Wir schreiben den 18. Mai 2008. Endlich ist es soweit. Der große Tag ist da: Mein erster Halbmarathon. Zusammen mit der Vorfreude kommt aber auch noch ein anderes Gefühl auf, die Vorstart-Nervosität. Aber warum nur, vielleicht wegen den etwas knapp bemessenen zwei Wochen (!) Vorbereitung oder doch wegen der nicht ganz Marathon geeigneten Ernährung in den letzten Tagen?

5. Karstadt Marathon: Erfahrungsbericht von der Halbstrecke

„Schweinehund kann ganz schön beißen“

Fabian Weitkämper
21. Mai 2008, 20:21 Uhr

Wir schreiben den 18. Mai 2008. Endlich ist es soweit. Der große Tag ist da: Mein erster Halbmarathon. Zusammen mit der Vorfreude kommt aber auch noch ein anderes Gefühl auf, die Vorstart-Nervosität. Aber warum nur, vielleicht wegen den etwas knapp bemessenen zwei Wochen (!) Vorbereitung oder doch wegen der nicht ganz Marathon geeigneten Ernährung in den letzten Tagen?

Schwamm drüber, ich bin Sportler, fühl mich gut, hab am morgen noch einen Teller Nudeln verputzt und bin bereit. Ohne Vorerfahrung hab ich mir einfach mal das Ziel gesetzt, eine Zeit unter 1:50 Stunden zu laufen. Wahrscheinlich utopisch, aber mal schauen.

Kurz nach neun Ankunft in Dortmund-Bövinghausen, die Spannung steigt weiter. Streckensprecher und Musik heizen dem Starterfeld unermüdlich ein und der offizielle Count-Down rückt immer näher. Die Nummer „10477“ noch schnell an das Oberteil geheftet, geht es in den Läuferbereich C. Kurz bevor sich der gesamte Menschenteppich in Bewegung setzen darf, „fliegen“ bereits die Profis aus Kenia davon. Einige Sekunden später höre ich nur eine Stimme neben mir: „So wie die laufen, sind die jetzt schon am Opel-Werk in Langendreer vorbei.“ Dann erfolgt endlich auch der Startschuss für das Feld.

Mit lockeren Beinen gehe ich die Sache an, merke aber bereits nach drei Kilometern, dass ich mit der Apfelschorle etwas übertrieben habe. Aber es hilft alles nichts, ich muss einen Busch aufsuchen und verliere einiges an Zeit. Kurz danach das nächste große Problem, schon nach sechs Kilometern erste Blasen an den Füßen, trotz Laufschuhen und –socken. Da kommt der Anstieg zum Opel-Werk, der mir mit dem Auto übrigens noch nie so steil vorgekommen ist, ja gerade recht. Doch nach der Steigung wartet der eigene Fanclub, das peitscht nach vorne. Auch wenn ich aus den angereichten Bechern immer höchstens einen Schluck trinken kann und der Rest sich in meinem Gesicht verteilt, kämpfe ich weiter.

Die Schmerzen an den Füßen werden immer stärker, da hilft auch die Stimmung in Riemke nicht mehr viel. Ich merke, wie ich langsam nach hinten durchgereicht werde. Obwohl ich schon viel Sport in meinem Leben gemacht habe, wusste ich gar nicht, dass der innere Schweinehund so beißen kann. Zudem hab ich das Gefühl, dass die Kilometerabstände immer größer werden. Doch aufgeben ist nicht.

Endlich, am Horizont das ersehnte Ziel. Noch mal alles mobilisieren für den Endspurt. Dann die Überraschung, tatsächlich mit 1:47 Stunden das gesteckte Ziel erreicht. Ein gutes Gefühl, was auch die acht Blasen an den Füßen und den ungefähr eine Woche andauernden Muskelkater vergessen macht.

Autor: Fabian Weitkämper

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