Bevor es für den FC Schalke am Samstag darum geht, die missratene Saison 2002/03 versöhnlich zu beenden, stehen bewegende Momente auf dem Programm.

S04 - Verabschiedung von Wilmots und Möller

hb
23. Mai 2003, 10:31 Uhr

Bevor es für den FC Schalke am Samstag darum geht, die missratene Saison 2002/03 versöhnlich zu beenden, stehen bewegende Momente auf dem Programm.

Bevor es für den FC Schalke am Samstag darum geht, die missratene Saison 2002/03 versöhnlich zu beenden, stehen bewegende Momente auf dem Programm. Marc Wilmots und Andreas Möller werden verabschiedet, ihrem Wert für den Verein entsprechend gewürdigt. Ab 15 Uhr läuft auf dem Videowürfel in der Arena ein Film, der die schönsten Momente der beiden außergewöhnlichen Fußballer einfängt. Natürlich wird hier Wilmots mehr im Mittelpunkt stehen, schließlich verbrachte der Belgier insgesamt sechs Jahre auf Schalke, während Möller nach drei Spielzeiten die Karriere beeendet. „Ich hatte so viel hier auf Schalke zu tun, da habe ich mich mit dem Abschied noch gar nicht befasst“, funktionierte bei Wilmots der Verdrängungs-Mechanismus bisher ganz gut.

Der frisch gewählte Senator in Belgiens Parlament wird wohl dennoch am Samstag kräftig schlucken müssen, wenn auch für ihn der große Vorhang auf der Fußball-Bühne fällt. „Ich hatte hier sechs schöne Jahre, auch wenn das letzte jetzt nicht mehr so gut lief“, weiß der Publikums-Liebling, den das Schicksal auf die „alten Tage“ noch einmal vor eine schwer wiegende Entscheidung stellte. Zurück in die Heimat, zur Familie und in die Politik oder doch weiter den Teamchef auf Schalke spielen? Weil auch Neubarth-Nachfolger Wilmots den sportlichen Niedergang des zweimaligen Pokalsiegers nicht aufhalten konnte, erübrigte sich das kurz diskutierte Trainer-Thema schließlich von selbst. „Ich gehe einfach so nach Hause, wie Jiri Nemec“, hegt der „Eurofighter“ keinerlei Wunsch an ein Abschiedsspiel.

Diesen Zwiespalt hatte Andreas Möller schon vorher verworfen. Dass die Schalker Fans auch bei seinem Weggang in zwei Lager geteilt sind, ist dem 35-Jährigen bewusst. Die Anti-Möller-Fraktion wird dem Ex-Dortmunder ohnehin keine Träne nachweinen, während der Rest der Anhänger den sportlichen Verlust des Spielmachers realisiert. „Ich möchte zum Abschied endlich alle Ungereimtheiten aus der Welt schaffen“, betont Möller.

Dafür müsste er am Samstag auf dem Platz stehen und noch einmal einen seiner großen Momente haben, die in dieser Serie so selten zu erleben waren,. „Ich hatte zweieinhalb gute Jahre, bis zu meiner Verletzung. Zum Ausklang hätte ich mir schon gewünscht, mehr Einfluss nehmen zu können“, bedauert Möller. Denn „wenn es bei mir so weiter gelaufen wäre wie am Anfang, hätte der Manager bestimmt noch einmal gefragt, ob ich noch weiter mache“.

So aber ist nach 18 Jahren und 418 Spielen (inklusive Samstag) Schluss mit der Karriere. Ob die Reise in den Katar geht, ist noch offen. Möller: „Ich mache erst einmal eine kleine Pause, will Abstand gewinnen.“

Nachgefragt
Marc Wilmots, ein altes Sprichwort sagt: Niemals geht man so ganz!
Das kenne ich auch. Schalke werde ich auch weiter treu bleiben und, so oft es geht, zu den Heimspielen kommen. Außerdem werde ich in Belgien die Augen offen halten, ob da für Schalke ein neuer Marc Wilmots herum läuft.

Autor: hb

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