Als Bernd Korzynietz am Düsseldorfer Flughafen auflief, wurde er wie ein alter Bekannter begrüßt.

MSV: Korzynietz ist wie ein alter Bekannter begrüßt worden

„Duisburg ist ein toller Verein“

11. Januar 2009, 09:27 Uhr

Als Bernd Korzynietz am Düsseldorfer Flughafen auflief, wurde er wie ein alter Bekannter begrüßt.

„Eigentlich kenne ich es nur so, dass man einen Konkurrenten am liebsten umgrätschen würde“, ist Peter Neururer ein klein wenig verwundert, dass Björn Schlicke und Tobias Willi den möglichen Neuzugang aus Wolfsburg sofort in die Arme schlossen. Denn schließlich ist der 169-fache Bundesligaspieler, der von Arminia Bielefeld an die „Wölfe“ ausgeliehen ist, Willis direkter Nebenbuhler um die Position auf der rechten Abwehrseite. „Aber die Beiden haben sofort gelacht und gescherzt, als ob sie sich seit Jahrzehnten kennen würden. Das zeigt, dass die Stimmung bei uns wirklich hervorragend ist“, freut sich Neururer, dass Korzynietz ein perfekter Einstand beim MSV ermöglicht wurde.

Und der 29-Jährige präsentierte sich bei den ersten vier Einheiten auch gleich von seiner besten Seite. „Bernd ist in einer sehr guten körperlichen Verfassung“, freut sich Neururer, dass sein Wunschkandidat in den letzten sechs Monaten nicht auf der faulen Haut gelegen hat.

Denn bei der Arminia wie auch zuvor bei Borussia Mönchengladbach war Korzynietz Stammspieler. Doch bei Felix Magath hat der 1,74-Meter-Mann keine Chance und kam lediglich auf zwei Regionalliga-Einsätze. „Aber das merkt man ihm nicht an, er ist bissig wie eh und je“, hat Neururer einen durchweg positiven Eindruck. „Er ist ein erfahrener Mann mit Erstliga-Qualitäten, der 100-prozentig zu uns passt und eine echte Bereicherung für den MSV sein könnte.“

Weil Walter Hellmich, der „Boss“ und Finanzmanager der Duisburger, aber erst am gestrigen Samstag am Bosporus ankam, sind noch keinerlei Verpflichtungs-Gespräche mit Korzynietz geführt worden. „Das wird aber in den kommenden Tagen passieren“, geht Neururer, der sich aus den Verhandlungen heraushält und die Aufgabe lieber Manager Bruno Hübner überlässt, davon aus, dass der Abwehrrecke verpflichtet wird, wenn die wirtschaftliche Basis stimmig ist. „Ihn auszuleihen bringt doch nichts. Wenn, dann muss er schon auf Dauer beim MSV sein, denn auch menschlich ist er mehr als in Ordnung.“

Eine Aussicht, die Korzynietz gerne hört: „Ich will endlich wieder Fußball spielen und bin der Meinung, dass der MSV Duisburg ein toller Verein dafür ist. Sonst wäre ich ja auch erst gar nicht mitgeflogen.“

Ob Willi die herzliche Begrüßung in der Rückrunde bereuen wird, bleibt abzuwarten. Bisher hat er jedenfalls auch gut Lachen, denn seine Kniebeschwerden sind fast gänzlich auskuriert und der Publikumsliebling wird am Mittwoch im Testspiel gegen den 1. FC Köln auflaufen. „Mir geht es ganz gut, die Stabilisationsübungen haben meinem Bein geholfen“, grinst Willi.

Für Neururer, der damit seinen 22-köpfigen Kader zusammen und einsatzbereit hat, ist es genau die richtige Vorbereitung. „Die Reduzierung der Mannschaft hat dazu geführt, dass die Konzentration gestiegen ist. Aber wir sind auf allen Positionen doppelt besetzt und dadurch ist der Konkurrenzkampf ebenfalls vorhanden. Besser kann es gar nicht sein.“

Denn schließlich muss der MSV neun Punkte aufholen, um noch von der Beletage träumen zudürfen. „Den Grundstein für die schwere Rückrunde legen wir jetzt und am Ende wird gefeiert“, lässt sich Neururer nicht beirren.

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