Er ist wieder da. Nach vier Jahren Bayer Leverkusen unterschrieb Paul Freier am Dienstag um 15 Uhr einen Fünf-Jahres-Vertrag beim VfL Bochum

Paul Freier ist zurück in der Heimat / „Rentenvertrag“

„Familie hat gejubelt“

gp
16. Mai 2008, 07:44 Uhr

Er ist wieder da. Nach vier Jahren Bayer Leverkusen unterschrieb Paul Freier am Dienstag um 15 Uhr einen Fünf-Jahres-Vertrag beim VfL Bochum

Und der VfL überweist für den ehemaligen Nationalspieler rund 700.000 Euro an die Farbenstädter. Kurz nach der Unterschrift stand Paul Freier RevierSport Rede und Antwort.
Herr Freier, Willkommen zu Hause!
Wieso, ich war doch nie richtig weg. Ich habe in Bochum gelebt, meine drei Töchter wachsen hier auf. Ich habe doch nur ein paar Jahre lang woanders Fußball gespielt.
Und sind jetzt gefrustet zurück gekommen?
Nein, die ersten dreieinhalb Jahre waren absolut okay. Einmal woanders zu spielen, das war eine wichtige Erfahrung und durchaus interessant. Nur das letzte halbe Jahr war ein einziges Desaster.

Nach Leverkusen gingen Sie als Nationalspieler. Zurück kommen Sie als Bankdrücker. Was ist passiert?
Die letzten fünf Monate waren der Tiefpunkt meiner Karriere. Als ich plötzlich noch nicht mal zum 18er-Kader gehörte, stand für mich fest: Jetzt reicht es, jetzt musst du ganz schnell weg von Bayer.
Und dann gab es nur ein Ziel?
Ja, natürlich war Bochum für mich der erste Ansprechpartner. Hier hatte ich eine wunderbare Zeit, hier fühlte ich mich im Verein wohl, hier kenne ich jeden. Die Entscheidung war dann auch eine Herzenssache.

Der VfL hat Ihnen einen Fünf-Jahres-Vertrag gegeben. Das ist ungewöhnlich.
Warum denn nicht? Ich bin doch keine 32 Jahre alt. Man sagt doch, dass man mit 28 im besten Fußballeralter ist.

Statt UEFA-Cup mit Bayer nun also wieder Abstiegskampf in Bochum?
Warum denn das? Ich habe den unheimlichen Ehrgeiz, mit Bochum noch etwas zu erreichen. Es gab in den letzten Jahren keinen Tag, an dem ich nicht verfolgt habe, wie der VfL sich entwickelt hat. Die letzte Zuversicht habe ich bekommen, als ich in der letzten Woche ein Gespräch mit Marcel Koller hatte. Nach wenigen Minuten war ich von seinem Konzept begeistert. Da brauchte ich nicht mehr lange zu überlegen. Beim VfL bewegt sich was. Und ich bin sicher, dass wir in den nächsten Jahren erfolgreichen Fußball spielen.

Ein bisschen erinnert Ihre Rückkehr an die von Dariusz Wosz vor einigen Jahren.
Daran habe ich auch schon gedacht, und das hat ja auch richtig gut funktioniert. Ich kann es auch gar nicht abwarten, die vielen, die noch da sind, wieder zu sehen. Mit Philipp Bönig und Thomas Zdebel habe ich noch zusammen gespielt. Ich bin sehr bereit und hoffe, dass ich mich im großen Konkurrenzkampf durchsetzen kann.

Und vielleicht nochmal an der Nationalmannschaft schnuppern?
Es schmerzt schon sehr, dass ich bei der Euro nicht dabei bin. Aber ich werde auch da versuchen, wieder anzugreifen. Voraussetzung sind konstante Leistungen beim VfL.
Und wie nimmt die Familie den Wechsel nach Bochum an?
Meine Frau, meine Kinder, meine Eltern und mein ganzer Bekanntenkreis hat gejubelt. Ich kann sagen, meine Entscheidung für den VfL war einstimmig.

Autor: gp

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