Nico van Kerckhoven ist das, was man einen echten Team-Spieler nennt. Einer, der seinen persönlichen Vorteil zurück und sich lieber in den den Dienst der Mannschaft stellt. Das auch in einer Situation, in der van Kerckhoven um seinen Stammplatz kämpfen muss.

SCHALKE 04 - Nico van Kerckhoven spielt um einen neuen Vertrag

hb
14. Oktober 2003, 09:59 Uhr

Nico van Kerckhoven ist das, was man einen echten Team-Spieler nennt. Einer, der seinen persönlichen Vorteil zurück und sich lieber in den den Dienst der Mannschaft stellt. Das auch in einer Situation, in der van Kerckhoven um seinen Stammplatz kämpfen muss.

Nico van Kerckhoven ist das, was man einen echten Team-Spieler nennt. Einer, der seinen persönlichen Vorteil zurück und sich lieber in den den Dienst der Mannschaft stellt. Das auch in einer Situation, in der van Kerckhoven um seinen Stammplatz kämpfen muss.

Zuletzt in Hannover musste der Belgier mit der Ersatzbank vorlieb nehmen. Seine angestammte Position auf der linken Deckungsseite bekleidete Levan Kobiashvili, weiter vorne auf dem Flügel agierte Jochen Seitz, daneben Dario Rodriguez. Potentielle Konkurrenten, die van Kerckhoven aus dem Weg räumen muss, um wieder von Anfang an dabei sein zu dürfen. "Meine Person ist nicht wichtig", reagiert der Nationalspieler auf seine typische, bescheidene Art.

Nein, van Kerckhoven wird keinen Ärger machen. Auch dann nicht, wenn sich in den kommenden Wochen der Zustand seines Reservisten-Daseins nicht ändern wird. "Ich weiß, dass ich zuletzt nicht so gut gespielt habe und kann daher den Trainer verstehen, dass er mich draußen gelassen hat", zeigt sich der frisch gebackene Vater selbstkritisch.

Denn das junge Familienglück mit Söhnchen Robben daheim ist natürlich nicht der Grund, warum van Kerckhovens Leistungen nicht den Erwartungen entsprachen. "Nico muss im Spiel nach vorne mehr bewegen", möchte Trainer Jupp Heynckes vom nach Marco van Hoogdalem dienstältesten Schalker Profi mehr Offensivgeist sehen. "Vielleicht habe ich zu sehr an die Sicherung meiner Seite gedacht", nickt van Kerckhoven.

Zum Saisonende läuft nun beim 32-Jährigen, der 1998 vom Lierser SK nach Gelsenkirchen wechselte, der Vertrag aus. "Ich möchte natürlich weiter in königsblau spielen. Dieser Verein, das Umfeld, die Fans, all das bedeutet mir unheimlich viel", ist der anfangs von den S04-Anhängern sehr skeptisch bis negativ aufgenommene van Kerckhoven längst ein echter Schalker geworden. "Zwei Jahre traue ich mir locker noch zu", betont der zweimalige WM-Teilnehmer.

Die schwere Verletzung, die van Kerckhoven sich im Sommer vergangenen Jahres zuzog, beeinträchtigen seine sportlichen Zukunftspläne nicht. "Mein Knie wird nie wieder ein richtig gutes. Nach jeder Belastung bedarf es einer Nach-Behandlung. Aber es hält, ich kann damit trainieren und spielen", hat van Kerckhoven die Folgen seines Knorpelschadens gut überwunden. "In der Vorbereitung hatte ich ein paar Probleme mit der Muskulatur, aber das ist vorbei. Jetzt gebe ich wieder Vollgas und kämpfe für einen neuen Vertrag", sollen die Schalker Fans und Verantwortlichen in den nächsten Monaten "den alten Nico" erleben.

Autor: hb

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