Als Theofanis Gekas als Torschützenkönig im Sommer nicht gehalten werden konnte, hatten die Chef-Skeptiker dem VfL schon torlose Monate prophezeit. Einen Gekas zu ersetzen, das schien unmöglich. Ein knappes halbes Jahr ist seitdem vergangen. Ein Nobody hat sich zu Petric und Hanke (alle acht Treffer) und gleich hinter Toni, Klose und van der Vaart (neun) gesellt.

Bochum: Stanislav Sestak war kurzzeitig "verwirrt"

Kuntz: "Mehr Tore als Gekas"

10. Dezember 2007, 12:43 Uhr

Als Theofanis Gekas als Torschützenkönig im Sommer nicht gehalten werden konnte, hatten die Chef-Skeptiker dem VfL schon torlose Monate prophezeit. Einen Gekas zu ersetzen, das schien unmöglich. Ein knappes halbes Jahr ist seitdem vergangen. Ein Nobody hat sich zu Petric und Hanke (alle acht Treffer) und gleich hinter Toni, Klose und van der Vaart (neun) gesellt.

Stanislav Sestak hat den Sprung zum Publikumsliebling im Rekordtempo vollzogen, und Stefan Kuntz stellte gestern genüsslich fest: "Er hat schon mehr Treffer als Gekas vor einem Jahr."[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/005/174-5256_preview.jpeg Überzeugt: Stanislav Sestak. (Foto: firo)[/imgbox]

Fast wäre die Geschichte von "Sesty" gestern allerdings weit unspektakulärer geendet. Nach dem Spiel nämlich verriet Marcel Koller: "Er hat in der ersten Halbzeit einen Schlag auf die Schläfe bekommen, war verwirrt. Wir haben überlegt, ob wir ihn herausnehmen. Er konnte sich nicht an sein Tor erinnern."

Während Vereinsarzt Dr. Kal-Heinz Bauer die Situation nach dem Spiel allerdings entkräftete - "Er war in der Halbzeit voll da, es bestand zu keiner Zeit Gefahr" -, gestand der Angreifer selbst ein: "Ich war schon ein wenig durcheinander." Stanislav Sestak, dessen Fouls von Schiedsrichter Knut Kircher mit Gelb geahndet wurden, hatte ohnehin einen schweren Stand, zumal ihn der Karlsruher Mike Franz gnadenlos attackierte. Sestak: "Bei der Szene, wo ich an der Schläfe getroffen wurde, hätte es auch Elfmeter geben können."

Doch nach dem Spiel war das vergessen. Sestak: "Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber Karlsruhe war auch eine der besten Mannschaften, die sich bisher hier vorgestellt haben."

Nach dem letzten Heimspiel zog der Slowake eine erste Zwischenbilanz: "Ich habe hier in einer Doppelhaushälfte eine schöne Wohnung gefunden, habe wahnsinnig nette Nachbarn und fühle mich mit meiner Familie in Bochum pudelwohl." Es stimmt also nicht nur sportlich, sondern auch privat. Sestak: "Meine Entscheidung für Bochum war ein richtiger Schritt. Ganz ehrlich, ich habe auch nicht gedacht, dass ich hier so schnell Fuß fassen kann. Das liegt aber wahrscheinlich an dem super Umfeld, denn auch wenn wir mal verlieren, hier verliert keiner die Nerven. So eine Besonnenheit ist leider im Profifußball die Ausnahme."

Sestak jedenfalls freut sich über ein intaktes Umfeld. Und das "Umfeld" freut sich über ihn. Stefan Kuntz: "Wir sind froh, dass wir mit ihm einen langfristigen Vertrag haben. Er wird uns noch viel Freude bereiten." Davon überzeugt ist auch Teamkollege Christoph Dabrowski: "Sesty ist ein ganz ruhiger Vertreter, der in der Kürze der Zeit schon erstaunlich gut deutsch spricht. Er passt zu uns."

So sieht das übrigens auch der ehemalige VfL-Trainer Rolf Schafstall, der gestern nach dem Schlusspfiff nur feststellte: "Der Junge ist eine richtige Granate." Die 750.000 Euro, die der VfL in die Slowakei für ihn überwies, sind jetzt schon als Top-Investition mit langfristiger Rendite zu werten.

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