Die Reihen haben sich merklich gelichtet.

VfL: Marcel Koller hofft auf eine "Explosion" im Angriff

"Grote lasse ich nicht gehen"

26. März 2009, 11:07 Uhr

Die Reihen haben sich merklich gelichtet.

So fehlten zum Beispiel beim Vormittagstraining am gestrigen Mittwoch neben fünf Nationalspielern auch noch neun verletzte bzw. angeschlagene Akteure. Da auch das Wetter nicht mitspielte, verlegte VfL-Trainer Marcel Koller die zweite Übungseinheit kurzerhand in den Kraftraum des Kabinentraktes. Zuvor aber nahm sicher der Schweizer die Zeit, über die aktuelle Situation nach dem Sieg über Mönchengladbach zu reden und einen Ausblick zu riskieren.

Marcel Koller, was sagen die Hochrechnungen, wie viele Punkte braucht man in diesem Jahr für den Klassenerhalt?

Mit solchen Dingen beschäftige ich mich überhaupt nicht. Wir machen unseren Job von Spiel zu Spiel. Und das bedeutet, wir kümmern uns jetzt ausschließlich um das nächste schwere Match gegen den VfB Stuttgart.

Zur Zeit allerdings fällt Ihnen die Arbeit doch sicherlich schwer. Schließlich fehlen nicht weniger als 14 Akteure.

Das ist vor einer Bundesligapause nicht ungewöhnlich. Denn da ist dann sicherlich auch mal die Möglichkeit, die eine oder andere leichtere Verletzung gänzlich auszukurieren. Wichtig ist dann, dass in der kommenden Woche der Trainingsplatz wieder gut gefüllt ist.

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14 Rückrundenpunkte, schon drei mehr als in der gesamten Hinrunde. Wie geht das?

Wir haben in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet, hatten zu diesem Zeitpunkt wenige Verletzte und einen echten Konkurrenzkampf um die Plätze. Dazu kamen die positiven Ergebnisse, mit der Ausnahme der Partie gegen den FSV Frankfurt.

Welche Bedeutung hatte da der Testspielsieg gegen Hoffenheim?

Normalerweise soll man solche Erfolge einfach abhaken. Aber wir waren in einer besonderen Situation. Denn wir hatten seit Monaten nicht mehr gewonnen. Dann spielen wir gegen die Sensationsmannschaft der Hinrunde - der Gegner in Bestbesetzung - plötzlich sehr stark, überzeugen spielerisch und im Zweikampfverhalten und hätten beim 2:0 auch fünf Tore mehr schießen können. Das war wie ein Signal, dass noch etwas geht. Und dann stellte sich bei der ersten Rückrundenpartie gegen den KSC auch prompt der Erfolg ein.

Und plötzlich hat auch das Bochumer Publikum wieder mitgezogen.

Ohne Frage, was wir vom Anpfiff gegen den KSC bis heute von den Rängen erlebt haben, das war einfach fantastisch. Selbst als wir gegen Cottbus zweimal unglücklich in Rückstand geraten sind, gab es keine Pfiffe, hat man uns auch in schwierigen Spielphasen unterstützt. Diese Trendwende auf den Rängen zeigt, dass hier alle hinsichtlich des Klassenerhalts an einem Strang ziehen.

Irritationen gab es zuletzt um Dennis Grote, den der VfL angeblich loswerden möchte.

Alles Unfug. Ich zum Beispiel habe überhaupt kein Interesse, ihn abzugeben, sondern ich will ihn nach wie vor so hinbiegen, wie ich ihn haben möchte. Ich arbeite daran, dass er das umsetzt, was ich von ihm fordere. Vor allem, dass er seine Nachlässigkeiten im Defensivverhalten abstellt. Das hat er in Mönchengladbach und in der Trainingswoche zuvor sehr überzeugend gemacht. Noch zu Wochenbeginn habe ich mit ihm darüber gesprochen und ihm nahegelegt, jetzt permanent in Training und Spiel Gas zu geben. Er muss jetzt dran bleiben. Wenn er dieses professionelle Verhalten umsetzt, denken wir nicht im Traum daran, ihn auch nur auszuleihen. Er hat eine gute Chance, beim nächsten Spiel wieder von Beginn an dabei zu sein.

Bis vor Wochen galten Anthar Yahia und Marcel Maltritz als unersetzlich. Plötzlich gibt es einen "Aufstand" der Youngster.

Ich bin etwas verwundert, dass uns unmittelbar nach der Verletzung unserer etatmäßigen Innenverteidiger vorgeworfen wurde, unser Kader sei zu schwach, um diese Ausfälle zu kompensieren. Ungeachtet der Tatsache, dass es uns gelungen ist, die Ausfälle aufzufangen. Wie groß soll denn der Kader sein, um zwei Leistungsträger, die innerhalb von zwölf Minuten langfristig wegknicken, problemlos zu ersetzen? Sollen wir uns fünf gleichstarke Abwehrspieler halten, die dann für zusätzliche Unruhe im Kader sorgen?

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