Landesliga 3: SV Herbede bleibt nach Sieg gegen Werne Spitze

Ein Gespenst öffnet das erste Advents-Türchen

Felix Guth
04. Dezember 2006, 12:08 Uhr

Der SV Herbede scheint fest entschlossen, seine Tabellenführung in der Landesliga 3 nicht mehr so schnell hergeben zu wollen. Gegen den WSV Bochum siegten die Wittener mit 4:0 (1:0) und blieben zum zehnten Mal nacheinander unbesiegt. Der Aufsteiger aus Bochum-Werne machte dem Liga-Primus das Leben schwer – scheiterte aber letztlich an der eigenen Nervenschwäche. [i]Ein Ortstermin.[/i]

Am Ende konnte Wernes Coach Thorsten Legat das Spiel nur kopfschüttelnd kommentieren. „Wir waren dran, hätten mehr verdient gehabt“, meinte er. Herbedes Coach Helge Martin pflichtete ihm bei. „Bis zur 60. Minute war das ein echtes Zitterspiel. Es war längst nicht so deutlich wie es das Ergebnis aussagt.“

Martin war die Erleichterung über den letztlich souveränen Heimsieg deutlich anzumerken. Denn noch vor dem Spiel erlebte man den blonden SVH-Coach äußerst angespannt. „Wenn nur dieser Wind aufhören würde“, meinte er beim Gang auf den Kunstrasenplatz in Herbede mit einem kritischen Blick an den Himmel.

In der Tat machte der schwere Herbststurm am ersten Advent die Partie im ersten Durchgang phasenweise zu einem Glücksspiel. Die Platzherren erwischten dabei den besseren Start. Bereits nach acht Minuten schlug „das Gespenst“ zu. Denn Michael Jasmund, Mittelstürmer des SVH, ist jener klassische Mittelstürmer-Typ, den sich jede Mannschaft wünscht. Nach acht Minuten drückte er eine Freistoßflanke von Dirk Reinert per Kopf über die Linie und hatte damit sein Tagewerk bereits erledigt. Nach einer Stunde machte er Platz für Dino Viotto. Und trug damit indirekt doch noch weiter zum Erfolg bei. Denn eben jener Viotto sollte später die Partie entscheiden.

Doch davor stand noch ein beherzter Sturmlauf der Bochumer Gäste. Die junge WSV-Mannschaft rannte gegen nun plötzlich etwas lethargisch wirkende Herbeder an. Dominik Teske (10.) und Björn Brinkmann (18., 26.) vergaben die besten Einschussmöglichkeiten. Und auch nach der Pause blieb die Legat-Elf das aktivere Team. „Da hatten wir viel Glück, das die Partie nicht gekippt ist“, meinte Helge Martin.

Viel Glück – und die Mithilfe der Bochumer. Denn diese schwächten sich selbst, als Sven Scheffler wegen Meckerns „Gelb-Rot“ sah (61.). Der Druck ebbte nun ab, Herbede konnte sich befreien. Ein Geniestreich von Dirk Reinert bereitete den Weg zum 2:0. Wodurch wiederum Viotto ins Spiel kam. Denn der lange Blondschopf im Herbeder Angriff profitierte von Reinerts feinem Diagonalpass. WSV-Keeper Björn Läßig wehrte den ersten Versuch noch ab, im Nachschuss besorgte Viotto jedoch den vorentscheidenden Treffer.

Mit einer simplen Kopfball-Verlängerung wurde Viotto zum Wegbereiter des dritten Treffers. Denn plötzlich lief Lars Heese allein auf Läßig zu, narrte den Torwart mit einem kleinen Hüftwackler und schoss zum 3:0 ein (79.). Nun regte sich sogar unter dem sonst eher stillen Herbeder Publikum so etwas wie Titel-Euphorie. Erst recht, als Abwehrspieler Daniel Hain drei Minuten vor dem Ende zum 4:0 traf.

Die Euphorie ist angebracht. Denn anders als die unbeständigen, aber umso wortreicheren Verfolger erlaubt sich Herbede einfach keine Patzer. Deshalb gehen Helge Martin und seine Elf mit berechtigtem Selbstvertrauen in den beiden ausstehenden Spiele gegen den VfB Günnigfeld und den TuS Eving. „Es ist eine Chance, den Vorsprung weiter auszubauen“, sagt der Trainer.

Autor: Felix Guth

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