Wenn es in Bochum darum geht, sich in den Dienst einer guten Sache zu stellen, dann ist der VfL mit seinen Spielern meist erster Ansprechpartner. So auch diesmal, als die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahngesellschaft die Idee hatte, die Unfallquote bei Kindern unter sechs Jahren deutlich zu reduzieren. Was zunächst in den Köpfen der Bogestra-Verantwortlichen nur eine Vision war, fand schnell breiten Anklang.

Bochum beteiligt sich an der Aktion „Sichern Sie ihr Kind – immer“

Vorbildfunktion Rechnung tragen

gp
07. Dezember 2007, 19:03 Uhr

Wenn es in Bochum darum geht, sich in den Dienst einer guten Sache zu stellen, dann ist der VfL mit seinen Spielern meist erster Ansprechpartner. So auch diesmal, als die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahngesellschaft die Idee hatte, die Unfallquote bei Kindern unter sechs Jahren deutlich zu reduzieren. Was zunächst in den Köpfen der Bogestra-Verantwortlichen nur eine Vision war, fand schnell breiten Anklang.

Der Bogestra folgte der VRR, die Feuerwehr Bochum, die Stadt Bochum, die Verkehrswacht, der THW und letztlich auch der VfL. Unter dem Motto „Sichern Sie Ihr Kind - immer“ wurde schnell ein Konzept entwickelt, das allen Eltern, Lehrern und Verantwortlichen noch einmal vor Augen führt, wie wichtig die Kindersicherung gerade im Straßenverkehr ist.

Dass sich mit Kapitän Thomas Zdebel, Marcel Maltritz und Dariusz Wosz drei prominente VfLer für die Aktion stark machen, überrascht nicht, schließlich sind die drei selbst Familienväter. Zdebel: „Manchmal denkt man auch als Vater, Mensch, das sind ja nur ein paar Meter und vernachlässigt die Anschnallpflicht. Aber auf dem Fußballfeld oder im Straßenverkehr, es gibt nun einmal Regeln, für die es keine Ausnahmen gibt. Ich selbst überprüfe mich noch mehr, ob ich wirklich auch auf alles achte.“
Auch Maltritz hat so seine Erfahrungen mit seiner Tochter: „Es ist jedes Mal ein Kampf, weil sie gerne vorne sitzen möchte, allein schon wegen der Sitzheizung, aber da muss ich sie überzeugen, dass so etwas nicht geht.“

Mit zunächst 20.000 Flyern werben die Beteiligten in den Städten, außerdem prangt das Motto auf den Rückseiten von Linienbussen. Damit nicht genug: Der VfL wird im Rahmen seiner SchulOffensive vor Ort auf die Aktion hinweisen. Das ist auch notwendig, denn in Bochum stieg die Zahl der verunglückten Kinder im PKW von 15 (im Jahr 2006) bis auf 30 (bis Oktober 2007) an. Das obwohl im allgemeinen die Zahl der getöteten Kinder im Straßenverkehr so niedrig war wie zuletzt 1953. Stefan Kuntz, Polizeimeister a.D., betont: „Wir werden diese Aktion mit Leben füllen, um unseren Möglichkeiten in Sachen Vorbildfunktion Rechnung zu tragen.“

Das dies nicht nur Worthülsen sind, bewies Maltritz umgehend, schnappte sich ein Päckchen Flyer und versprach: „Die verteile ich später im Kindergarten.“ Übrigens bietet die Bochumer Polizei einen kostenlosen Service: Wer sich vor dem Kauf eines Kindersitzes beraten möchte, kann dies bei Hauptkommissar Helmut Fisch (0234/9095121) tun.

Autor: gp

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