Vorteil Borussia Dortmund. Nach den Ergebnissen des letzten Wochenendes hat es der noch amtierende Meister selbst in der Hand, sich erneut direkt für die Champions League zu qualifizieren.

BVB - Wie gegen Real

raka
16. Mai 2003, 13:39 Uhr

Vorteil Borussia Dortmund. Nach den Ergebnissen des letzten Wochenendes hat es der noch amtierende Meister selbst in der Hand, sich erneut direkt für die Champions League zu qualifizieren.

Vorteil Borussia Dortmund. Nach den Ergebnissen des letzten Wochenendes hat es der noch amtierende Meister selbst in der Hand, sich erneut direkt für die Champions League zu qualifizieren. Aber Michael Zorc ist nach den Ereignissen und vor allem Ergebnissen dieser Spielzeit eher skeptisch, was die Konstanz des Teams anbelangt und warnt vor dem Gang auf den Betzenberg eindringlich "Ich erwarte in Kaiserslautern eine Topleistung. Die Mannschaft muss mit der Einstellung auf den Platz gehen, die sich auch im Europapokal gezeigt hat. Das heißt, sie muss so auftreten, als ob es gegen Real Madrid, den AC Milan oder Arsenal London geht." Fast beschwörend ergänzt er: "Es kommt nur auf uns selbst an, denn wir können nicht darauf bauen, dass Stuttgart in München verlieren. Plötzlich erscheint dann von dort ein 0:1-Zwischenstand auf der Anzeigentafel und wir sind gar nicht darauf vorbereitet. Das darf nicht passieren."

Wird ihm die Mannschaft den Gefallen tun und ihre Pflicht im vollen Umfang endlich auch auswärts erfüllen? "Jeder weiß, worum es geht", zeigt sich der Sportdirektor überzeugt, um etwas zweifelnd nachzuschieben, "wir hatten in dieser Saison zu oft zu schnell Zufriedenheit." Die strahlt seiner Auffassung nach momentan das Umfeld aus: "Da wird schon wieder die Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalität verbreitet und das ist genau der Punkt, der mir missfällt."

Die Truppe ist ohne wenn und aber gefordert, zumal es in der Pfalz nicht nur um drei wichtige Punkte, sondern auch um die nahe Zukunft des Vereins geht: "In den letzten zwei Begegnungen erfolgt die Weichenstellung für die kommende Saison." Vor allem in finanzieller Sicht. Der große Konkurrent Bayern ist in dieser Spielzeit den Schwarz-Gelben quasi mit einem Turbomotor weit enteilt und das soll sich auf keinen Fall wiederholen: "Der große Rückstand auf die Münchner stört mich schon, selbst wenn er erklärbar ist, weil wir in der Liga nicht konstant genug waren und die Bayern nicht die internationale Doppelbelastung hatten. Trotzdem wollen wir ihnen im nächsten Jahr wieder Konkurrenz machen." Der Klub an der Isar hat allerdings noch einen weiteren Joker in der Hinterhand. Michael Zorc: "Sie haben einen wirtschaftlichen Standortvorteil." Den kann der BVB nur dann in erträglichen Grenzen halten, wenn er erneut den üppig sprudelnden Geldhahn der Königsklassenquelle aufdrehen kann. Denn vom einem Kracher in der Größenordnung eines Roy Makaays spricht in Dortmund momentan niemand, an der Isar wird jedoch kräftig an dem Transfer gebastelt.

Kein Wunder, dass Borussias Rekord-Bundesligaspieler auf dem Betzenberg auf die vorzeitige Beruhigung im Unternehmen Platz zwei hofft, "wenn wir diesem Rang am Ende belegen, bin ich mit dem Saisonverlauf sehr zufrieden." Das wird die Profis nach dem 34. Spieltag jedoch nicht von der großen Abrechnung befreien: "Wir sind nicht die Ankündigungsweltmeister, doch nach dem 24. Mai werden wir uns mit dem Team zusammensetzen und besprechen, was im letzten Jahr abgelaufen ist und Verbesserungsvorschläge überlegen." Hört sich verbal harmlos an, kann aber weitgehende Konsequenzen haben. Mit einem Dreier in Kaiserslautern dürfte die Atmosphäre schon im Vorfeld des Gesprächs etwas entspannter werden.

Autor: raka

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