnen in Kürze. Die DFL wollte zunächst den Börsengang von Premiere abwarten. Noch rechnen die Experten fieberhaft, wie viel die Free-TV-Rechte bei einer Zerstückelung der Spieltage an Wert verlieren würden und wie groß der Protest der Fans sein könnte. Die hatten sich vor einigen Jahren mit ihrer Aktion "Pro 15:30 Uhr" schon einmal durchgesetzt.

Autor: jt

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