Es war nicht immer leicht am Mittwochabend die Emotionen im Zaun zu halten. Weder für die Fans noch für Mannschaft und Spieler. Die rot-weissen Anhänger sind frustriert, weil sie es Leid sind, dass ihr Verein zunehmend zu einer „Fahrstuhlmannschaft“ verkommt. Die Blocktrennung im Georg-Melches-Stadion und das Hinhalten beim Stadionneubau tun ihr übriges. Die jetzige Mannschaft wurde zum Großteil erst zu Saisonbeginn verpflichtet. Die Ursache für die schlechte Stimmung ist nicht bei der jetzigen Mannschaft zu suchen.

RS-Kommentar zur Fan-Aussprache bei RWE

Paradoxe Argumentation

Stephan Knipp
21. Februar 2008, 14:25 Uhr

Es war nicht immer leicht am Mittwochabend die Emotionen im Zaun zu halten. Weder für die Fans noch für Mannschaft und Spieler. Die rot-weissen Anhänger sind frustriert, weil sie es Leid sind, dass ihr Verein zunehmend zu einer „Fahrstuhlmannschaft“ verkommt. Die Blocktrennung im Georg-Melches-Stadion und das Hinhalten beim Stadionneubau tun ihr übriges. Die jetzige Mannschaft wurde zum Großteil erst zu Saisonbeginn verpflichtet. Die Ursache für die schlechte Stimmung ist nicht bei der jetzigen Mannschaft zu suchen.

Man kann die rot-weisse Anhängerschaft verstehen, wenn bei ihnen gestern Abend die Emotionen hochkochten. Sei es der seit Jahren auf sich wartende sportliche Erfolg oder der Stimmungskiller Blocktrennung. Doch die Zauberformel in diesem Satz lautet „seit Jahren“. Der jetzigen Mannschaft, inklusive Trainer, kann man die Vergangenheit sicherlich nicht ankreiden.

Im Gegenteil: Von der Mannschaft die verlorene Stimmung einzufordern, ist paradox. Was sich über die letzten Jahre zum Negativen entwickelt hat, lässt sich nicht von heute auf morgen von einer Mannschaft zurückholen. Bestes Beispiel hierfür ist der letzte Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die damalige Euphorie war ziemlich verhalten, der Erfolg konnte die Stimmungslage nicht sonderlich verbessern. Das zeigt: Es braucht Zeit und mehr als nur einen Aufstieg, um die alte Hafenstraße-Atmosphäre wiederherzustellen.

Da kann man dem derzeitigen Kader nicht die Schuld geben. Und man macht die Situation auch nicht besser, indem Spieler wie Tim Erfen bei der Aussprache persönlich angegriffen werden oder andere Spieler bei ihrer Auswechslung mit höhnischem Applaus verabschiedet werden.

Der Frust bei den Fans sitzt tief und ist verständlich. Aber wie sagte gestern ein Fan so schön: „Ich laufe zu jeder Zeit und zu jedem Wetter zur Hafenstraße. Egal welche Mannschaft gerade das RWE-Trikot trägt, ich unterstütze meinen Verein und damit auch die Jungs auf dem Platz. Auch wenn es scheiße läuft.“

Eine Aussage die viele Rot-Weisse wieder verinnerlichern müssen – vor allem die jüngere Generation, die die großen Erfolge nicht miterlebt hat. Dann klappt's auch wieder mit der Stimmung...

Autor: Stephan Knipp

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