Frust-Feier! Tatort: Der Ratskeller in Charlottenburg. Der FCR-Tross versammelte sich geschlossen, Solidarität pur. Duisburgs erster Vorsitzender Ferdi Seidelt brachte es auf den Punkt:

FCR DUISBURG: "Das Herz aus dem Leib gekämpft"

og
02. Juni 2003, 11:54 Uhr

Frust-Feier! Tatort: Der Ratskeller in Charlottenburg. Der FCR-Tross versammelte sich geschlossen, Solidarität pur. Duisburgs erster Vorsitzender Ferdi Seidelt brachte es auf den Punkt: "Traumatisch, tragisch.

Frust-Feier! Tatort: Der Ratskeller in Charlottenburg. Der FCR-Tross versammelte sich geschlossen, Solidarität pur. Duisburgs erster Vorsitzender Ferdi Seidelt brachte es auf den Punkt: "Traumatisch, tragisch. Wer als Betrachter nicht richtig informiert gewesen wäre, muss sich gefragt haben, welches Team der Cup-Titelverteidiger und gleichzeitige deutsche Meister war."
Absolut korrekt: Duisburg fesselte das selbsterklärte Über-Team aus Hessen so ziemlich. Seidelt bescheinigte, dass "sensationelle Arbeit abgeliefert wurde." Der Club-Boss fieberte auf der Tribüne direkt neben Duisburgs Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling und dem Vorstands-Vorsitzenden des Vereins-Sponsors Stadtsparkasse Duisburg Artur Greziek. Seidelt: "Ich habe schon etliche verdiente Niederlagen gesehen. Das war jedoch keine." Der hauptberufliche Journalist fand einen passenden Vergleich: "In Spanien sagt man dazu stolze Niederlage." Mit dem gleichen Gefühl sprach Seidelt auch über die nach der Saison aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehende Keeperin Kerstin Wasems. "Sie hat ihre Leistung zelebriert. Alle haben sich das Herz aus dem Leib gekämpft. Auch diese Schlappe wird psychisch irgendwann Mal ein Sieg sein."
Am Tag vor dem Finale trafen sich alle vier beteiligten Teams im bekannten Opern-Palais "Unter den Ulmen". In grauer Vorzeit Versammlungs-Ort der einstigen DDR-Polit-Prominenz. Seidelt: "Wir hatten uns auf Karlheinz Rummenigge als Redner geeinigt. Er fand die richtigen Worte, machte es kurz und knackig." Die vier Clubs tauschten Morgen-Gaben aus. Von Kaiserslautern erhielt der FCR eine Tüte roter Stoffteufel, aus München eine Porzellan-Figur und aus Frankfurt einen geschätzten Fünf-Liter-Äppelwoi-Bembel. Der FCR packte jeweils ein umfassendes Buchpaket über den Niederrhein, Rumeln, Duisburg sowie das Gesamt-Revier und den Club. Seidelt: "Insgesamt war die Veranstaltung würdig und wichtig. Wir konnten viele nützliche Gespräche führen. Schließlich haben wir eine Botschaft rüber zu bringen." FCR-Vertreterin Ursula Baak sorgte bei einigen Zuhörern für baffes Erstaunen, als sie klar stellte, dass es im Frauen-Fußball weißgott kein Profitum gibt, sondern Spitzensport und Berufstätigkeit.

Autor: og

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