Seine Bundesliga-Vita ist schnell erzählt. Viermal kam er zum Einsatz, aber jedes Mal nur als Einwechselspieler, dabei bereitete er einen Treffer vor.

BVB: Kann der Franzose Frings ersetzen? Sammer über Demel: Vertrauen ist vorhanden

raka
21. Juli 2003, 12:49 Uhr

Seine Bundesliga-Vita ist schnell erzählt. Viermal kam er zum Einsatz, aber jedes Mal nur als Einwechselspieler, dabei bereitete er einen Treffer vor.

Seine Bundesliga-Vita ist schnell erzählt. Viermal kam er zum Einsatz, aber jedes Mal nur als Einwechselspieler, dabei bereitete er einen Treffer vor. Und ausgerechnet der Mann, der diese fußballerische Visitenkarte vorzuweisen hat, soll nun in der höchsten deutschen Spielklasse für Furore sorgen und in die Fußstapfen von Torsten Frings treten. Keine Leichte Aufgabe, die da auf den gerade einmal 22-jährigen Guy Demel wartet. Doch zumindest stärken ihm der Trainer und die Führungsetage bei der Realisierung des Unterfangens den Rücken.
"Das Vertrauen ihm gegenüber ist da", stellt Matthias Sammer klar, "seine Entwicklung ist positiv, aber es ist nicht voraussehbar, was weiter passiert. Er wird gegen Stuttgart in Aalen auf jeden Fall dabei sein." Dass der Franzose überhaupt so weit gekommen ist, verdankt er nach Auffassung des Borussen-Coachs auch Amateurtrainer Horst Köppel: "Er hat für die Voraussetzung gesorgt." Dennoch ist der Dortmunder Fußballlehrer lange genug im Geschäft, um die Anforderungen an den von Arsenal London zum BVB gewechselten Mittelfeldspieler nicht zu hoch einzuordnen: "Bitte, er ist ein weiterer Spieler, der uns helfen kann. Aber es ist ja nun absolut abwegig, zu sagen, er garantiert uns die Meisterschaft und die Champions League."
Ähnlich schätzt Michael Zorc den seit zwei Jahren in Dortmund unter Vertrag stehenden 1,89m-Mann ein, der vor rund zwei Wochen den Tod seiner Schwester zu verarbeiten hatte: "Die Entwicklung ist sehr positiv. Vor allem wenn ich mir seinen Weg bei uns anschaue. Er kam zum Probetraining, das war in Ordnung, doch nach seiner Verpflichtung fiel er in ein Loch und hat sich selbst hinterfragt, ob er die Klasse hat. Es hat mir gefallen, dass er sich quasi am eigenen Schopf wieder hochgezogen hat." Doch auch der Sportdirektor weiß: "Es bleibt abzuwarten, wie er die Herausforderungen in der Bundesliga und in Europa meistert."
Gleichzeitig räumt Michael Zorc aber mit einem Vorurteil auf, das Guy Demel zu Unrecht angedichtet wird: "Es ist völliger Blödsinn, wenn er als zu langsam kritisiert wird. Er gehört zu dem schnelleren Drittel in unserem Kader." Auch die hitzige Phase, die dem Franzosen in der Regionalliga so manche Verwarnung bescherte, ist nach Einschätzung des Sportdirektors vorüber: "Das ist doch nur ein Ausdruck, dass du mir dir nicht im Reinen bist. Das ist jetzt aber nicht mehr der Fall." Bleibt abzuwarten, ob Guy Demel im Mittelfeld für ein blitzsauberes Spiel sorgt und für das Verlesen seiner Bundesliga-Legende in zwölf Monaten mehr Zeit benötigt wird.

Autor: raka

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