Mit dem 3:1-Derby-Sieg in Gladbeck hat sich die Spielvereinigung sportlich wieder zurückgemeldet. Nach dem Remis in Gütersloh (2:2) und dem Debakel gegen Schermbeck (0:1) hat sich Erkenschwick wieder auf Rang fünf vorgeschoben.

Erkenschwick: Wölpper schließt "kollektiven Boykott" aus

"Falke" wurden Flügel gestutzt

tr
29. Februar 2008, 09:05 Uhr

Mit dem 3:1-Derby-Sieg in Gladbeck hat sich die Spielvereinigung sportlich wieder zurückgemeldet. Nach dem Remis in Gütersloh (2:2) und dem Debakel gegen Schermbeck (0:1) hat sich Erkenschwick wieder auf Rang fünf vorgeschoben. "Wir haben es aber leider versäumt, die Germania richtig abzuschießen", hadert Trainer Manfred Wölpper mit der Chancenverwertung seiner Elf.

Doch der Dreier zeigt deutlich, dass die Mannschaft trotz der finanziellen Schwierigkeiten zusammenhält. "Die Lage ist nach wie vor ernst", nimmt Wölpper kein Blatt vor den Mund, denn schließlich warten seine Akteure immer noch auf ihre Gehälter aus Dezember und Januar. Und die nicht eingehaltenen Zahlungen haben auch direkten Einfluss auf seine Arbeit. "Für den ein oder anderen ist es schwierig, zum Training zu kommen, da Fahrtkosten anfallen", berichtet Wölpper, schiebt aber nach: "Es wird zwar keinen kollektiven Boykott mehr geben, dennoch muss ich ständig improvisieren."

Das muss auch Thomas "Falke" Falkowski. Der Abwehrrecke, dem mit einem Schlüsselbeinbruch die Flügel gestutzt wurden und der sich zurzeit in der Reha befindet, wird am morgigen Freitag wieder das Lauftraining aufnehmen und sich dann auch zum ersten Mal wieder am "Stimberg" blicken lassen. "Ich bin krankgeschrieben und komme momentan auch nur zu den Spielen", gibt der ehemalige Bochumer zu, dass ihm durch die ausgebliebenen Zahlungen ein Loch in seiner Kasse entstanden ist. Doch darüber will er eigentlich gar kein Wort mehr verlieren, sondern blickt viel lieber auf den Sport.

"Ich denke, dass ich Ende März wieder richtig fit bin. Vorher wird es wohl nichts, denn ich darf nicht noch einmal auf die Schulter fallen oder in einen Zweikampf gehen." Sein Zusatz mit Blick auf die Euro-Schieflage: "Wir geben die Hoffnung nicht auf, die Kohle noch zu bekommen. Bis dahin werden wir aber alles für das Erreichen der NRW-Liga unternehmen, um dem Verein zu helfen, die Basis zu legen!"

Und von dieser Einstellung ist Wölpper begeistert: "Das zeigt, dass die Jungs klasse sind und es nicht verdient haben, das so mit ihnen umgegangen wird." Dennoch will der Fußballlehrer nichts davon wissen, dass das Winter-Vorhaben, den Club auf eine andere Basis zu stellen, gescheitert ist. "Wir haben versucht, uns neu aufzustellen. Aber unser Organigramm ist noch nicht richtig zum Tragen gekommen, da auch noch nicht alle Positionen besetzt sind. Das muss nun schnellstens geschehen. Wenn das so weit ist, kann es auch etwas werden mit uns."

Autor: tr

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