Der Wittener Torwart-Streit hat das Zeug zu einer unendlichen Geschichte. Im Gerangel zwischen dem Verbandsligisten TuRa Rüdinghausen und dem eine Klasse tiefer spielenden TuS Heven ist ein weiteres Kapitel geöffnet. Das letzte? So scheint es, denn am Wochenende verkündete Hevens Trainer Oliver Gottwald, dass der von TuRa umworbene Holger Lichottka nun doch weiter am Haldenweg spielen wird. [i]Die Story[/i]

Landesliga 3: Erneute Wende im Wittener "Torwart-Streit"

Holger Lichottka bleibt beim TuS Heven

Felix Guth
04. Dezember 2006, 12:44 Uhr

Der Wittener Torwart-Streit hat das Zeug zu einer unendlichen Geschichte. Im Gerangel zwischen dem Verbandsligisten TuRa Rüdinghausen und dem eine Klasse tiefer spielenden TuS Heven ist ein weiteres Kapitel geöffnet. Das letzte? So scheint es, denn am Wochenende verkündete Hevens Trainer Oliver Gottwald, dass der von TuRa umworbene Holger Lichottka nun doch weiter am Haldenweg spielen wird. [i]Die Story[/i]

Dies sei das Ergebnis eines Gespräches am Freitagabend gewesen, teilte Gottwald mit. Die Kehrtwende kommt auf den ersten Blick überraschend. Denn vor zwei Wochen hatte Gottwald den langgedienten Keeper noch aus dem Kader gestrichen, als dieser seine Wechselabsichten bestärkt hatte.

Lichottka schien zum großen Verlierer der ganzen Angelenheit werden. Uli Sieweke, Trainer des Verbandsligisten hatte im Oktober großes Interesse an dem Torwart bekundet. Doch angesichts der Hevener Ablöseforderung von 2500 Euro winkten plötzlich auch die Rüdinghauser ab. „Das können wir nicht bezahlen“, sagte der sportliche Leiter Manfred Wurst.

Statt der verlockenden Aussicht auf ein paar Jahre Verbandsliga-Fußball zum Karriere-Ausklang drohte dem Torwart plötzlich eine sechsmonatige Vertragssperre. Diese Situation dürfte wohl die Gesprächsbereitschaft noch einmal befördert haben. Am Freitagabend setzten sich die Verantwortlichen zusammen, nachdem Lichottka dem Vernehmen nach auch ein Probetraining bei der SpVgg. Erkenschwick absolvierte. Das vorläufige Ergebnis: „Haui“, wie das TuS-Urgestein in Heven genannt wird, bleibt.

Für den aktuellen Tabellenvierten der Landesliga war es aber wohl auch eine Frage der Alternativen. Zwar steht mit Benjamin Lehnart ein talentierte Keeper in der zweiten Reihe, dem Gottwald ausdrücklich sein Vertrauen aussprach. Dennoch suchte man intensiv nach einer neuen Nummer eins. Die glaubte Oliver Gottwald in Rüdinghausens Torwart Markus Mozin gefunden zu haben.

Die Gespräche waren fruchtbar, Mozin gab seine Zusage für einen Wechsel im Winter. Doch in der vergangenen Woche entschied er sich kurzfristig anders und zog es vor, bei TuRa zu bleiben. Während Gottwald noch über „eine Frage des Charakters schimpfte“ schimpfte, knüpfte er schon neue Kontakte.

Diesmal fiel die Wahl auf Mirco Sell, beim Hevener Liga-Konkurrenten SV Herbede nur die Nummer zwei. Sell hätte die neue Herausforderung gerne angenommen, wie aus Herbeder Kreisen berichtet wurde. Nach dem neuesten Stand der Dinge wird er sich aber weiter dem Konkurrenzkampf an der Kemnade stellen müssen.

Großes Theater also, was die klassenhöchsten Klubs der Ruhrstadt in den letzten Wochen ablieferten. Das ohnehin nicht unkomplizierte Verhältnis zwischen Rüdinghausen und Heven erhielt weitere Dellen. Einst führten TuS-Coach Oliver Gottwald und Turas Uli Sieweke die Rüdinghauser Seite an Seite zum Erfolg. Doch als sich ihre Wege trennten, bröckelte auch diese Männer-Freundschaft gewaltig. Sieweke warb offensiv Spieler aus Heven ab und Gottwald musste sich als „Kleiner“ oftmals zähneknirschend fügen.

Wer nun aus dem Torwartstreit als Gewinner hervorgeht, lässt sich kaum feststellen. Denn alle Beteiligten müssen mit einem Imageschaden leben. TuRa zeigte sich als „neureicher“ Lockstoff-Bote, dessen Liebe allzu schnell abkühlt. Denn als es dann doch nicht so einfach lief wie erwartet, nahm man kurzerhand Abstand von einem Transfer.

Lichottka selbst, der seinen über Jahre erarbeiteten Ruf in Heven leichtfertig gefährdete und dem nun ein unbequemes halbes Jahr bevor steht. Und schließlich auch Oliver Gottwald, der sich zwar letztlich einsichtig zeigte, aber mit der „Begnadigung“ des Torhüter auch zusätzlichen Druck aufbaut, den das angeschlagene Team im Rennen um den Titel nicht gebrauchen kann.

Autor: Felix Guth

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