Der Blick auf die Hinrunden-Tabelle der Kreisliga A Essen Süd-Ost offenbart zunächst wenig Überraschendes. Zumindest der Heisinger SV erfüllt als Tabellenführer genau das, was die Konkurrenz bereits vor Saison-Start prognostizierte. Statt

Kreisliga A Essen Süd-Ost: Heisinger SV will sich absetzen

"Bayern München passt nicht zu uns"

Aaron Knopp
07. Januar 2008, 17:03 Uhr

Der Blick auf die Hinrunden-Tabelle der Kreisliga A Essen Süd-Ost offenbart zunächst wenig Überraschendes. Zumindest der Heisinger SV erfüllt als Tabellenführer genau das, was die Konkurrenz bereits vor Saison-Start prognostizierte. Statt "Fernglas-Rhetorik" a la Uli Hoeneß formuliert HSV-Coach Arnd Herbst dennoch bescheidene Ansprüche und glaubt sogar ohne erfolgreiche Jugendarbeit die mittelfristige sportliche Perspektive des Vereins in Gefahr.

Für Überheblichkeit ist auch wenig Platz, allein schon tabellarisch. Wie zur Warnung setzte es im letzten Spiel vor der Winterpause für den Klub aus dem Essener Süden ausgerechnet beim ärgsten Verfolger eine empfindliche 2:4-Pleite. Damit teilen sich der HSV und die "Zweite" des FC Kray nun die Aufstiegsränge mit jeweils 42 Punkten. "Das ist natürlich besonders bitter, mit so einer Niederlage in die Pause zu gehen, aber eine Begegnung entscheidet nicht über den Aufstieg", zuckt Herbst die Schultern.

Dass die Bezirksliga das erklärte Ziel ist, bestreitet indes niemand an der Uhlenstraße. Von einer "Übermannschaft" will Herbst jedoch nichts wissen: "Wir haben in dieser Saison auch wegen der zwei Aufstiegsplätze die große Chance gesehen und hoffen, ein erhebliches Wörtchen oben mitzureden." Auch zum Wohle des Vereins: "Wir profitieren von unserer Jugendarbeit und da hat man natürlich in der Bezirksliga bessere sportliche Argumente. Wenn ich andere Klubs sehe, die mit Geld Spieler locken, da können wir nicht mithalten. Deshalb passt der Vergleich mit Bayern München auch nicht zu uns. Wir haben nur die Möglichkeit, auf den Nachwuchs zu setzen, anders hat der Heisinger SV keine Möglichkeit, zu bestehen."

Darum müssen sich die Südstädter aktuell jedoch ohnehin keine Gedanken machen. Alleine sechs A-Jugendliche stehen im Aufgebot der Herbst-Truppe und zeugen von den Erfolgen an der Basis. Dass auch andere Klubs auf die Junioren aufmerksam werden, versteht sich da von selbst. Einer, der es bereits in der Landesliga versucht hat, kehrt nun zu seinem Heimat-Klub zurück. "Fatih Ünal kommt vom SV Kupferdreh, zuvor hat er es ja auch schon beim ESC Rellinghausen in der Landesliga versucht. Als wir hörten, dass es möglich ist, mussten wir ihn einfach holen. Er ist ein echter Heisinger Kicker, hat schon in der Jugend hier gespielt", schwärmt der Coach. Weitere Verpflichtungen sind im Winter nicht geplant. Angesichts des vergleichsweise üppigen Kaders jedoch ohnehin nicht vonnöten.

Glaubt man Herbst, birgt die dicke Personaldecke auch keine Probleme - im Gegenteil: Ein Schlüssel zum sportlichen Erfolg liegt für den Coach gerade in der mannschaftlichen Geschlossenheit. "Wir haben ein sehr gutes Kollektiv. Bei uns laufen nicht die Spieler eins bis elf vorneweg und die anderen hinken hinterher. Zusätzlich entsteht dadurch natürlich der nötige Erfolgsdruck." Das Holz, aus dem Aufsteiger geschnitzt sind? Der Übungsleiter bleibt vorsichtig: "Ich glaube, dass sich nach der Winterpause zwei, drei Mannschaften absetzten werden, die hinterher den Aufstieg unter sich ausspielen und wir haben eine gute Chance, dabei zu sein. Vom Potenzial her unterscheiden sich die Teams dieser Liga aber nicht allzu sehr. Auch wir können an jedem Tag von einer Durchschnitts-Truppe geschlagen werden. Deshalb werden wir keine Mannschaft unterschätzen oder arrogant werden."

Autor: Aaron Knopp

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