Es hat wieder einmal einen Bochumer Traditionsklub erwischt. Preußen 1911 war über Jahrzehnte fester Bestandteil des Bochumer Kreises, nun zieht die DJK zurück.

Preußen 1911: Rückzug

„Haben alles versucht, aber es hat nicht gereicht“

Fabian Weitkämper
09. Juni 2008, 18:49 Uhr

Es hat wieder einmal einen Bochumer Traditionsklub erwischt. Preußen 1911 war über Jahrzehnte fester Bestandteil des Bochumer Kreises, nun zieht die DJK zurück.

Doch jetzt ist für die Seniorenmannschaft Schluss. Die kommende Spielzeit findet in der Kreisliga B2, in der die DJK dieses Jahr einen elften Platz erreichen konnte, ohne die „Preußen“ statt.

Als Hauptgrund für den Rückzug gibt DJK-Geschäftsführer Eckhard Rogalski fehlendes Personal an: „Wir haben wirklich alles versucht, haben aber letztlich keine Chancen mehr gesehen, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Wir haben einfach nicht genügend Leute, um eine Mannschaft stellen zu können.“

Ausschlaggebend für diese Entwicklung war mit Sicherheit auch das Fehlen einer Jugendabteilung, aus der Talente in die Seniorenmannschaft hätten nachrücken können. Diese existierte bei den „11ern“ schon seit mehreren Jahren nicht mehr.

Doch nach Meinung von Rogalski war noch ein anderer Faktor entscheidend: „Zu Beginn der Saison hatten wir 19 Mann. Doch wie das bei jungen Akteuren häufig so ist, sind die auf einmal weg und waren nicht mehr gesehen. Außerdem spielt selbst in dieser Liga schon Geld, welches wir nicht zahlen können, eine Rolle. So konnten wir am Ende mit Mühe und Not noch elf Jungs zusammen bekommen, von denen häufig ein Großteil aus der Altherrentruppe war.“

Die Altherren sind auch die einzigen, die die Fußballabteilung des Vereins vor der völligen Auflösung bewahren. Denn sie gehen auch künftig gemeinsam weiter auf Torejagd. Ob es in Zukunft auch noch einmal eine Seniorenmannschaft geben wird, will Rogalski „nicht ausschließen, hält es aber zunächst einmal für sehr unwahrscheinlich.“

Welche Auswirkungen der Rückzug der Mannschaft auf die Liga hat, konnte vom stellvertretenden Kreisvorsitzenden Bernhard Böning noch nicht vollends aufgeklärt werden: „Wir befassen uns zur Zeit damit. Da jedoch derzeit die Relegationsspiele im Kreis stattfinden, können wir aufgrund des sportlichen Aspekts noch keine Wasserstandsmeldungen abgeben.“

Ob es also einen weiteren Aufsteiger geben wird oder aber einer der Abstiegsplätze wegfällt, wird sich in Kürze zeigen.

Autor: Fabian Weitkämper

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