Das Hin und Her nach dem Schiedsrichter-Boykott sorgte auch bei den Trainern der Endrunde für Diskussionen. War die Aktion der Unparteiischen der richtige Weg? Hätte man die Veranstaltung komplett absagen sollen? RevierSport hat bei einigen Übungsleitern nachgefragt und höchst unterschiedliche Reaktionen erhalten.

Bochum: Trainer-Umfrage zum Schiedsrichter-Boykott

"Man hätte es bei der Absage belassen sollen"

17. Januar 2009, 01:39 Uhr

Das Hin und Her nach dem Schiedsrichter-Boykott sorgte auch bei den Trainern der Endrunde für Diskussionen. War die Aktion der Unparteiischen der richtige Weg? Hätte man die Veranstaltung komplett absagen sollen? RevierSport hat bei einigen Übungsleitern nachgefragt und höchst unterschiedliche Reaktionen erhalten.

Ralf Schütze (Co-Trainer DJK Adler Riemke):

„Ich finde es gut, dass sich die Schiedsrichter gewehrt habe. Es sollte akzeptiert werden, dass es ohne Schiris nicht geht. Klar ist aber auch, dass man gegen einzelne Personen nichts machen kann. Das Turnier vorerst abzusagen war die richtige Entscheidung. Ich bin aber auch froh, dass man sich geeinigt hat und das Turnier weitergeführt wird.“

Carsten Eversberg (Spielertrainer SV Teutonia Riemke):

„Ich persönlich begrüße die Entscheidung, dass die Hallenmeisterschaft fortgesetzt wird. Die Haltung der Schiedsrichter muss man so akzeptieren. Mir persönlich haben sie zu schnell reagiert. Ich bin mir jedoch bewusst, dass da die Meinungen weit auseinander gehen.“

Thorsten Kastner (Spielertrainer DJK Raspo Weitmar):

„Den Abbruch kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Weil ein Einzelner sich daneben benimmt, kann man nicht die restlichen Sportler bestrafen, die sich vernünftig verhalten. Für die Spieler ist die Hallenrunde doch ein Highlight, genauso wie für die Zuschauer. Man muss auch an den ausrichtenden Verein denken, der seine Auslagen wahrscheinlich nicht wieder hereinbekommen wird. Die Tat des Spielers kann ich beim besten Willen nicht gut heißen. Hier muss es eine drastische Strafe setzen, bis hin zum lebenslangen Ausschluss aus dem Spielbetrieb. Trotzdem handelt es sich immer noch um eine Einzeltat. Was mir fehlt sind Gespräche zwischen den Schiedsrichtern und den Vereinen, einfach das Menschliche zwischen den beiden Parteien. Ich denke, dadurch könnten solche Übergriffe auch verhindert werden. Ich verstehe aber auch die Schiedsrichter, denn sie haben es oft nicht leicht.“

Thomas Behrend (Trainer DJK Arminia Bochum):

„Die Haltung der Schiedsrichter kann ich durchaus verstehen. Sie pfeifen die Spiele für kleines Geld und müssen sich dann so behandeln lassen. Ich glaube, da hat sich über die Jahre einiges an Frust angestaut. Der tätliche Angriff hat nun das Fass zum Überlaufen gebracht. Meiner Meinung nach hätte man es aber bei der Absage belassen sollen, zum einen, weil so ein noch deutlicheres Zeichen gesetzt wird und zum anderen, weil die Vorbereitung der Vereine nicht gestört wird. Würden wir weiterkommen, heißt dies für uns, dass wir ein Testspiel absagen müssen.“

Rolf Wagener (Obmann DJK Concordia Wiemelhausen):

„Die Schiedsrichter haben Recht, denn sie sind schließlich kein Freiwild. Das Verhalten was durch den Spieler an den Tag gelegt wurde, war vorsätzlich und gehört sich beim besten Willen nicht. Schade ist, dass durch solche Einzeltaten der Sport in Mitleidenschaft gezogen wird, so was tut dem Fußball weh. Die Neuansetzung finde ich gut, so werden die anderen Mannschaften nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Allerdings sollten die Vereine aufpassen und ihre Spieler ermahnen, dass sie sich gegenüber den Schiedsrichtern fair verhalten."

Marcus Moreno (Trainer SV Altenbochum 01):

„Vorweg ist das eine ziemlich traurige Geschichte, was dort abgelaufen ist. Die Entscheidung kann ich nachvollziehen. Es mussten Grenzen gesetzt werden, denn in letzter Zeit haben solche Tätlichkeiten Überhand genommen. Über das Strafmaß kann man diskutieren. Ich denke, es hätte gereicht, wenn man den Verein von der Hallen-Stadtmeisterschaft ausgeschlossen hätte. So werden zu viele Unschuldige mit bestraft.“

Achim Cendrowski (Trainer FSV Sevinghausen):

"Natürlich kann ich verstehen, dass sich die Schiedsrichter wehren wollen. Allerdings empfand ich die Absage des Turniers als zu krasse Maßnahme. Damit werden die falschen Leute bestraft. Ich denke auch, dass man durch Gespräche zu einer besseren Einigung gekommen wäre. Die Fortsetzung des Turniers finde ich gut. Es ist ein Highlight in der Winterpause für Spieler und Zuschauer."

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