Die rassistischen Rufe einiger fehlorientierter Fans von Real Madrid im Champions-League-Spiel gegen Bayer Leverkusen haben möglicherweise Folgen. Der offizielle UEFA-Spielbeobachter nahm die Anfeindungen zur Kenntnis.

"Königlichen" droht nach Hass-Gesängen Ungemach

24. November 2004, 16:03 Uhr

Die rassistischen Rufe einiger fehlorientierter Fans von Real Madrid im Champions-League-Spiel gegen Bayer Leverkusen haben möglicherweise Folgen. Der offizielle UEFA-Spielbeobachter nahm die Anfeindungen zur Kenntnis.

Wenig "königlich" gaben sich einige Fans des spanischen Rekordmeisters Real Madrid im Champions-League-Duell mit Bayer Leverkusen und haben ihren Klub damit eventuell vor große Probleme gestellt. Wegen der offenbar rassistisch motivierten Anfeindungen gegen die dunkelhäutigen brasilianischen Bundesliga-Profis Juan und Roque Junior muss der spanische Rekordmeister mit einer Bestrafung durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) rechnen. Beim Spiel in der "Königsklasse" am Dienstagabend (1:1) hatte es Hass-Gesänge gegen die beiden Bayer-Stars gegeben.

Geldstrafe und Stadionverbot für englische Fans

Ein schnelles Urteil wurde in einem ähnlich gelagerten Fall in England gefällt. Ein Zuschauer ist am Mittwoch wegen rassistischer Äußerungen gegenüber dem dunkelhäutigen Profi Dwight Yorke vom englischen Premier-League-Klub Birmingham City zu umgerechnet rund 1500 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Außerdem wurde der 22-Jährige für die nächsten fünf Jahre mit einem Stadionverbot belegt. Gegen einen zweiten Mann läuft noch ein Verfahren, über das vor dem Gericht in Blackburn am 22. Dezember entscheiden wird.

Die englische Polizei hatte die beiden Anhänger am Dienstag nach dem Premier-League-Spiel zwischen den Blackburn Rovers und Birmingham City (3:3) vorübergehend in Haft genommen. Sie hatten sich freiwillig gestellt, nachdem TV-Bilder sie identifiziert hatten und ihre Fotos auch in Zeitungen abgebildet worden waren. Zu den Vorfällen waren von der Polizei auch Yorke und weitere City-Spieler befragt worden.

Geldstrafe oder Platzsperre

Im Fall Real bestätigte die UEFA, dass der offizielle Spielbeobachter die Anfeindungen gegen die beiden brasilianischen Nationalspieler mitbekommen habe. Es müsse allerdings noch der Eingang des Berichts des Schiedsrichters abgewartet werden. Erst danach könne über eine eventuelle Bestrafung der Königlichen entschieden werden. Wahrscheinlich muss Real mit einer Geldstrafe rechnen, allerdings könnte theoretisch auch eine Platzsperre verhängt oder ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit angesetzt werden.

Eine Woche zuvor hatte es beim Länderspiel zwischen Spanien und England im Estadio Santiago Bernabeu gleichfalls rassistische Beleidigungen gegen zwei dunkelhäutige englische Nationalspieler gegeben. Daraufhin hatte der Welt-Verband FIFA erklärt, man werde den Fall untersuchen. Auch die UEFA kämpft seit vielen Jahren gegen Rassismus im Fußball.

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