Auf dem Rasen ging es altbekannt zu: Duisburg mühte sich, schaffte aber keinen Sieg. Am Ende jubelte der VfL Wolfsburg, der mit dem 2:1 seinen dritten Pflichtspiel-Erfolg im Jahr 2008 einfuhr. Die Zebras hatten trotzdem etwas ganz Neues aufzubieten - nämlich in der Pressekonferenz. Auf dem Podium saß erstmals seit seinem Amtsantritt vor über eineinhalb Jahren nicht Chef-Trainer Rudi Bommer, sondern Sport-Manager Bruno Hübner. Grund: Bommer war grippal derart angeschlagen, dass er direkt nach dem Abpfiff mit dem Auto gen Heimat steuerte. Hübner nutzte seine Analyse-Premiere als

Wolfsburg - Duisburg 2:1 (1:1) / Hübner vertritt Bommer und rechnet ab

"So etwas darf uns in der Bundesliga nicht passieren"

Thomas Tartemann/Andreas Gellert
10. Februar 2008, 19:45 Uhr

Auf dem Rasen ging es altbekannt zu: Duisburg mühte sich, schaffte aber keinen Sieg. Am Ende jubelte der VfL Wolfsburg, der mit dem 2:1 seinen dritten Pflichtspiel-Erfolg im Jahr 2008 einfuhr. Die Zebras hatten trotzdem etwas ganz Neues aufzubieten - nämlich in der Pressekonferenz. Auf dem Podium saß erstmals seit seinem Amtsantritt vor über eineinhalb Jahren nicht Chef-Trainer Rudi Bommer, sondern Sport-Manager Bruno Hübner. Grund: Bommer war grippal derart angeschlagen, dass er direkt nach dem Abpfiff mit dem Auto gen Heimat steuerte. Hübner nutzte seine Analyse-Premiere als "Verantwortlicher", um Klartext zu reden.

"Dass die Mannschaft und das gesamte Umfeld sichtlich enttäuscht sind, ist doch völlig klar. Wir haben wieder einmal, wie in der letzten Woche, einen sehr hohen Aufwand betrieben, sind aber letztendlich für diese tolle Leistung nicht belohnt worden."

Dabei war der Start genau nach dem Geschmack der 800 mitgereisten MSV-Fans. Neuzugang Claudiu Niculescu nutzte eine feine Vorarbeit des eingewechselten Olivier Veigneau zum 0:1 (26.). Hübner: "Das war eine wunderbare Kombination, die genauso klasse abgeschlossen wurde. Das hat mir sehr gut gefallen." Wie auch das beherzte Auftreten der Meidericher in der ersten Halbzeit. "Auch deshalb ging die Führung in Ordnung. Die Partie haben wir sehr lange ausgeglichen gehalten, auch wenn uns die Wolfsburger mit vielen Druckphasen in Bedrängnis gebracht haben", analysierte der Ex-Wehener.[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/006/186-6270_preview.jpeg Redete Klartext: Bruno Hübner. (Foto: firo)[/imgbox]

Dann kam die 36. Minute: Marcel Schäfer knallte die Kugel aus weiter Entfernung auf den MSV-Kasten, Sven Beuckert versuchte eine Parade mit einer Faust und musste den Ball aus dem Netz holen. Gleich nach Wiederanpfiff bekamen die Gäste ihre zweite Dusche, nachdem sie sich anfängerhaft mit einem Doppelpass ausspielen ließen: Grafite sagte "Danke" (54.). Hübner: "So etwas darf einer Mannschaft, die in der Bundesliga agiert, nicht passieren. So darf man sich nicht düpieren lassen."
Vorher gab es positive Ansätze. "Bis zum Rückstand haben wir wieder gut agiert, letztendlich bringt uns ein einfacher und individueller Fehler wieder auf die Verliererstraße. Mit so einem Ding nimmt sich die Mannschaft selbst aus dem Spiel." Der Manager registrierte "drei, vier große Chancen in der zweiten Halbzeit" und stellte fest: "Wolfsburg hatte nach dem Seitenwechsel kaum eine Torgelegenheit. Ein Punkt wäre drin gewesen, die Niederlage war unglücklich."

Im Blickpunkt stand selbstverständlich Keeper Beuckert, der gegen Dortmund wegen mehrerer Klasse-Paraden mit Lob überschüttet wurde und letztlich den Punkt sicherte. Diesmal wirkte "Beucke" unsicher und musste sich den Ausgleich auf die Fahne heften. Hübner: "Der Torwart ist ein Problem. Er muss uns Sicherheit geben. Ein solches Ding darf einfach nicht passieren. Das 1:1 war mehr als haltbar."

Während der MSV mit gesenktem Kopf die Heimreise antrat, konnte VfL-Trainer Felix Magath zufrieden durchatmen: "Das Spiel war über die 90 Minuten komplett ausgeglichen. Wie vor der Partie erwartet, haben wir uns gegen Duisburg sehr schwer getan. Das war aber klar, weil der MSV schon in der Hinrunde insgesamt eine gute Leistung gezeigt hatte. Nach dem 0:1 hatten wir eine kleine Druckphase, die wir allerdings nicht in Tore ummünzen konnten. Dann fiel der glückliche Ausgleich, der aus meiner Sicht aber mehr als verdient war."

Magath gab zu: "Nach der Führung gab es bei uns eine kleine Periode, in der alle dachten, wir verlieren dieses Ding noch. Deshalb war es ein glücklicher, aber nicht unverdienter Erfolg." Trotzdem steckt Hübner den Kopf nicht in den Sand. "Wir müssen einfach weiter nach vorne schauen und die Leistung, die wir in den letzten beiden Wochen geboten haben, weiterführen. Was wir bisher gezeigt haben, beweist, dass die Mannschaft mehr als in der Liga mithalten kann. Was uns fehlt, ist einfach das gewisse Quäntchen Glück." Die Partien, in denen es kräftig knallen muss, kommen noch. Hübner: "Gegen Bielefeld, Rostock und Cottbus warten die Sechs-Punkte-Spiele." Was allerdings nicht heißt, dass Stuttgart Samstag kampflos gewinnen darf. Hübner: "Wir werden alles abrufen. Im Prinzip hat sich an der Situation nichts geändert. Bei einem Rückstand von vier Zählern ist alles noch machbar."

Autor: Thomas Tartemann/Andreas Gellert

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