Die Top 5 der bemitleidenswertesten Torhüter des Wochenendes (Folge 9)

Von Catenaccio, Rückenproblemen und Stammgästen

Thomas Ziehn
30. Oktober 2006, 13:09 Uhr

„Catenaccio“. Synonym für streng ergebnisorientierten Fußball. Der Begriff kommt aus dem italienischen und bedeutet Sperrkette oder Riegel. Diese (zugegebenermaßen sehr unattraktive) Art Fußball zu spielen, hat der argentinische Trainer Helenio Herrera weltweit berühmt gemacht und bei Inter Mailand perfektioniert. Vielleicht sollten die Trainer der Vereine in der folgenden „Top 5 der bemitleidenswertesten Keeper des Wochenendes“ diese Taktik auch einmal überdenken. Auch in dieser Woche präsentieren wir wieder die „bemitleidenswertesten Keeper des Wochenendes“.

1. SC Osmanlispor (Bezirksliga 15 Westfalen)

- SpVg BG Schwerin - SC Osmanlispor 10:1 –

„Einen Sieg mit mindestens vier Toren Unterschied“, forderte Schwerins Trainer Karsten Gowik vor dem Spiel und seine Mannschaft hat bei der Kabinenansprache offenbar ganz genau zugehört. Gegen Tabellenschlusslicht SC Osmanlispor brannte die SpVg. vor allem in der zweiten Halbzeit ein wahres Offensivfeuerwerk ab, nachdem es zur Halbzeit lediglich 2:1 gestanden hatte. Damian Liedtke traf zweimal ins Netz des SC und Sebastian Janas (siehe auch Porträt auf revierkick.de) schraubte sein Trefferkonto mit seinem Tor zum 7:1 auf nunmehr zehn Saisontore hoch. Für Osmanlispor war die 1:10-Klatsche gegen den Aufstiegsfavoriten die erste Niederlage, in der der SC-Torhüter mehr als dreimal hinter sich greifen musste.

2. SV Wesel (Bezirksliga 9 Niederrhein)

- SV Wesel - SuS Dinslaken 09 1:10 –

Es gibt Tage, da sollte man einfach im Bett bleiben. Die Spieler des SV Wesel können davon bestimmt ein Lied singen. Denn am gestrigen Sonntag ging einfach alles schief. Erst war der Rasenplatz im Auestadion wegen Pilzbefalls unbespielbar und dann auch noch das: Zum zweiten Mal in dieser Saison musste die Weseler Defensivabteilung ein Ergebnis in zweistelligen Bereich hinnehmen. Bereits am fünften Spieltag bei Dostlukspor Bottrop griff der Torhüter elf Mal hinter sich. Nicht mehr lange und der Torwart leidet an akuten Rückenproblemen: In elf Partien musste er sich bereits 63 (!) Mal bücken, um den Ball aus dem eigenen Netz zu holen. Ohne jeden Punktgewinn steht der SVW auf dem letzten Tabellenplatz.

3. GW Erkenschwick III (Kreisliga C 02, Recklinghausen)

- GW Erkenschwick III - Kült. Datteln II 8:5 -

Nein, die Spieler aus Erkenschwick und Datteln haben die Fußballschuhe nicht gegen Schlittschuhe, den Rasen nicht gegen eine Eisfläche und den Ball nicht gegen einen Puck eingetauscht. Tatsächlich handelt es sich bei dem 8:5 um ein Ergebnis, dass auf dem Fußballplatz von Grün-Weiß Erkenschwick erzielt wurde. Für die Zuschauer eine schön anzusehende Partie, für jeden Verfechter von Defensivfußball und wohl auch und gerade für die beiden Torhüter eher ein Alptraum.

4. Galatasaray Mülheim II (Kreisliga A, Gruppe 1, Duisburg-Mülheim-Dinslaken)

- Galatasaray II - T. Huckingen II 1:14 –

“Die Null muss stehen” - wer kennt diese Forderung von Ex-Schalke Trainer Huub Stevens nicht. Anscheinend ist das bei den Spielern von Galatasary II aber vorbei gegangen, denn nur ein einziges Mal in dieser Spielzeit hielt die wackelige Abwehr der Mülheimer. Insgesamt ließ die Hintermannschaft in zwölf Partien 61 Gegentore zu und macht somit sogar dem SV Wesel Konkurrenz. Nach dem 0:11 am ersten Spieltag bei der DJK Wanheimerort war das 1:14 die höchste Saisonniederlage für die zweite Mannschaft des Mülheimer Namensvetters vom türkischen Traditionsklub Galatasaray Istanbul.

5. TSV Safakspor III (Kreisliga C A Herren, Oberhausen-Bottrop)

- TSV Safakspor III - Hobby-Liga Oberhausen 78 II 4:11 -

Fast schon ein Stammgast in dieser Rubrik ist der TSV Safakspor III. Gleich zum vierten Mal verloren die Oberhausener in der noch jungen Saison zweistellig. Vor zwei Wochen stellte Safakspor beim 0:18 gegen den FC Bottrop-Batenbrock II gar einen neuen (Negativ-) Rekord auf. Und auch an diesem Wochenende zeigten sich die Abwehrspieler in der Begegnung gegen die Hobby-Liga Oberhausen II großzügig. Elf Mal ließen sie die gegnerischen Angreifer gewähren und trieben so ihren Torhüter in die Verzweiflung. Wenn die TSV-Spieler nicht aufpassen, knacken sie schon bald die 100 Gegentore-Marke. Sollte es so weiter gehen wie bisher, könnte das bereits in zwei Wochen im Spiel gegen RSV Klosterhardt II passieren. Bisher stehen 79 (!) Gegentore auf dem Konto des TSV.

Autor: Thomas Ziehn

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