Es mutet schon etwas paradox an:

BVB: Dédés Rückkehr führt zu Buckleys Wanderschaft

Geglückter Feldversuch endet auf der HSV-Bank

11. März 2008, 08:52 Uhr

Es mutet schon etwas paradox an:

In Zeiten, in denen BVB-Trainer Thomas Doll sich über die mangelnde Breite in seinem Kader beklagt, muss ausgerechnet einer der stärkten Borussen der letzten Wochen im nächsten Bundesliga-Spiel beim Hamburger SV aller Voraussicht nach auf der Bank Platz nehmen. Die Rede ist von Delron Buckley, der während der rot-bedingten Sperre des etatmäßigen Linksverteidigers Dédé auf der ungewohnten Position in der Viererkette Fuß fasste.

Gegen Hamburg kehrt der Brasilianer allerdings zurück und so dürfte für Buckley nur ein unbequemer Platz auf der harten Ersatzbank als Lohn für die guten Leistungen übrig bleiben. „Ich glaube schon, dass ich hinten links überzeugt habe, obwohl das sicher nicht meine Position ist“, unterstreicht der 30-Jährige zwar zunächst selbstbewusst, formuliert danach jedoch keine dauerhaften Ansprüche auf Dédés Platz in der Startelf: „Ich habe noch nicht mit Thomas Doll darüber gesprochen, was mit mir passiert, wenn Dédé wieder zu uns stößt. Ich rechne aber damit, dass ich ins linke Mittelfeld rutsche oder aber auf der Bank sitzen muss.“

Zurückhaltende Worte vom 68-fachen südafrikanischen Nationalspieler, der gegen Hertha mit einer schön getimten Flanke auf Sebastian Kehl die 1:0-Pausenführung vorbereite und auch sonst zu den Aktivposten in einem statischen Borussen-Team zählte. Buckley scheint zu wissen, dass er seine 22 Saison-Einsätze allein seinem Trainer verdankt, der dem früheren Bochumer endlich die nötige Unterstützung zu kommen lässt, die ihm in Dortmund lange gefehlt hat.

Und so richtet Buckley den Blick dann auch lieber nicht auf seine eigene Person, sondern auf die Belange des Teams: „Ich sehe es nicht so, dass ich für mich persönlich aus dem Unentschieden gegen Berlin etwas Positives mitnehmen kann. Ich arbeite allein für die Mannschaft, und deshalb bin ich auch enttäuscht und sauer, weil wir nicht gewonnen haben.“ Lag es am Gespenst aus Jena, das seit der Auslosung zum DFB-Halbfinale in den Köpfen der Schwarz-Gelben herum spukt, dass es erneut verpasst wurde, einen Befreiungsschlag zu landen?

Diese Ausrede will Buckley nicht gelten lassen: „Wir waren voll konzentriert auf diese Spiel und wussten, worum es geht. Wir stehen schließlich weit unten in der Tabelle.“ Stattdessen hatte der gelernte Stürmer einen anderen Grund für das enttäuschende Ergebnis ausgemacht: „So wie wir gegen Berlin agiert haben, kommen wir da unten sicher nicht raus. Wir müssen mehr Gas geben, aber so viel steht doch auch fest: Wenn du am Ende des Tages keine Tore schießt, kannst du auch nicht gewinnen.“

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