Krisenklub Borussia Dortmund tritt am 22. Bundesliga-Spieltag beim deutschen Rekordmeister Bayern München an und kann sich über moralische Unterstützung freuen. Dennoch wollen die Münchener an der Tabellenspitze bleiben.

Angeschlagene Dortmunder zum Duell nach München

tw
19. Februar 2005, 08:03 Uhr

Krisenklub Borussia Dortmund tritt am 22. Bundesliga-Spieltag beim deutschen Rekordmeister Bayern München an und kann sich über moralische Unterstützung freuen. Dennoch wollen die Münchener an der Tabellenspitze bleiben.

Am 22. Bundesliga-Spieltag rückt der sportliche Auftritt von Borussia Dortmund bei Bayern München (heute, 15.30 Uhr/live bei Premiere) im Hinblick auf die schwere Finanzkrise in den Hintergrund. Der Gegner aus München will den Borussen sportlich zumindest nichts schenken.

Rummenigge verspricht "moralische Unterstützung

Angesichts der "existenzbedrohenden Finanzsituation" des einstigen Kontrahenten bietet Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge dem Revierklub gar "moralische Unterstützung" an. Diese soll es aber erst nach einem Sieg geben, schließlich stehen die Münchner laut Trainer Felix Magath nach der Niederlage in Bielefeld im Titelrennen "total unter Druck".

Mit einem Sieg gegen Dortmund will der Rekordmeister zumindest vorübergehend den Vorsprung auf Verfolger Schalke 04 ausbauen, der erst am Sonntag bei Borussia Mönchengladbach antreten muss. Zudem fordert Magath von seinen Spielern, sich bei der "Generalprobe" für das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag gegen Arsenal London mit einem starken Auftritt für die Stammformation "zu empfehlen".

Dortmund will seine in der Rückrunde noch weiße Weste dagegen mit der zuletzt gegen den VfL Bochum erfolgreichen Elf verteidigen und wenigstens sportlich weiter für positive Schlagzeilen sorgen. "Wir haben den UEFA-Cup noch nicht abgeschrieben", meint etwa Verteidiger Christian Wörns angesichts von sieben Zählern Rückstand auf Platz fünf.

HSV und Lautern kämpfen um den Europapokal

Ein direktes Duell im Kampf um die Europacup-Plätze ist die Partie Hamburger SV gegen 1. FC Kaiserslautern, auch wenn FCK-Coach Kurt Jara die Euphorie beim besten Rückrundenteam vor der zweiten Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte bremst: "Wir haben mit den unteren Tabellenplätzen sicher nichts mehr zu tun. Es gibt aber keinen Grund, nach oben zu schielen."

Jaras Gegenüber Thomas Doll, der seit seinem Amtsantritt mit dem HSV mehr Punkte geholt hat als die Bayern, will dagegen "mittelfristig in die Sphären von Werder Bremen, Hertha BSC Berlin, VfB Stuttgart oder Bayer Leverkusen" vordringen. "Hamburg lechzt nach dem internationalen Geschäft", meint der Ex-Nationalspieler.

Bochum gegen Freiburg zum Siegen verdammt

Bochum durfte zwar zu Saisonbeginn auf der europäischen Bühne vorspielen, findet sich vor dem "Kellerduell" mit dem Tabellennachbarn SC Freiburg aber auf Rang 16 wieder und fühlt sich von den Schiedsrichtern verfolgt. "Wenn der Schiri gegen Freiburg drei Tore nicht gibt, werden wir ein viertes machen", fordert Trainer Peter Neururer von seiner Elf eine Trotzreaktion auf den Frust von Dortmund.

SC-Coach Volker Finke baut dagegen auf die Eigenschaften "Konzentration, Engagement und Emotion", mit denen ihn seine Truppe in der Vorbereitung auf das "Sechs-Punkte-Spiel" überzeugt habe. Finke muss auf die Neuzugänge Andreas Ibertsberger (Fieber) und Samuel Koejoe (Muskelfaserriss) verzichten. Dafür kehrt Otar Chisaneischwili wieder ins Abwehrzentrum zurück.

Zwei Plätze vor Freiburg ist der FSV Mainz 05 nach zuletzt sieben Niederlagen in Serie "voll im Abstiegskampf angekommen", wie Torhüter Dimo Wache weiß. Vor dem "Schicksalsspiel" gegen Arminia Bielefeld fordert der Keeper deshalb vollen Einsatz: "Jetzt muss Blut am Schuh kleben. Stutzen runter, Gras fressen."

Gerets: "Wir haben jetzt fünf Endspiele"

Ähnlich dramatisch sieht Trainer Erik Gerets beim VfL Wolfsburg die Situation seines Teams mit Schlusslicht Hansa Rostock. "Wir haben jetzt fünf Endspiele", sagt der Belgier nach zuletzt sieben Pleiten in acht Partien: "Gegen Rostock müssen deshalb drei Punkte her, um einen Aufwärtstrend zu starten." Spielmacher Andres D´Alessandro, auf Schalke noch 70 Minuten geschont, wird von Beginn an auflaufen können, und auch Martin Petrow sowie Kevin Hofland und Stefan Schnoor stehen wieder zur Verfügung.

Mit großen Personalsorgen reist indes Meister Bremen zum Derby bei Hannover 96. Die halbe Mannschaft ist von einer Grippe geschwächt, der kranke Miroslav Klose und Ivan Klasnic (Muskelfaserriss) sind die prominentesten Ausfälle. In Abwesenheit der beiden Top-Stürmer sollen die Youngster Nelson Valdez und Aaron Hunt helfen, die Serie von drei Siegen fortzusetzen, die Scouts von Champions-League-Gegner Olympique Lyon zu beeindrucken und Bremen bei derzeit vier Punkten Rückstand auf die Bayern im Titelrennen zu halten.

Autor: tw

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