Die Fußball-Welt schaut heute auf das proppevolle Bernabeu-Stadion in Madrid. Dort kommt es zum Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Real Madrid und Juventus Turin - für viele das vorweggenommene Endspiel.

Duell Madrid gegen Turin elektrisiert die Massen

tw
22. Februar 2005, 08:28 Uhr

Die Fußball-Welt schaut heute auf das proppevolle Bernabeu-Stadion in Madrid. Dort kommt es zum Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Real Madrid und Juventus Turin - für viele das vorweggenommene Endspiel.

Das Duell zwischen Real Madrid und Juventus Turin wird im Vorfeld von vielen Superlativen begleitet: Vom Duell der Giganten oder dem Krieg der Sterne ist die Rede, allerdings handelt es sich heute Abend dabei "nur" um das Hinspiel im Achtelfinale der Champions Legaue. (20.45 Uhr/live bei Premiere). Für viele Experten ist das Duell zwischen "Real" und "Juve" im Bernabeu-Stadion von Madrid das vorweggenommene Endspiel der "Königsklasse". "Natürlich hat diese Partie Final-Charakter. Aber wenn man weit kommen will, muss man auch solche Top-Gegner aus dem Weg räumen", sagt Reals Abwehrstar Roberto Carlos.

Bei der Kür auf internationalem Parkett wollen beide Teams Wiedergutmachung für ihre vermasselte Pflicht am vergangenen Wochenende in ihren nationalen Liga betreiben. Real musste gegen Athletic Bilbao (0:2) die erste Pleite in der Primera Division unter dem neuen Trainer Wanderley Luxemburgo hinnehmen und liegt wieder sieben Punkte hinter dem Spitzenreiter FC Barcelona. Juventus kam beim Serie-A-Aufsteiger FC Messina nicht über ein 0:0 hinaus und verlor die Tabellenführung an den AC Mailand.

Spiel in Madrid ist richtungsweisend für Turin

"Wir befinden uns in einer ganz entscheidenden Phase. Das Spiel in Madrid scheint absolut richtungsweisend. Allerdings ist Real ein Koloss. Es wird eine sehr schwierige Aufgabe, die nur zu bewältigen ist, wenn wir konzentriert spielen", meint Juve-Coach Fabio Capello, der 1997 noch Real zur spanischen Meisterschaft geführt hatte. Auch für Madrids Spielmacher Zinedine Zidane, der von 1996 bis 2001 das Turiner Trikot getragen hatte, ist das Spiel eine Begegnung mit der Vergangenheit.

"Die Partie wird etwas ganz Besonderes. Ich hatte eine schöne Zeit in Turin und habe noch viele Freunde dort", erklärt der Franzose: "Über ein Tor gegen Juventus würde ich mich nur freuen, weil es uns ein Stückchen näher an den Titel bringt. Ich sehe das Spiel aber auch als Revanche für 2003. Damals hat uns Juventus im Halbfinale aus dem Wettbewerb geworfen."

Beim Gipfeltreffen fehlen wird Zidanes Landsmann David Trezeguet. Der Juve-Angreifer ist an einer Grippe erkrankt. Für ihn stürmt Alessandro Del Piero an der Seite des schwedischen Nationalspielers Zlatan Ibrahimovic. Fraglich ist zudem der Einsatz von Turins Spielgestalter Pavel Nedved, der noch immer an den Folgen einer vor vier Wochen erlittenen Knieverletzung laboriert. "Wenn Pavel ausfallen sollte, wäre das natürlich ein herber Verlust. Er gibt den Rhythmus unseres Spiels vor", sagt Capello.

Real kann aus dem Vollen schöpfen

Keine Personalsorgen gibt es hingegen bei Real. Einzig Abwehrspieler Michel Salgado könnte aufgrund einer Oberschenkelzerrung ausfallen. "Ich bin froh, dass wir wohl in Bestbesetzung antreten können. Wir wollen schon im Hinspiel den Grundstein fürs Weiterkommen legen", meint Luxemburgo. Besonders motiviert, dürfte auch David Beckham sein. Madrids englischer Mittelfeldstar wurde am Sonntag zum dritten Mal Vater.

Weit weniger im Blickpunkt steht am Dienstag derweil die zweite Achtelfinal-Paarung ohne deutsche Beteiligung. Dabei empfängt der niederländische Tabellenführer PSV Eindhoven den AS Monaco. Die Franzosen waren im vergangenen Jahr erst im Champions-League-Finale dem FC Porto unterlegen.

Autor: tw

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