Der Mann sitzt ein bisschen zwischen den Stühlen: Patrick Deuß. Der Velberter Keeper hat bei der SSVg noch einen Vertrag bis 2009, auf der aktuellen Spielerliste sucht man ihn aber vergebens.

Velbert: Vertrag besteht, Trennung soll aber sein

Deuß zwischen den Stühlen

tr
24. Juni 2008, 08:02 Uhr

Der Mann sitzt ein bisschen zwischen den Stühlen: Patrick Deuß. Der Velberter Keeper hat bei der SSVg noch einen Vertrag bis 2009, auf der aktuellen Spielerliste sucht man ihn aber vergebens. "Mir wurde offenbart, dass man sich lieber von mir trennen möchte", erklärt der 28-Jährige. Oliver Kuhn, 1. Vorsitzender, suchte das offene Gespräch, in dem er wirtschaftliche Gründe erläuterte.

Der Austausch verlief auch ohne Probleme, für den Torhüter kam es kurz vor dem letzten Meisterschaftsmatch der abgelaufenen Spielzeit aber etwas spät. "Ungünstig für mich", grübelt Deuß. "Andere Clubs haben ihre Planungen bereits abgeschlossen." Viele Optionen hat man im Kasten nun einmal nicht. Deshalb klopft Deuß für sich verschiedenste Alternativen ab. "Fakt ist, ich habe einen Kontrakt." Den er damals in der Oberliga Nordrhein unterschrieb, um parallel seine Doktorarbeit als Mathematiker voran zu treiben. "Das hat auch gut geklappt."

Tagsüber war der Wissenschaftler, abends der Kicker gefordert. Der 1,85 Meter-Mann: "Das will ich natürlich weiter fortführen." In der NRW-Klasse wäre das sicherlich kein Problem, bei einem Engagement in der Regional- oder sogar der dritten Liga sieht das schon anders aus. "Ich denke, dort planen die Vereine wenigstens mit Halbprofitum", überlegt der Ex-Remscheider.
Geforscht wird an der Universität Wuppertal, so dass der WSV Borussia sicherlich eine Adresse wäre, die logisch erscheint. "Allerdings weiß ich nicht, in wie weit dort die Planungen verlaufen", erklärt Deuß. "Auch Fortuna Düsseldorf wäre eine Lösung." Dort war er zwischen 2004 und 2007, absolvierte für den deutschen Pokalsieger von 1979 und 1980 insgesamt 69 Regionalligamatches.

Man erkennt aus seinen Erwägungen, dass die räumliche Bindung einfach ein Muss ist: "So sieht es doch aus. Es sei denn, Bayern München meldet sich, dann könnte man die beruflichen Planungen noch einmal etwas hinausschieben." Was wohl kaum passieren wird. Deuß will sich jobtechnisch nicht aus der Spur bringen lassen. "Mein Ziel ist, die Promotion zu Ende zu führen, um auf der beruflich eingeschlagenen Schiene weiter voran zu kommen."

Aktuell in Zusammenarbeit mit der "Barmenia". Deuß nennt das Stichwort: "Risikomanagement." Wo er als Herr der Zahlen durchblickt. Nur auf die Frage, wo er fußballtechnisch landet, hat er noch keine Antwort. "In Velbert habe ich mich immer wohl gefühlt", legt sich der ehemalige Leverkusener fest. So das aus dieser Richtung nichts gegen den bestehenden Kontrakt spricht, der keine Gleichung mit zwei Unbekannten ist.

Autor: tr

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