Heimspiele sollte man beim Kampf um den Ligaerhalt gewinnen. Das tat RW Essens U23 gegen den direkten Tabellennachbarn Hammer SpVg beim 1:1 (0:1) vor 234 Zuschauern auf dem Willi Lippens Platz hinter dem Georg Melches-Stadion nicht.

NRW-Liga: RWE U23 - Hamm 1:1 (0:1), Moors stinkig

Said glich Dyballa-Führung aus

Oliver Gerulat
22. Februar 2009, 19:51 Uhr

Heimspiele sollte man beim Kampf um den Ligaerhalt gewinnen. Das tat RW Essens U23 gegen den direkten Tabellennachbarn Hammer SpVg beim 1:1 (0:1) vor 234 Zuschauern auf dem Willi Lippens Platz hinter dem Georg Melches-Stadion nicht. "Das Match war auf diesem Feld so was von überflüssig", bilanzierte Gäste-Trainer Hans-Werner Moors sichtlich erzürnt, "wenn Ente Lippens früher hier gespielt hätte, wäre er freiwillig nach Hause gegangen."

Eigentlich sollte die Begegnung auch im "großen Rund" stattfinden, was sich klimatisch jedoch als Unding herausstellte, so dass man den Umzug realisierte, weil jeder weitere Matchausfall den Planern weiteren Ungemach bereitet. "Ich habe schon schlechtere Begenungen auf noch schlechterem Boden gesehen. Mich darüber aufzuregen, liegt mir fern", ließ sich Essens verantwortlicher Coach Waldemar Wrobel von der Moors-Aufregung nicht anstecken.
[infobox-right]RWE: Himmelmann - Hentschel (46. Said), Caspers, Czyszczon, Yasli (76. Uzun) - Penn, Jensen, Avci, Dutschke - Alpay, Stiepermann
HSV: Fronczyk - Bollmann, S. Dyballa, Krug, Aktas - Stein (70. Stojkoski), M.Dyballa, Issa Issa, Kraus - Fiore, Lanzendörfer (84.Chouliaros)
Tore: 0:1 S.Dyballa (26.), 1:1 Said (80.)
Zuschauer: 234
Gelbe Karten: Hentschel, Caspers, Penn - Chouliaros, Fronczyk, Fiore, Stein Gelb-Rote Karte: Issa Issa (52., absichtliches Handspiel)
Schiedsrichter: Denis Magne[/infobox]
Der war vermutlich eher auch sauer darüber, dass seine Auswahl trotz der Kopfball-Führung durch Sven Dyballa (26.) den Dreier nicht einsackte, sondern sich noch den Ausgleich durch den eingewechselten Chamdin Said (80.) gefallen lassen musste. "Wir haben sicherlich nicht gut gespielt", legte sich Wrobel fest, "nach der Pause haben wir aber die Akzente gesetzt, zwei, drei hochkarätige Chancen hatten wir."

Während Hamm sich auch dadurch aus der Sieges-Verlosung nahm, weil Issa Issa nach einem absichtlichen Handspiel früh gelb-rot duschen musste (52.). "Wir nutzten unsere Überzahl aber nicht. Wir spielten das nicht klar aus, das hätte man besser machen können", kritisierte Wrobel. Moors ließ sich dagegen nicht bei seiner Aufregung stören: "Wir nahmen einen Zähler mit, mit elf Akteuren gewinnen wir die Partie von ganz alleine, auf normalem Boden auch."

Deshalb erneuerte er sein stinkiges Fazit: "So ein Spiel bei diesen Bedingungen anzusetzen und auch noch durchzuziehen, ist auf Deutsch gesagt absoluter Mist. Die Auswärtsmannschaft hat sowieso schon einen Nachteil."

Der Punkt blieb den Hammern, auch weil Kerim Avci kurz vor dem Ende, als RWE mächtig drängte, nur den Pfosten traf (86.). Wrobel: "Was ich gut fand, war die Art und Weise, wie man sich engagiert hat, die Laufbereitsschaft war überzeugend, die Emotionen waren absolut da." Der Fußball-Lehrer mit seinem Fazit: "Es war ein unglückliches 1:1, der Dreier wäre nicht unverdient gewesen. Aber zu sagen, der Sieger hätte nur RWE heißen dürfen, so weit gehe ich nicht."

Ob Wrobel zusammen mit Richard Sobczak auch am kommenden Freitag in Wattenscheid (19.30 Uhr, Lohrheide) und dann Mittwoch zuhause im Nachholspiel gegen Bielefeld II federführend ist, soll sich in den nächsten Tagen herausstellen. "Es gibt noch keine weiteren Signale, wir werden uns im Laufe der Woche weiter darüber unterhalten. Nach dem Match der Ersten auf Schalke war das noch kein Thema", erklärt Wrobel. Kein Wunder, die 1:2-Schlappe wühlte weitaus mehr auf als die Platzverhältnisse am Sonntag.

Nach dem überraschenden Abgang von Coach "Kalla" Pflipsen, wird für die U23 der Markt sondiert. Interessierte Zeugen der 90 Minuten waren in übrigen Franz-Josef "Kiki" Kneuper (zuletzt beim Regionalligisten Lotte) und Frank Schulz (zuletzt Regionalligist Cloppenburg). Unweit davon beobachteten Essens Cheftrainer Michael Kulm, sein "Co" Ralf Außem und Thomas Strunz, Geschäftsführer Sport.

Autor: Oliver Gerulat

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren