Der Hombrucher SV hat die erste Hürde zur Westfalenliga durch einen 5:2-Sieg im Relegationsspiel gegen den VfK Weddinghofen erfolgreich gemeistert. Somit fehlen dem HSV noch zwei Siege in der Relegation, um den Aufstieg im Jahr des 100. Vereinsjubiläum zu schaffen. Dann würde es an der Deutsch-Luxemburger Straße eine gigantische Jubiläumsfeier geben. [b]Ein Ortstermin[/b]

Relegation: 5:2! Hombruch fehlen noch zwei Siege zum Westfalenliga-Aufstieg

"Der Aufstiegsmodus ist ein Skandal"

Krystian Wozniak
11. Juni 2009, 19:57 Uhr

Der Hombrucher SV hat die erste Hürde zur Westfalenliga durch einen 5:2-Sieg im Relegationsspiel gegen den VfK Weddinghofen erfolgreich gemeistert. Somit fehlen dem HSV noch zwei Siege in der Relegation, um den Aufstieg im Jahr des 100. Vereinsjubiläum zu schaffen. Dann würde es an der Deutsch-Luxemburger Straße eine gigantische Jubiläumsfeier geben. [b]Ein Ortstermin[/b]

Im Waldstadion vom VfB Waltrop trafen vor knapp 1000 Zuschauern zwei starke Landesligateams aufeinander, die den letzten Halbfinalplatz in der Relegation zur Westfalenliga ausspielten.

In der Relegationsrunde ermitteln fünf Vize-Meister der Westfälischen Landesligen einen Aufsteiger in die sechste Spielklasse. Dabei haben drei Mannschaften (SV Mesum, Preußen Espelkamp und FSV Werdohl) ein Freilos gezogen und stehen bereits im Halbfinale, der Hombrucher SV ist nach dem Sieg der vierte Semifinalist. Somit muss der HSV, im Gegensatz zu den drei Teams mit Freilos, drei Spiele gewinnen um aufzusteigen. "Der Modus ist ein Skandal. Der Verband hat die Auslosung unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt. Und uns sowie auch die Weddinghofener vor vollendete Tatsachen gestellt. Das ist eine Farce", ärgert sich Ulrich Behle Pressesprecher des HSV.

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Mannschaften von "Extraschicht" unbeeindruckt

Doch die Teams von Hombruch und Weddinghofen störte es nicht, dass sie eine "Extraschicht" für den Aufstieg absolvieren müssen. Von Beginn an hatte die Partie ein hohes Tempo. So hatte Mohammed El Moudni in der Anfangsphase (4.) eine tolle Möglichkeit für den HSV, doch der quirlige Stürmer vergab aus acht Metern. Sofort im Gegenzug fiel das 1:0 für die Truppe von VfK-Trainer Volker Rieske. Der zukünftige TuS Eving-Akteur Daniel Rios verwandelte einen Freistoß aus 17 Metern. "Nach dem Treffer von Rios haben wir sofort die Chance zum Ausgleich gehabt. Leider kam Alex Enke nicht richtig hinter den Ball. Kurz danach hätte Rios fast das 0:2 erzielt, dann wäre es schwer für mein Team gewesen nochmal zurück zu kommen", analysierte Samir Habibovic, Trainer der Hombrucher, die Anfangsphase.

Zwischen der 20. Spielminute und dem Halbzeitpfiff dominierte der Hombrucher SV das Spielgeschehen. Die Habibovic-Elf spielte schnellen, agilen Kombinationsfußball und hatte Hochkaräter im Minutentakt. Den verdienten Ausgleich (20.) erzielte Danny Baron nach einer Ecke. In der 24. Minute erzielte Alex Enke einen umstrittenen Foulelfmeter zur 2:1-HSV-Führung. Die anschließenden Angriffe des HSV blieben ungenutzt. Der "Verein für Körperpflege" aus Weddinghofen ließ den letzten Biss vermissen und blieb ohne Großchancen. Kurz vor der Halbzeit schloss Dennis Szugfil (42.), einen schnellen Konter über Eduardo Ribeiro und Tim Schwarz, ab. "Der Schiedsrichter hat uns in der ersten Halbzeit verpfiffen. Der Elfmeter gegen uns war lächerlich und einige andere Entscheidungen waren für mich nicht nachvollziehbar, das Spiel wurde in der 1. Hälfte durch den Mann in Gelb entschieden", ärgerte sich VfK-Coach Volker Rieske über die Leistung des Unparteiischen.

Der HSV machte im zweiten Durchgang Dampf

Die Führung beflügelte die Hombrucher. Sie spielten auch in der zweiten Hälfte dominant, schnell und sicher. Man hat den Willen der Rot-Weißen bis auf die Tribüne gespürt. Auch nach dem 4:1 (65.) durch Dennis Szugfil, trieb der Bosnier Habibovic sein Team weiter nach vorne. Selten sieht man einen Trainer, der nach einem Drei-Tore-Vorsprung seine Mannschaft weiter nach vorne peitscht.

Der 2:4-Anschlusstreffer durch Andreas Berning (86.) war nur noch Ergebniskosmetik. "Ich bin nicht enttäuscht. Meine Mannschaft hat eine überragende Saison gespielt. Wenn man bedenkt, dass wir vor drei Jahren noch in der Kreisliga A gespielt haben, dann ist diese Leistung gar nicht hoch genug anzusiedeln. Was wir in den drei Jahren geleistet haben kann sich wirklich sehen lassen. Ich bin stolz auf meine Jungs", zeigte sich Rieske hochzufrieden mit der Saisonleistung.

Jetzt geht es in Wickede/Ruhr gegen Werdohl

Nach dem 5:2-Treffer in der Nachspielzeit durch den läuferisch überragenden Tim Schwarz, fiel der ganze Druck von Trainer Habibovic ab und er strahlte über beide Ohren. "Uns wurden sechs Punkte abgezogen, wir hatten Querelen im Vorstand, unser Sponsor ist abgesprungen, wir standen kurz vor dem Rückzug aus der Landesliga dazu hatten wir noch einige Verletzungssorgen. Und wenn man jetzt sieht, was die Truppe geleistet hat, dann kann man nur den Hut vor diesen Spielern ziehen. Wir haben eine unglaublich homogene Mannschaft."

Am kommenden Sonntag trifft der Hombrucher SV in Wickede/Ruhr auf den FSV Werdohl. "Ich habe keine Informationen über diesen Gegner, da werde ich noch ein bisschen recherchieren müssen. Ich bin mir sicher, dass meine Mannschaft sich selbst für die geile Saison belohnen wird und noch zwei Siege einfährt", ist Habibovic vom Westfalenliga-Aufstieg im Jubiläumsjahr überzeugt.

Autor: Krystian Wozniak

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