Wenn Mönchengladbachs U19-Bundesliga-Coach Sven Demandt und sein Co-Trainer Markus John am Sonntag mit dem Fohlen-Unterbau beim MSV Duisburg gastieren (11 Uhr), gibt ein Wiedersehen mit Jung-Zebra Germain-Tiko Messina. Rot-Weiss Essen hieß seine erste Station in Deutschland, das damalige RWE-Trainer-Gespann wirkt heute für die Borussia, das einzige in der Bundesliga West noch ungeschlagene Team.

MSV: Im Januar beim U19-African Cup of Nations

Messina träumt Profi-Traum

Oliver Gerulat
31. Oktober 2008, 20:57 Uhr

Wenn Mönchengladbachs U19-Bundesliga-Coach Sven Demandt und sein Co-Trainer Markus John am Sonntag mit dem Fohlen-Unterbau beim MSV Duisburg gastieren (11 Uhr), gibt ein Wiedersehen mit Jung-Zebra Germain-Tiko Messina. Rot-Weiss Essen hieß seine erste Station in Deutschland, das damalige RWE-Trainer-Gespann wirkt heute für die Borussia, das einzige in der Bundesliga West noch ungeschlagene Team.

Kameruns aktueller U19-Nationalspieler wurde damals von RWE genommen, alles nach einem Probetraining auf schwierigem, winterlichtem Geläuf. Das könnte auch heute drohen. Messina läuft inzwischen in der zweiten Saison für den MSV Duisburg. Coach Uwe Schubert fand Gefallen am Talent und holte ihn 2007. Messina beutelten einige Verletzungen, die er aber in dieser Spielzeit ad akta legen will.

Eine psychologische Tankfüllung holte er sich im Septemer dieses Jahres bei zwei Länderspielen gegen den Kongo. Das Heimspiel endete 0:0, das Rückspiel gewann Kamerun mit 2:0. "Das war überzeugend", legt sich Messina fest, "damit sind wir für den African Cup of Nations im Januar qualifiziert." In Ruanda treffen dabei die stärksten acht Nationalmannschaften Afrikas aufeinander. Messina erläutert: "Wir werden in zwei Gruppen spielen und die besten vier sind automatisch für die U20-Weltmeisterschaft qualifiziert." Messina will dann mitten im Talentepool sein, es wird ein Turnier, bei dem die Scouts aus der ganzen Fußballwelt dabei sind. Messinas Augen blitzen begeistert: "Ich möchte unbedingt in den Profifußball und werde dabei beide Möglichkeiten nutzen."

Einmal über die Länderspiele seines Heimatlandes, dann über die Bühne U19, so auch am Sonntag, wenn es gilt, Mönchengladbach in die Schranken zu weisen: "Für meine Mannschaft wird es schwieriger als noch im letzten Jahr. Für uns gilt es, die Klasse zu erhalten." Wobei beide Aufgaben nicht kollidieren dürfen, Trainer Schubert war schon angesäuert, dass Messina von seinem letzten Afrikaaufenthalt nicht pünktlich zurück kam.

Wichtig für Messina ist und bleibt der Profivertrag, beim MSV - oder aber woanders. "Duisburg steht für mich immer an erster Stelle", bekennt er sich deutlich, "doch mein Deutschstudium endet nächstes Jahr mit einer entsprechenden Prüfung und dann kann die Basis für einen Verbleib in Europa nur ein Profivertrag sein." Die Montanstädter könnten ihn haben, wenn Chetrainer Rudi Bommer nach dieser Spielzeit das O.K. gibt, das macht er nur, wenn die Qualität ausreicht. Messina grübelt sichtlich: "Hier liegen die Dinge in Duisburg nicht so einfach. Für junge Akteure ist der Weg nach oben schwierig. Ich glaube, in Deutschland sagt man, der Prophet im eigenen Land hat es schwer."

Vier seiner Mitspieler in der U19 Kameruns haben bereits Profiverträge in Frankreich, Italien "und einer ab Sommer nächsten Jahres in Freiburg." Genau das will Messina auch, der einräumt: "Der MSV kennt mein Leistungsvermögen besser als jeder andere Club, daher bleibt zu hoffen, dass ich eine Chance bekomme."

Anekdote am Rande: Heiko Herrlich, Coach der deutschen U19, sah Messina beim U19-DFB-Pokalspiel gegen Hansa Rostock (1:0). Messina: "Das war eine nette Geschichte. Er erkundigte sich nach mir, verbunden mit der Frage, ob ich Deutscher sei. Er hatte mich bislang noch nicht gesehen und war, zumindest in diesem Spiel sehr angetan." Einem Länderwechsel schiebt Messina aber einen Riegel vor: "Ich bin aber ganz zufrieden mit der Nationalmannschaft Kameruns. Ich bin der einzige, der zwar in Europa spielt, aber als Amateur." Laut offizieller MSV-Beschreibung als Angreifer, allerdings taucht er auf dem Platz auch rechts in der Viererkette auf. Am letzten Sonntag war Messina beim 1:1 in Schalke treffsicher.

Autor: Oliver Gerulat

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