Streitfall Hamit Altintop

09. Dezember 2004, 11:34 Uhr

Oberligist Wattenscheid 09 hat dem FC Schalke 04 juristische Schritte angedroht. Der Oberligist fordert vom Reviernachbarn 406.000 Euro als Nachzahlung zur Ablösesumme für den Spieler Altintop.

Bundesligist Schalke 04 droht eine Klage des Oberligisten Wattenscheid 09. Es geht um finanzielle Forderungen bezüglich der Ablösesumme für den türkischen Nationalspieler Hamit Altintop. Schalke wird vorgeworfen, mit den vereinbarten Zahlungen in Verzug geraten zu sein. 09-Präsident Rüdiger Knaup drohte dem Nachbarn mit juristischen Schritten.

Wattenscheid setzt Ultimatum

"Ist bis Freitag, 12. Dezember, nicht die letzte Rate überwiesen, wird der Verein Wattenscheid 09 Klage erheben", sagte Knaup den Ruhr Nachrichten. Es geht um einen Nachschlag von 406.000 Euro, der nach 15 Pflichtspielen Altintops in der laufenden Saison fällig wurde. Schalkes stellvertretender Vorsitzender Josef Schnusenberg vereinbarte mit Wattenscheid eine Zahlung in zwei Raten. Die erste in Höhe von 231.000 Euro hätte am vergangenen Freitag eintreffen müssen, der Scheck sei, so Knaup, erst am Montag in der Post gewesen. "Damit ist Schalke eindeutig in Verzug", sagte der 09-Präsident.

Kritik am Verhalten der Wattenscheider

Schnusenberg räumte die verspätete Zahlung ein, ärgerte sich allerdings über die öffentlichen Klagen des Nachbarn. "Das ist eine Riesensauerei, was da alles nach außen getragen wird", sagte der Schalker "Finanzminister": "Differenzen über Zahlungsmodalitäten lassen sich unter Kollegen sicherlich anders ausräumen." Laut Schnusenberg sei die zweite Rate erst am 15. Januar 2005 fällig, "doch wenn die Wattenscheider so in Not sind, werden wir den kompletten Betrag sofort überweisen." Mit einem Liquiditätsengpass bei den "Königsblauen" habe die vereinbarte Ratenzahlung nichts zu tun: "Das entbehrt jeder Grundlage."Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler Altintop war im Sommer 2003 für die Ablösesumme von 1,8 Millionen Euro von Wattenscheid nach Schalke gewechselt. Der Bundesligist hatte nach dessen erstem A-Länderspiel für die türkische Nationalmannschaft am 18. Februar (0:1 gegen Dänemark) bereits weitere 290.000 Euro an Wattenscheid zahlen müssen.

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