Ronnie Jensen aus Alebro ist ein glücklicher Mensch. Denn Ronnie ist Däne – das lässt sich auf dem Woll-Pulli ablesen, den ihm seine Mutter gestrickt hat – und seit heute ist er auch Europameister. Auch Ivanka Mamic aus Split feiert, dabei hat ihre Mannschaft gerade das EM-Finale verloren.

Tagebuch von der Handball-EM

Tag 12, Sonntag, 27. Januar

27. Januar 2008, 20:44 Uhr

Ronnie Jensen aus Alebro ist ein glücklicher Mensch. Denn Ronnie ist Däne – das lässt sich auf dem Woll-Pulli ablesen, den ihm seine Mutter gestrickt hat – und seit heute ist er auch Europameister. Auch Ivanka Mamic aus Split feiert, dabei hat ihre Mannschaft gerade das EM-Finale verloren.

Und das macht den Handball so sympathisch: Alles läuft komplett friedlich ab, bei frisch gebackenen Waffeln und leckeren Brötchen fühlte man sich mitunter wie bei einem Familientreffen – nur dass in Norwegen alles harmonisch blieb. Auch wenn im Spiel mal die Gemüter hoch kochen, nachher gibt man sich die Hand. Das ging heute so weit, dass Kroatiens Superstar Ivano Balic nach der 20:24-Pleite die Welle mit den dänischen Fans zelebrierte, die ihn zuvor mit Sprechchören gefeiert hatten.

Weniger in Jubellaune waren die deutschen Nationalspieler, bei denen im Spiel um Platz drei sichtlich die Luft raus war. Auch wenn Heiner Brand sich nach dem Schlusspfiff mächtig enttäuscht zeigte, bekommen seine Jungs heute Abend freien Auslauf in Lillehammer – zum Bierstemmen reicht die Kraft schließlich noch. Ein exzessives Besäufnis wird es allerdings nicht geben. Das liegt freilich nicht nur an den hohen Alkoholpreisen: Nach der Rückkehr am Montagmittag müssen viele Akteure am Abend schon wieder mit ihren Vereinen trainieren…

Bis bald,
Kai Griepenkerl

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