Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Akteure beim Bochumer Bezirksliga 15-Derby. Um ein Haar hätten sich die Anhänger des BV Langendreer 07 über eine unverdiente Heimniederlage ärgern müssen. Doch ein 41-jähriger Joker besorgte für den Gastgeber in der 90. Minute den Ausgleich zum 1:1-Unentschieden. Am Ende jubelte der BVL 07 zwar über einen Zähler, vergaß dabei aber fast, dass die Elf eigentlich als Sieger vom Platz hätte gehen müssen. [i]Ein Ortstermin[/i]

Bezirksliga 15: LFC Laer mit 1:1 beim BV Langendreer 07

Boenigs "goldenes Händchen" beschert Punktgewinn in Schlussminute

29. Oktober 2006, 20:54 Uhr

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Akteure beim Bochumer Bezirksliga 15-Derby. Um ein Haar hätten sich die Anhänger des BV Langendreer 07 über eine unverdiente Heimniederlage ärgern müssen. Doch ein 41-jähriger Joker besorgte für den Gastgeber in der 90. Minute den Ausgleich zum 1:1-Unentschieden. Am Ende jubelte der BVL 07 zwar über einen Zähler, vergaß dabei aber fast, dass die Elf eigentlich als Sieger vom Platz hätte gehen müssen. [i]Ein Ortstermin[/i]

"Wir wollten nicht verlieren und das ist uns gelungen", resümierte Langendreers Trainer Dirk Boenig nach der Partie. So richtig zufrieden war er dennoch nicht. "Wir hatten die klareren Torchancen, das waren vier 100-Prozentige. Davon musst du eine machen. Wir haben sie nicht gemacht und sind dafür bestraft worden."

Dabei hatte er vor allem die Szene in der 78. Minute im Kopf, als die Gastgeber überraschend mit 0:1 in Rückstand gerieten und so nach Spielende, trotz der besseren Chancen, mit einem Zähler zufrieden waren.

Ein Gemütszustand, den Stephan Kosel, Übungsleiter der Gäste, angesichts des späten Ausgleichstores der 07er logischerweise nicht teilte. "Aufgrund des Spielverlaufes hätten wir die Führung über die Zeit bringen und gewinnen müssen. Wir hatten meiner Meinung nach die größeren Torchancen", analysierte der Trainer.

Diese Sicht der Dinge hatte Kosel nach 90 Minuten allerdings ziemlich exklusiv. Denn es waren vor allem die Gastgeber, die an diesem Tag einige hochkarätige Tormöglichkeiten ungenutzt ließen. So begünstigte eine unaufmerksame Laerer Abwehr nach rund 15 Minuten Langendreers Mariusz Swieczkowski die große Chance zur Führung, als er alleine auf Torhüter Karsten Scheffner zulief, diesen auch austanzte, aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf. Wenig später verhinderte die Querlatte beim Kopfball von Ömür Akin einen Laerer Rückstand. Nach 34 Minuten stand Gäste-Keeper Scheffner im Mittelpunkt, als er gegen Timo Brunner mit einer glänzenden Fußabwehr das 0:1 aus Sicht der Kosel-Elf verhinderte.

In der 57. Minute schien die Elf von Spielertrainer Dirk Boenig für ihren Einsatz dann doch noch belohnt zu werden. Doch das vermeintliche 1:0 durch Patrick Schulz fand - nach Meinung der meisten Anwesenden zu Unrecht - nicht die Anerkennung des Unparteiischen. "Unser Torwart lässt den Ball fallen, fasst noch mal nach und bekommt dann einen Tritt an die Hand. Das ist ein Foulspiel und deshalb durfte das Tor nicht zählen", schilderte Kosel die diskussionswürdige Situation aus seiner Sicht. Somit blieb der aberkannte Treffer für die Langendreerer eine weitere ungenutzte Gelgenheit.

Die Bestrafung, die Chancen in Führung zu gehen nicht genutzt zu haben, folgte durch die schwarz-weiß gekleideten Gäste nach 78 Minuten. Adem Kayatuz stand nach einer Flanke im Strafraum plötzlich völlig frei, konnte genau Maß nehmen und ließ BVL 07-Torwart Marco Reddig mit einem gefühlvollen Kopfball ins lange Eck keine Chance. Bis dahin hatte der Laerer Drei-Mann-Sturm die 07-Defensive um Libero Daniel Heberer zwar ordentlich beschäftigt, aber nur selten für richtige Gefahr gesorgt.

Doch die Boenig-Elf kämpfte und erhöhte in der Schlussphase den Druck auf das Laerer Tor, um am Ende nicht mit ganz leeren Händen da zu stehen. Und Boenig bewies mit der Einwechslung von Klaus Fenslau ein "goldenes Händchen". Der 41-jährige Routinier war für Sören Knuschke gekommen und markierte in der Schlussminute den völlig verdienten, zu diesem Zeitpunkt aber etwas überraschenden Ausgleich in einer Partie, die über 90 Minuten vor allem von ihrer Spannung lebte.

"Das war wenig Fußball, dafür aber viel Kampf", lautete auch Boenigs treffende Analyse.

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