Die Finanzkrise von Bundesligist Borussia Dortmund hat sich bis zum FIFA-Chef Joseph Blatter herumgesprochen. Der 69-Jährige übt in einem

FIFA-Chef Blatter kritisiert BVB

28. Februar 2005, 11:50 Uhr

Die Finanzkrise von Bundesligist Borussia Dortmund hat sich bis zum FIFA-Chef Joseph Blatter herumgesprochen. Der 69-Jährige übt in einem "kicker"-Interview Kritik am BVB und nimmt die DFL in die Verantwortung.

Die momentanen Finanzprobleme von Bundesligist Borussia Dortmund sowie der Wett- und Manipulationsskandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer gehen auch an FIFA-Präsident Joseph Blatter nicht spurlos vorüber. Vor allem die Dortmunder und die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) müssen heftige Kritik einstecken.

"Ich kann mir auf Dortmund keinen Reim machen. Ein Klub, der in jedem der Heimspiele rund 80.000 Zuschauer hat - und der kann nicht überleben? Da fehlen mir die Worte", sagte Blatter im Interview mit dem Fachblatt "Kicker" und nahm zugleich die DFL in die Verantwortung: "Es ist ja die Aufgabe der Liga oder des Verbandes, den Profifußball zu kontrollieren und zu schauen, wie gewirtschaftet wird."

Generell sieht der Chef des Weltverbandes FIFA bei der Überschuldung von Klubs das Problem, dass man sich auf Grund von eventuellen Teilnahmen an Wettbewerben ein Budget ausrechne. "Die bestehende Basis muss Grundlage aller Entscheidungen sein, nicht die Hoffnung auf die Zukunft. Die müssen zur Vernuft kommen!", forderte Blatter.

Blatter sieht keinen Schaden im internationalen Ansehen

Keine negativen Auswirkungen befürchtet Blatter durch den Wett- und Manipulationsskandal im deutschen Fußball auf die WM 2006. "Im internationalen Ansehen der Deutschen sehe ich keinen Schaden", meinte der 69-Jährige, der dem WM-Organisationskomitee vielmehr ein Kompliment aussprach: "Wenn da etwas angepackt wird, dann richtig. Das ist mehr als erstklassig."

Vorwürfe, dass deutsche Fans bei den Eintrittskarten zu kurz kommen würden, wies Blatter zurück. "Tatsache ist, dass zwei Millionen Bestellungen eingegangen sind, davon über 80 Prozent aus Deutschland. Von der Wahrscheinlichkeit her geht in der ersten Verkaufsphase ein Großteil der Tickets an deutsche Fans. Und nach der ersten Runde kommen noch einmal Tickets auf den Markt", sagte der FIFA-Boss.

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