Andreas Kohlhaas kann wieder lächeln. In den letzten zwei Monaten fiel ihm das schwer, weil er dem Begriff

WSV II: Kohlhaas will kein zweiter Bodden sein

"Fremdkörper aus Leder"

gri
10. November 2007, 13:44 Uhr

Andreas Kohlhaas kann wieder lächeln. In den letzten zwei Monaten fiel ihm das schwer, weil er dem Begriff "Pechvogel" eine ganz neue Dimension verlieh. Zunächst legten ihn in der letzten Rückrunde zwei Bänderrisse auf Eis, nun fiel er mit Pfeifferschem Drüsenfieber aus.

"Ich wusste von Olaf Bodden, der danach gar nicht mehr auf die Beine gekommen ist", betont der 20-Jährige. Er will nicht ein solcher Fall werden. Und tatsächlich scheint es so, als ob er noch einmal mit einem halbwegs blauen Auge davongekommen ist. Seit der vergangenen Woche absolviert Kohlhaas Lauf-Einheiten, am Dienstag durfte er erstmals mit der Oberliga-Mannschaft trainieren. "Es war schön, mal wieder mit dem Fremdkörper aus Leder in Kontakt zu kommen", betont der Innenverteidiger.
Durchaus verständlich, wenn man zwei Monate zum Nichtstun verdammt war. "Die ersten drei Wochen lag ich nur im Bett, da ging gar nichts", blickt der Youngster zurück. Den Kontakt zu seinen Mitspielern hielt er trotzdem, auch als Zuschauer des Regionalliga-Teams fehlte er nur bei einem Heimspiel. "Es war seit vier Jahren das erste Match im Stadion am Zoo, das ich verpasst habe", betont Kohlhaas.
Nun möchte er möglichst bald selbst wieder auf dem Rasen stehen und nicht nur auf der Tribüne hocken. Überstürzen will er aber nichts: "Ich werde ganz langsam anfangen, dann kann nichts passieren. Aber wenn man übertreibt, kann die Krankheit auch chronisch werden." Daher wird er noch nicht direkt das volle Spektrum aufnehmen, das hat er in der vergangenen Woche beim Auslaufen mit dem Team gemerkt: "Zwei Mal 15 Minuten, das war für mich das höchste der Gefühle."
Die körperliche Veränderung ist auch äußerlich sichtbar. Acht Kilo hatte das Muskelpaket zwischenzeitlich abgenommen, immerhin drei sind nun wieder drauf. Bis die alte Leistungs-Stärke erreicht ist, dürfte also noch eine Weile vergehen. Auch deshalb steckt sich der Defensiv-Mann realistische Ziele: "Es wäre schön, wenn ich in diesem Jahr noch eine Partie bestreiten könnte. Aber die Hauptsache ist, dass ich die Vorbereitung auf die Rückrunde komplett absolvieren kann."

Autor: gri

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