Vier Punkte aus acht Spielen - das ist die dürftige Bilanz des SV Kupferdrehs 09/19 in der bisherigen Landesliga-Saison. Wenn Anspruch und Wirklichkeit aus Sicht des Vorstandes auseinanderklaffen, hat das überall die gleiche Konsequenz: Der Trainer muss gehen. Auch in der sechsthöchsten Spielklasse gilt dieses vielzitierte

Landesliga 1 NR: SV Kupferdreh 09/19 setzt Trainer Ralf vom Dorp vor die Tür

"Die Art und Weise ist beschämend"

Elmar Redemann
12. Oktober 2006, 13:21 Uhr

Vier Punkte aus acht Spielen - das ist die dürftige Bilanz des SV Kupferdrehs 09/19 in der bisherigen Landesliga-Saison. Wenn Anspruch und Wirklichkeit aus Sicht des Vorstandes auseinanderklaffen, hat das überall die gleiche Konsequenz: Der Trainer muss gehen. Auch in der sechsthöchsten Spielklasse gilt dieses vielzitierte "ungeschriebene Gesetz", wie am Dienstagabend Kupferdreh-Trainer Ralf vom Dorp erfahren musste. Nicht weiter ungewöhnlich. Das anschließende Rauschen im Essener Blätterwald um die Entlassung per Telefon sorgt hingegen für Aufsehen. revierkick.de fragte bei Geschäftsführer und Ex-Trainer nach: [i]Was war da los?[/i]

Andreas Macagnino, Geschäftsführer SV Kupferdreh 09/19: "Das ist eigentlich vereinsintern, ich möchte da auch keine schmutzige Wäsche mehr waschen. Die Trennung per Telefonat war sicherlich nicht die feine englische Art, das sehe ich auch ein. Wir waren uns im Vorstand einig, dass was passieren musste. Da haben wir uns mit dem Trainer auf die Trennung verständigt. Ralf vom Dorp hat hier in der Vergangenheit gute Arbeit gemacht, für die ich mich bedanken möchte. Aber nach sechs Jahren nutzt sich so eine Zusammenarbeit auch ab. Die Verpflichtungen zu Saisonbeginn haben ebenfalls nicht gepasst. Also, Schwamm drüber. Hans-Jürgen Ketteltasche (Anm. d. Red.: Sportlicher Leiter) übernimmt jetzt kommisarisch das Traineramt. In den nächsten zwei, drei Wochen wollen wir dann einen neuen Trainer gefunden haben und vor der Winterpause noch möglichst viele Punkte sammeln. Jetzt sind die älteren Spieler gefordert. Und in der Mannschaft muss die nötige Ruhe einkehren - aber ich bin sicher, dass der Kader die Qualität besitzt, um in der Landesliga zu bleiben."

Ralf vom Dorp, Ex-Trainer SV Kupferdreh 09/19: "Ich bin am Dientag Abend anderthalb Stunden vor dem Training angerufen worden und man hat mich informiert, dass die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet sei. Die Entlassung an sich ist nicht das größte Problem, was mich aber ärgert, war die Art und Weise. Die finde ich beschämend, jetzt mal gelinde gesagt. Ich wohne 30 Meter vom Sportplatz entfernt, da hätte man das ja wohl persönlich klären können. Da fehlt anscheinend den Leuten, die sich im Verein profilieren wollen die Courage. Dann wäre dem Verein auch die negative Presse erspart geblieben. Ist doch klar, dass ich enttäuscht bin. Ich war seit sechs Jahren hier, hab den Verein von der Kreisliga in die Landesliga geführt und bin mit der Mannschaft Essener Hallenstadtmeister geworden. Und in der ganzen Zeit habe ich auch manchmal die Bälle noch selbst aufgepumpt. Vor der Saison war klar, dass es schwierig wird, dass es nur um den Klassenerhalt geht. Allerdings haben wir sportlich - vor allem offensiv - schon enttäuscht, da hatten wir auch einfach Pech mit den Neuverpflichtungen. Naja, ich bin jetzt nach allen Seiten offen. Die Saison ist ja noch nicht alt, mal sehen, was sich so ergibt."

Autor: Elmar Redemann

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